App laden

Bachforelle · Beißzeiten

Bachforelle-Beißzeiten: Wann Forellen beißen

Von der Redaktion anglerkompass · Stand: September 2026 · 4 Min. Lesezeit

Kurz gesagt

Bachforellen fängst du nur außerhalb der Schonzeit, je nach Land etwa von Mitte Februar bis Anfang Mai bis in den Herbst. Belegt ist die Vorliebe adulter Bachforellen für 9 bis 19 °C Wassertemperatur, über 20 °C wird es für sie eng. Zur Tageszeit widersprechen sich die Quellen; viele Angler fischen morgens und abends.

9–19 °Cbevorzugter Bereich Adulter
ab 7 mg/lSauerstoff-Optimum für Forellenartige
Okt–MärzLaichzeit je nach Region
über 20 °Ceingeschränkter oberer Bereich

Die kurze Antwort

Die Beißzeit der Bachforelle bestimmt vor allem das Gesetz: Im Winterhalbjahr, wenn die Forellen laichen, sind sie in allen Ländern geschont. In der offenen Saison entscheiden Wassertemperatur und Sauerstoff. Bachforellen brauchen kaltes, sauerstoffreiches Wasser – im Frühjahr und Frühsommer sind die Bedingungen meist am besten, bei sommerlicher Hitze am schlechtesten. Was über Wetter und Mond erzählt wird, ist überwiegend Anglererfahrung.

Für die Planung heißt das: Erst den Kalender deines Landes prüfen, dann das Thermometer. Innerhalb der offenen Saison entscheidet die Wassertemperatur mehr über den Erfolg als die Uhrzeit.

Schonzeiten im Jahresverlauf

Alle 16 Bundesländer schützen die Bachforelle in ihrer Laichzeit. Die Schonzeit beginnt zwischen dem 15. September (Sachsen-Anhalt) und dem 20. Oktober (Nordrhein-Westfalen) und endet zwischen dem 15. Februar (Hamburg, Niedersachsen) und dem 30. April (Berlin, Sachsen). Die Tabelle zeigt die geprüften Werte:

Wann die Bachforelle geschont ist
BundeslandJanFebMärAprMaiJunJulAugSepOktNovDezZeitraum
BrandenburgJan: SSchonzeitFeb: SSchonzeitMär: SSchonzeitApr: ½teilweise SchonzeitMai: keine SchonzeitJun: keine SchonzeitJul: keine SchonzeitAug: keine SchonzeitSep: keine SchonzeitOkt: ½teilweise SchonzeitNov: SSchonzeitDez: SSchonzeit16. Oktober – 15. April
BerlinJan: SSchonzeitFeb: SSchonzeitMär: SSchonzeitApr: SSchonzeitMai: keine SchonzeitJun: keine SchonzeitJul: keine SchonzeitAug: keine SchonzeitSep: keine SchonzeitOkt: SSchonzeitNov: SSchonzeitDez: SSchonzeit1. Oktober – 30. April
BayernJan: SSchonzeitFeb: SSchonzeitMär: ½teilweise SchonzeitApr: keine SchonzeitMai: keine SchonzeitJun: keine SchonzeitJul: keine SchonzeitAug: keine SchonzeitSep: keine SchonzeitOkt: SSchonzeitNov: SSchonzeitDez: SSchonzeit1. Oktober – 15. März
Baden-WürttembergJan: SSchonzeitFeb: SSchonzeitMär: keine SchonzeitApr: keine SchonzeitMai: keine SchonzeitJun: keine SchonzeitJul: keine SchonzeitAug: keine SchonzeitSep: keine SchonzeitOkt: SSchonzeitNov: SSchonzeitDez: SSchonzeit1. Oktober – 28. Februar
Nordrhein-WestfalenJan: SSchonzeitFeb: SSchonzeitMär: ½teilweise SchonzeitApr: keine SchonzeitMai: keine SchonzeitJun: keine SchonzeitJul: keine SchonzeitAug: keine SchonzeitSep: keine SchonzeitOkt: ½teilweise SchonzeitNov: SSchonzeitDez: SSchonzeit20. Oktober – 15. März
HessenJan: SSchonzeitFeb: SSchonzeitMär: SSchonzeitApr: keine SchonzeitMai: keine SchonzeitJun: keine SchonzeitJul: keine SchonzeitAug: keine SchonzeitSep: keine SchonzeitOkt: SSchonzeitNov: SSchonzeitDez: SSchonzeit1. Oktober – 31. März
Rheinland-PfalzJan: SSchonzeitFeb: SSchonzeitMär: ½teilweise SchonzeitApr: keine SchonzeitMai: keine SchonzeitJun: keine SchonzeitJul: keine SchonzeitAug: keine SchonzeitSep: keine SchonzeitOkt: ½teilweise SchonzeitNov: SSchonzeitDez: SSchonzeit15. Oktober – 15. März
SaarlandJan: SSchonzeitFeb: SSchonzeitMär: SSchonzeitApr: keine SchonzeitMai: keine SchonzeitJun: keine SchonzeitJul: keine SchonzeitAug: keine SchonzeitSep: keine SchonzeitOkt: SSchonzeitNov: SSchonzeitDez: SSchonzeit1. Oktober – 31. März
ThüringenJan: SSchonzeitFeb: SSchonzeitMär: SSchonzeitApr: keine SchonzeitMai: keine SchonzeitJun: keine SchonzeitJul: keine SchonzeitAug: keine SchonzeitSep: keine SchonzeitOkt: SSchonzeitNov: SSchonzeitDez: SSchonzeit1. Oktober – 31. März
Mecklenburg-VorpommernJan: SSchonzeitFeb: SSchonzeitMär: SSchonzeitApr: keine SchonzeitMai: keine SchonzeitJun: keine SchonzeitJul: keine SchonzeitAug: keine SchonzeitSep: keine SchonzeitOkt: SSchonzeitNov: SSchonzeitDez: SSchonzeit1. Oktober – 31. März
Schleswig-HolsteinJan: SSchonzeitFeb: SSchonzeitMär: keine SchonzeitApr: keine SchonzeitMai: keine SchonzeitJun: keine SchonzeitJul: keine SchonzeitAug: keine SchonzeitSep: keine SchonzeitOkt: SSchonzeitNov: SSchonzeitDez: SSchonzeit1. Oktober – 28. Februar
HamburgJan: SSchonzeitFeb: ½teilweise SchonzeitMär: keine SchonzeitApr: keine SchonzeitMai: keine SchonzeitJun: keine SchonzeitJul: keine SchonzeitAug: keine SchonzeitSep: keine SchonzeitOkt: ½teilweise SchonzeitNov: SSchonzeitDez: SSchonzeit15. Oktober – 15. Februar
BremenJan: SSchonzeitFeb: SSchonzeitMär: ½teilweise SchonzeitApr: keine SchonzeitMai: keine SchonzeitJun: keine SchonzeitJul: keine SchonzeitAug: keine SchonzeitSep: keine SchonzeitOkt: ½teilweise SchonzeitNov: SSchonzeitDez: SSchonzeit15. Oktober – 15. März
NiedersachsenJan: SSchonzeitFeb: ½teilweise SchonzeitMär: keine SchonzeitApr: keine SchonzeitMai: keine SchonzeitJun: keine SchonzeitJul: keine SchonzeitAug: keine SchonzeitSep: keine SchonzeitOkt: ½teilweise SchonzeitNov: SSchonzeitDez: SSchonzeit15. Oktober – 15. Februar
Sachsen-AnhaltJan: SSchonzeitFeb: SSchonzeitMär: SSchonzeitApr: keine SchonzeitMai: keine SchonzeitJun: keine SchonzeitJul: keine SchonzeitAug: keine SchonzeitSep: ½teilweise SchonzeitOkt: SSchonzeitNov: SSchonzeitDez: SSchonzeit15. September – 31. März
SachsenJan: SSchonzeitFeb: SSchonzeitMär: SSchonzeitApr: SSchonzeitMai: keine SchonzeitJun: keine SchonzeitJul: keine SchonzeitAug: keine SchonzeitSep: keine SchonzeitOkt: SSchonzeitNov: SSchonzeitDez: SSchonzeit1. Oktober – 30. April

S Schonzeit den ganzen Monat · ½ Schonzeit in einem Teil des Monats · leer: keine Schonzeit

Quelle: Landesverordnung Brandenburg, Landesverordnung Berlin, Landesverordnung Bayern, Landesverordnung Baden-Württemberg, Landesverordnung Nordrhein-Westfalen, Landesverordnung Hessen, Landesverordnung Rheinland-Pfalz, Landesverordnung Saarland, Landesverordnung Thüringen, Landesverordnung Mecklenburg-Vorpommern, Landesverordnung Schleswig-Holstein, Landesverordnung Hamburg, Landesverordnung Bremen, Landesverordnung Niedersachsen, Landesverordnung Sachsen-Anhalt, Landesverordnung Sachsen. Nur geprüfte Regeln.

Dazu kommen Regeln für ganze Gewässer: In Rheinland-Pfalz ist in allen offenen Gewässern ohne Frühjahrsschonzeit vom 15. Oktober bis 15. März jeglicher Fischfang verboten (§ 19 Landesfischereiordnung). In Schleswig-Holstein gilt in 44 Fließgewässerstrecken der Anlage 3 vom 1. Oktober bis 31. Dezember ein Fischfangverbot (§ 5 BiFVO). In Bremen dürfen Bachforellen nur entnommen werden, wenn sie nachweislich besetzt wurden oder bestandsstützende Maßnahmen laufen (§ 3 Abs. 1, § 4 Abs. 1 Binnenfischereiverordnung). Alle Mindestmaße findest du unter Schonzeit und Mindestmaß Bachforelle.

Die Bachforelle im Jahresverlauf

Jahreszeit Was belegt ist Was das fürs Angeln heißt
Spätherbst und Winter Laichzeit je nach Region zwischen Oktober und März. Laichgeschäft bei 1 bis 10 °C, Laichgruben auf kiesigen, schnell überströmten Flachstellen kleiner Nebenbäche. Schonzeit. Laichplätze nicht betreten.
Frühjahr Eier brauchen rund 460 Tagesgrade bis zum Schlupf, etwa 100 Tage bei 4,6 °C; danach 4 bis 6 Wochen Dottersackphase im Kies. Saisonstart je nach Land. Wasser noch kalt, langsam fischen.
Frühsommer Adulte bevorzugen 9 bis 19 °C. Oft die beste Zeit: Wasser im Wohlfühlbereich, viele Insekten.
Hochsommer Über 20 °C eingeschränkter Bereich für Salmoniden; kritische Maximaltemperaturen 23 bis 27 °C je nach Quelle. In Südbayern seit Ende der 1990er Jahre Bachforellensterben im Sommer und Herbst gemeldet. Nur in kühlen Morgenstunden fischen, bei Hitze besser pausieren.
Frühherbst Beginn der Wanderung in kleinere Nebenbäche zum Laichen. Bis zum Schonzeitbeginn oft gute Fänge – Anglererfahrung.

Quellen: DAFV (2005, 2013), LFV Bayern, van Treeck und Wolter (IGB/LAWA 2021), IfB Potsdam-Sacrow (2008), Temperatur-Steckbriefe NRW (Entwurf). Bei der Laichzeit weichen die Quellen ab: „Spätherbst und Winter“ (DAFV 2005), Oktober bis März (DAFV 2013), Oktober bis Februar (LFV Bayern).

Die beste Tageszeit

Hier widersprechen sich die Quellen offen. FishBase bezeichnet die Art als überwiegend tagaktiv. Eine Radiotelemetrie-Studie an 98 adulten Bachforellen über sieben Jahre fand dagegen die geringste Bewegung am Tag. Größere Fische bewegten sich dabei mehr als kleinere, in dichten Beständen mit hoher Ortstreue weniger. Bewegung ist allerdings nicht dasselbe wie Fressen. Aus der Praxis haben sich der frühe Morgen und der Abend bewährt, im Sommer besonders. Das ist Anglererfahrung, keine Messung.

Wassertemperatur und Sauerstoff

Wassertemperatur und Bachforelle
Bevorzugter Bereich Adulter, unten9 °C
Bevorzugter Bereich Adulter, oben19 °C
Eingeschränkter Bereich ab20 °C
Letal nach NRW-Steckbrief ab23 °C
Obere Letaltemperatur nach IGB/LAWA27 °C

van Treeck und Wolter 2021 (IGB/LAWA), IfB Potsdam-Sacrow 2008, Temperatur-Steckbriefe NRW (Entwurf). Die Angaben zur Letaltemperatur weichen deutlich voneinander ab.

Forellenartige gehören zu den gegenüber Sauerstoffmangel empfindlichen Fischen: Das Optimum liegt ab 7 mg Sauerstoff je Liter, der untere kritische Bereich bei 4 mg/l. Für die Praxis heißt das: Warmes, langsam fließendes Wasser im Hochsommer ist schlechtes Forellenwasser. Ein gedrillter Fisch erholt sich dann schwerer. Viele Angler verzichten bei hohen Wassertemperaturen deshalb ganz auf das Forellenangeln – eine redaktionelle Empfehlung, die sich aus den Temperaturgrenzen ableitet.

Beißzeiten nach Gewässertyp

Wie warm ein Forellengewässer im Sommer wird, hängt von Beschattung, Quellwasser, Gefälle und Verbauung ab. Das ist Physik und Gewässerkunde, keine Forellenbiologie – aber es entscheidet über die Beißzeiten:

  • Kleine, beschattete Mittelgebirgsbäche bleiben lange kühl. Hier ist oft die ganze Saison über Forellenwasser.
  • Größere, offene Flüsse erwärmen sich im Sommer stärker. Dort sind Frühjahr, Frühsommer und Herbst die besten Zeiten.
  • Stauhaltungen und verbaute Abschnitte werden besonders warm. Unterhalb von Wehren ist das Wasser oft sauerstoffreicher.
  • Seen mit Zufluss haben im Sommer kühleres Tiefenwasser, im Herbst ziehen die Forellen in die Zuflüsse.

Warum Hitze kritisch ist

Die Bachforelle gilt als Schirmart für die Bewertung von Wassertemperaturen: Als Herbstlaicher integriert sie die Temperatursumme des Winters, und ihre Eier sind das empfindlichste Stadium. Zu warme Winter führen zu verfrühtem Schlupf unter ungünstigen Bedingungen. Für Jungfische wirken Temperaturen über 19,5 °C einschränkend. Wer im Hochsommer bei warmem Wasser eine Forelle drillt, belastet den Fisch zusätzlich – ein Grund mehr, dann auf die kühlen Morgenstunden auszuweichen oder zu pausieren.

So planst du deinen Angeltag

  1. Schonzeit, Mindestmaß und Kunstköderregeln deines Landes prüfen, zum Beispiel mit dem Schonzeit-Checker.
  2. Die Wassertemperatur messen – über 20 °C lieber nicht auf Forelle fischen.
  3. Im Sommer den frühen Morgen einplanen.
  4. Nach Regen auf steigendes, leicht trübes Wasser achten – dann fängt der Wurm oft gut (Anglererfahrung).
  5. Fänge mit Datum, Uhrzeit, Wassertemperatur und Wasserstand notieren.

Wetter, Wasserstand und Mond

Zum Einfluss von Luftdruck, Wind und Wetter auf die Bissfreude der Bachforelle haben wir keine Fachquelle gefunden. Die Telemetrie-Studie oben fand die geringste Bewegung bei Vollmond – über Bisse sagt das nichts aus. Häufig genannte Anglererfahrungen, ungesichert:

  • leicht steigendes, angetrübtes Wasser nach Regen ist gut für Naturköder,
  • bedeckter Himmel ist an hellen Sommertagen besser als pralle Sonne,
  • Insektenschlupf am Abend bringt Forellen an die Oberfläche.

Welche Köder zu welcher Zeit passen, steht unter Bachforelle-Köder, die passenden Plätze unter Bachforelle-Standplätze.

Häufige Fragen

Wann ist Forellensaison?

Je nach Land ab Mitte Februar bis Anfang Mai bis zum Herbst. Die Schonzeit beginnt zwischen dem 15. September und dem 20. Oktober und endet zwischen dem 15. Februar und dem 30. April.

Bei welcher Wassertemperatur beißen Bachforellen?

Adulte Bachforellen bevorzugen 9 bis 19 °C. Über 20 °C gilt das Wasser für Salmoniden als eingeschränkt, ab etwa 23 bis 27 °C wird es je nach Quelle tödlich.

Beißen Forellen morgens oder abends besser?

Die Quellen widersprechen sich: FishBase nennt die Art überwiegend tagaktiv, eine Telemetrie-Studie fand die geringste Bewegung am Tag. Viele Angler fischen morgens und abends, im Sommer vor allem früh.

Beeinflusst der Mond die Bachforelle?

Eine Telemetrie-Studie fand bei Vollmond die geringste Bewegung. Ob das die Bisse beeinflusst, ist nicht belegt.

Schonzeiten immer im Blick – in der App: jetzt kostenlos sichern ↑