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Barbe · Beißzeiten

Barben-Beißzeiten: Wann Barben fressen

Von der Redaktion anglerkompass · Stand: September 2026 · 4 Min. Lesezeit

Kurz gesagt

Barben beißen am besten von Frühsommer bis Herbst, am Tag vor allem in der Dämmerung. Dann ziehen sie aus tiefen, ruhigen Tagesplätzen in flachere, stärker durchströmte Bereiche. Von Oktober bis März halten sie meist Winterruhe. Fast alle Länder schützen die Barbe während der Laichzeit, drei Länder sogar ganzjährig.

DämmerungAktivitätsphase bei ausreichender Temperatur
Mai bis JuliLaichzeit laut FishBase und LFV Bayern
Oktober bis Märzmeist Winterruhe
3 Ländermit ganzjährigem Schutz

Die kurze Antwort

Die beste Zeit für Barben ist die warme Jahreszeit nach der Schonzeit, am Tag die Dämmerung. Barben stehen tagsüber meist wenig aktiv an tieferen, strömungsarmen Stellen und wechseln in der Abenddämmerung zur Nahrungssuche in flachere, stärker durchströmte Bereiche. Im Winter ruhen sie. Was darüber hinaus über Wetter, Luftdruck und Mond erzählt wird, ist Anglererfahrung – dazu weiter unten mehr.

Schonzeiten im Jahresverlauf

Die Barbe ist in fast allen Ländern geregelt, und die Schonzeiten fallen in ihre Laichzeit. Sie unterscheiden sich stark: In Nordrhein-Westfalen dauert sie nur vom 15. Mai bis 15. Juni (§ 2 Nr. 5 LFischVO), in Thüringen vom 1. April bis 31. August (§ 1 Abs. 1 ThürFischAVO). In Berlin (Anlage 1 LFischO) und Schleswig-Holstein (Anlage 1 BiFVO) ist die Barbe ganzjährig geschont, in den Binnengewässern Mecklenburg-Vorpommerns gilt ein Aneignungsverbot (§ 3 Nr. 2 BiFVO M-V). Niedersachsen setzt nur ein Mindestmaß von 35 cm fest, keine Schonzeit (§ 3 Abs. 1 BiFischO).

Wann die Barbe geschont ist
BundeslandJanFebMärAprMaiJunJulAugSepOktNovDezZeitraum
BrandenburgJan: keine SchonzeitFeb: keine SchonzeitMär: keine SchonzeitApr: keine SchonzeitMai: SSchonzeitJun: SSchonzeitJul: SSchonzeitAug: keine SchonzeitSep: keine SchonzeitOkt: keine SchonzeitNov: keine SchonzeitDez: keine Schonzeit1. Mai – 31. Juli
BerlinJan: SSchonzeitFeb: SSchonzeitMär: SSchonzeitApr: SSchonzeitMai: SSchonzeitJun: SSchonzeitJul: SSchonzeitAug: SSchonzeitSep: SSchonzeitOkt: SSchonzeitNov: SSchonzeitDez: SSchonzeit1. Januar – 31. Dezember
BayernJan: keine SchonzeitFeb: keine SchonzeitMär: keine SchonzeitApr: keine SchonzeitMai: SSchonzeitJun: SSchonzeitJul: keine SchonzeitAug: keine SchonzeitSep: keine SchonzeitOkt: keine SchonzeitNov: keine SchonzeitDez: keine Schonzeit1. Mai – 30. Juni
Baden-WürttembergJan: keine SchonzeitFeb: keine SchonzeitMär: keine SchonzeitApr: keine SchonzeitMai: SSchonzeitJun: ½teilweise SchonzeitJul: keine SchonzeitAug: keine SchonzeitSep: keine SchonzeitOkt: keine SchonzeitNov: keine SchonzeitDez: keine Schonzeit1. Mai – 15. Juni
Nordrhein-WestfalenJan: keine SchonzeitFeb: keine SchonzeitMär: keine SchonzeitApr: keine SchonzeitMai: ½teilweise SchonzeitJun: ½teilweise SchonzeitJul: keine SchonzeitAug: keine SchonzeitSep: keine SchonzeitOkt: keine SchonzeitNov: keine SchonzeitDez: keine Schonzeit15. Mai – 15. Juni
HessenJan: keine SchonzeitFeb: keine SchonzeitMär: keine SchonzeitApr: keine SchonzeitMai: SSchonzeitJun: SSchonzeitJul: keine SchonzeitAug: keine SchonzeitSep: keine SchonzeitOkt: keine SchonzeitNov: keine SchonzeitDez: keine Schonzeit1. Mai – 30. Juni
Rheinland-PfalzJan: keine SchonzeitFeb: keine SchonzeitMär: keine SchonzeitApr: keine SchonzeitMai: SSchonzeitJun: ½teilweise SchonzeitJul: keine SchonzeitAug: keine SchonzeitSep: keine SchonzeitOkt: keine SchonzeitNov: keine SchonzeitDez: keine Schonzeit1. Mai – 15. Juni
SaarlandJan: keine SchonzeitFeb: keine SchonzeitMär: ½teilweise SchonzeitApr: SSchonzeitMai: SSchonzeitJun: ½teilweise SchonzeitJul: keine SchonzeitAug: keine SchonzeitSep: keine SchonzeitOkt: keine SchonzeitNov: keine SchonzeitDez: keine Schonzeit15. März – 15. Juni
ThüringenJan: keine SchonzeitFeb: keine SchonzeitMär: keine SchonzeitApr: SSchonzeitMai: SSchonzeitJun: SSchonzeitJul: SSchonzeitAug: SSchonzeitSep: keine SchonzeitOkt: keine SchonzeitNov: keine SchonzeitDez: keine Schonzeit1. April – 31. August
Mecklenburg-VorpommernJan: SSchonzeitFeb: SSchonzeitMär: SSchonzeitApr: SSchonzeitMai: SSchonzeitJun: SSchonzeitJul: SSchonzeitAug: SSchonzeitSep: SSchonzeitOkt: SSchonzeitNov: SSchonzeitDez: SSchonzeit1. Januar – 31. Dezember
Schleswig-HolsteinJan: SSchonzeitFeb: SSchonzeitMär: SSchonzeitApr: SSchonzeitMai: SSchonzeitJun: SSchonzeitJul: SSchonzeitAug: SSchonzeitSep: SSchonzeitOkt: SSchonzeitNov: SSchonzeitDez: SSchonzeit1. Januar – 31. Dezember
NiedersachsenJan: keine SchonzeitFeb: keine SchonzeitMär: keine SchonzeitApr: keine SchonzeitMai: keine SchonzeitJun: keine SchonzeitJul: keine SchonzeitAug: keine SchonzeitSep: keine SchonzeitOkt: keine SchonzeitNov: keine SchonzeitDez: keine Schonzeitkeine Schonzeit
Sachsen-AnhaltJan: keine SchonzeitFeb: keine SchonzeitMär: keine SchonzeitApr: SSchonzeitMai: SSchonzeitJun: SSchonzeitJul: keine SchonzeitAug: keine SchonzeitSep: keine SchonzeitOkt: keine SchonzeitNov: keine SchonzeitDez: keine Schonzeit1. April – 30. Juni
SachsenJan: keine SchonzeitFeb: keine SchonzeitMär: keine SchonzeitApr: ½teilweise SchonzeitMai: SSchonzeitJun: SSchonzeitJul: keine SchonzeitAug: keine SchonzeitSep: keine SchonzeitOkt: keine SchonzeitNov: keine SchonzeitDez: keine Schonzeit15. April – 30. Juni

S Schonzeit den ganzen Monat · ½ Schonzeit in einem Teil des Monats · leer: keine Schonzeit

Quelle: Landesverordnung Brandenburg, Landesverordnung Berlin, Landesverordnung Bayern, Landesverordnung Baden-Württemberg, Landesverordnung Nordrhein-Westfalen, Landesverordnung Hessen, Landesverordnung Rheinland-Pfalz, Landesverordnung Saarland, Landesverordnung Thüringen, Landesverordnung Mecklenburg-Vorpommern, Landesverordnung Schleswig-Holstein, Landesverordnung Niedersachsen, Landesverordnung Sachsen-Anhalt, Landesverordnung Sachsen. Nur geprüfte Regeln.

Hamburg und Bremen regeln die Barbe in ihren Verordnungen nicht; dort gelten die Bedingungen der Angelkarte. Zusätzlich gibt es allgemeine Schonzeiten: In Rheinland-Pfalz ist vom 15. Oktober bis 15. März in offenen Gewässern ohne Frühjahrsschonzeit jeder Fischfang verboten (§ 19 Landesfischereiordnung). Die Regeln je Land findest du unter Angelregeln.

Barbe im Jahresverlauf

Jahreszeit Was belegt ist Was das fürs Angeln heißt
Winter Winterruhe meist Oktober bis März in tieferen, strömungsberuhigten Abschnitten. Aktivität verschiebt sich in die wärmste Tageszeit. Wenige Plätze, kurze Beißphasen am Nachmittag.
Frühjahr Laichwanderung flussaufwärts, oft in großen Schwärmen, teils über weite Strecken. In den meisten Ländern Schonzeit.
Laichzeit Mai bis Juli, nach BUND Altötting Mai bis Juni. Meist tagsüber auf flachen, stark überströmten Kiesflächen. Laichende Fische in Ruhe lassen.
Sommer Aktivität in der Dämmerung, Wechsel in flachere, durchströmte Bereiche. Vorzugsbereich 14 bis 23 °C, ab 27 °C tödlicher Bereich (Entwurf). Beste Zeit, vor allem abends.
Herbst Wanderungen stromab in Richtung Winterquartier. Gute Fänge, bis das Wasser deutlich abkühlt – Anglererfahrung.

Quellen: LAVES Niedersachsen 2011, FishBase, Landesfischereiverband Bayern, DAFV, Wagner & Lemcke 2003 (LFA M-V), Temperatur-Steckbriefe NRW (Entwurf). Die Angaben zur Laichzeit weichen je nach Quelle ab.

Laichzeit und Temperatur

Die Temperatur-Steckbriefe aus NRW nennen Laichtemperaturen von 8 bis 23 °C, die meisten Angaben überschneiden sich bei 15 bis 20 °C. Die Eier entwickeln sich am besten bei 16 bis 21 °C. Das Dokument ist ein Entwurf, und die Datenlage für erwachsene Barben ist laut Dokument unzureichend. Das LAVES beschreibt die Barbe zudem als tolerant gegenüber höheren Wassertemperaturen. Maßgeblich ist das Wasser deines Flusses, nicht der Kalender.

Wassertemperatur und Barbe
Laichoptimum, Untergrenze15 °C
Laichoptimum, Obergrenze20 °C
Vorzugsbereich Adulte, Obergrenze23 °C
Beginn des tödlichen Bereichs27 °C

Literaturwerte nach den Temperatur-Steckbriefen Fischarten NRW (Entwurf). Die Datenlage für Adulte ist laut Dokument unzureichend.

Die beste Tageszeit

Hier sind sich die Quellen einig. Das LAVES beschreibt eine Tagstation an tieferen, strömungsarmen Stellen und eine Nachtstation in flacheren, stärker durchströmten Bereichen, zu der die Barben in der Abenddämmerung wechseln. Beide können mehrere hundert Meter auseinanderliegen. Die Literaturstudie der Landesforschungsanstalt Mecklenburg-Vorpommern ergänzt: Bei ausreichender Temperatur liegen die Aktivitätsphasen in der Dämmerung, bei sinkender Temperatur verschiebt sich die Aktivität in die Tageszeit, deren Temperatur dem Optimum am nächsten kommt.

Für die Praxis heißt das: Im Sommer sind Abenddämmerung und Morgendämmerung die sichersten Zeiten. Im Spätherbst und Winter lohnen sich eher die wärmsten Stunden am Nachmittag. Nachtangeln ist nicht überall erlaubt – im Saarland ist das Fischen bei Nacht grundsätzlich verboten, in geschlossenen Gewässern erst ab 5 ha; der Fischereiverband Saar kann Ausnahmen zulassen (§ 10 LFO), viele Vereine regeln das in ihren Gewässerordnungen.

Barben bei Hitze

Das LAVES beschreibt die Barbe als tolerant gegenüber höheren Wassertemperaturen. Die Temperatur-Steckbriefe aus NRW nennen dagegen 17 bis 21 °C als optimale Sommertemperatur im Juli und empfehlen, dass im Mai im Mittel 18,7 °C und im Juni etwa 19,6 °C nicht überschritten werden. Das ist kein echter Widerspruch, sondern ein anderer Blickwinkel: Die Barbe hält warmes Wasser aus, fühlt sich darin aber nicht am wohlsten. In heißen Sommerwochen lohnen sich deshalb die kühlsten Stunden in der Morgendämmerung und Strecken mit kräftiger Strömung, in denen das Wasser besser durchmischt ist. Das ist eine Ableitung aus den Temperaturangaben, keine gemessene Beißzeit.

Beißzeiten nach Gewässertyp

  • Kleinere Flüsse reagieren schnell auf Wetter und Wasserstand. Hier ist die Saison oft kürzer, aber intensiver.
  • Große Flüsse haben gleichmäßigere Temperaturen. Barben lassen sich hier oft bis in den Spätherbst fangen.
  • Staustufen und Wehre sammeln wandernde Fische. Im Umkreis von Fischwegen ist das Angeln aber verboten, in Sachsen etwa im Umkreis von 30 m (§ 10 Abs. 2 SächsFischVO).

Das ist Physik und Anglererfahrung, keine gemessene Barbenbiologie.

So planst du deinen Angeltag

  1. Schonzeit und Mindestmaß prüfen, zum Beispiel mit dem Schonzeit-Checker.
  2. Die Abenddämmerung einplanen, im Herbst eher den Nachmittag.
  3. Den Futterplatz früh anlegen und gleichmäßig halten – Lockfutter-Regeln beachten.
  4. Wassertemperatur messen und notieren.
  5. Fänge mit Datum, Uhrzeit, Wasserstand und Wetter aufschreiben.

Wetter, Luftdruck und Mond

Zum Einfluss von Luftdruck, Wind und Mondphase auf die Barbe haben wir keine Fachquelle gefunden. Was du dazu liest, ist ungesicherte Anglererfahrung. Häufig genannt werden:

  • leicht steigendes, angetrübtes Wasser nach Regen,
  • schlechtere Fänge nach einem plötzlichen Kälteeinbruch,
  • warme, bedeckte Sommerabende.

Ein eigenes Fangbuch sagt mehr als jede allgemeine Regel. Welche Köder zur Jahreszeit passen, steht unter Barben-Köder, die passenden Plätze unter Barben-Standplätze.

Häufige Fragen

Wann beißen Barben am besten?

Von Frühsommer bis Herbst nach der Schonzeit, am Tag vor allem in der Dämmerung. Dann wechseln Barben in flachere, stärker durchströmte Bereiche, um Nahrung zu suchen.

Wann hat die Barbe Schonzeit?

Das hängt vom Land ab, meist in Mai und Juni. In Thüringen dauert sie vom 1. April bis 31. August, in Berlin und Schleswig-Holstein ist die Barbe ganzjährig geschont.

Kann man Barben im Winter fangen?

Selten. Barben halten meist von Oktober bis März Winterruhe in tieferen, ruhigen Abschnitten. Ihre Aktivität verschiebt sich dann in die wärmste Tageszeit, oft den Nachmittag.

Beeinflusst der Mond die Barben?

Dazu haben wir keine Fachquelle gefunden. Aussagen über Mond, Luftdruck und Wetter sind Anglererfahrung und nicht belegt.

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