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Barsch · Beißzeiten

Barsch-Beißzeiten: Tageszeit und Saison

Von der Redaktion anglerkompass · Stand: September 2026 · 4 Min. Lesezeit

Kurz gesagt

Barsche sind tag- und dämmerungsaktiv und fressen vor allem bei Sonnenaufgang und Sonnenuntergang – das sind die besten Zeiten. Über das Jahr ist der Spätsommer und Herbst am stärksten: In einer Baggersee-Studie gab es im September die meisten und größten Barsche. Im Winter sind Barsche weniger aktiv und stehen tiefer.

DämmerungHauptfresszeit bei Sonnenauf- und -untergang
Septembermeiste und größte Barsche in einer Baggersee-Studie
6–8 °CWassertemperatur zum Laichbeginn
22–24 °Coptimale Temperatur für Wachstum

Was über die Aktivität des Barschs bekannt ist

Beim Barsch sind sich die Quellen weitgehend einig: Er ist ein tagaktiver, opportunistischer Räuber, der hauptsächlich bei Sonnenaufgang und Sonnenuntergang frisst. Die Monografie von Eckmann und Schleuter-Hofmann beschreibt ihn als tag- und dämmerungsaktiv und hält fest, dass er während der Dämmerung am besten zu fangen ist. Nachts sind Barsche dagegen kaum unterwegs – anders als der Zander.

Junge Barsche leben in Schwärmen, ältere und größere Tiere eher als Einzelgänger. Oft jagen Barsche in Gruppen und treiben Beutefische zusammen. Standorttreu sind sie nicht besonders, und je nach Gewässer führen sie tägliche Wanderungen zwischen Freiwasser und Uferzone durch. Die Beißzeit an einem Platz kann deshalb davon abhängen, wann ein Trupp vorbeizieht.

Wann der Barsch geschont ist

Anders als Zander und Hecht hat der Barsch in den meisten Ländern keine gesetzliche Schonzeit. Von den Landesverordnungen, die wir geprüft haben, schont nur Bremen den Barsch – vom 1. Februar bis 15. Mai. Hamburg setzt ein Entnahmefenster von 10 bis 35 cm, Mecklenburg-Vorpommern ein Mindestmaß. Der Kalender zeigt diese Länder:

Barsch: Schonzeit je Monat in den Ländern mit Regelung
BundeslandJanFebMärAprMaiJunJulAugSepOktNovDezZeitraum
BremenJan: keine SchonzeitFeb: SSchonzeitMär: SSchonzeitApr: SSchonzeitMai: ½teilweise SchonzeitJun: keine SchonzeitJul: keine SchonzeitAug: keine SchonzeitSep: keine SchonzeitOkt: keine SchonzeitNov: keine SchonzeitDez: keine Schonzeit1. Februar – 15. Mai
HamburgJan: keine SchonzeitFeb: keine SchonzeitMär: keine SchonzeitApr: keine SchonzeitMai: keine SchonzeitJun: keine SchonzeitJul: keine SchonzeitAug: keine SchonzeitSep: keine SchonzeitOkt: keine SchonzeitNov: keine SchonzeitDez: keine Schonzeitkeine Schonzeit
Mecklenburg-VorpommernJan: keine SchonzeitFeb: keine SchonzeitMär: keine SchonzeitApr: keine SchonzeitMai: keine SchonzeitJun: keine SchonzeitJul: keine SchonzeitAug: keine SchonzeitSep: keine SchonzeitOkt: keine SchonzeitNov: keine SchonzeitDez: keine Schonzeitkeine Schonzeit

S Schonzeit den ganzen Monat · ½ Schonzeit in einem Teil des Monats · leer: keine Schonzeit

Quelle: Landesverordnung Bremen, Landesverordnung Hamburg, Landesverordnung Mecklenburg-Vorpommern. Nur geprüfte Regeln.

Die Gewässerordnung deiner Angelkarte kann strenger sein. Beachte außerdem die Raubfischköderverbote im Frühjahr, etwa in Berlin, Sachsen, Bremen und Hamburg – sie gelten auch beim Barschangeln. Alle Regeln findest du unter Angelregeln, etwa für Bremen und Hamburg. Für dein Gewässer hilft der Schonzeit-Checker.

Der Barsch im Jahresverlauf

Die Tabelle fasst zusammen, was die Biologie über das Verhalten im Jahr sagt. Die rechte Spalte ist unsere redaktionelle Einschätzung für die Praxis.

Zeitraum Verhalten (belegt) Für die Praxis (redaktionell)
Dezember–Februar Weniger aktiv, Rückzug in größere Tiefen. Aus der Aquakultur ist bekannt: Eine Winterung unter 6 bis 8 °C ist Voraussetzung für die spätere Vermehrung. Langsam und tief fischen, kleine Köder, lange Pausen.
März–Mai Laichzeit, sobald sich das Wasser auf etwa 6 bis 8 °C erwärmt. Laichbänder an Pflanzen und untergetauchten Ästen; kurze Laichwanderungen möglich. Laichplätze schonen. In Bremen Schonzeit, in mehreren Ländern Raubfischköderverbote.
Juni–August Adulte wachsen ab etwa 14 bis 16 °C, am besten bei 22 bis 24 °C. Die Jungbarsche des Jahres ziehen ans Ufer und werden selbst zur Beute. Früh morgens und abends; Barsche jagen oft in Gruppen im Flachen.
September–Oktober In einer Baggersee-Studie im September die meisten und größten Barsche, fast nur Weibchen mit Fisch im Magen – Deutung: Reserven für die Eireifung im Winter. Beste Zeit für große Barsche, Fischimitate bevorzugen.
November Übergang in die Wintertiefe. Kanten und tiefere Bereiche absuchen.

Verhalten nach DAFV 2023, Eckmann & Schleuter-Hofmann 2013 und FishBase. Die Baggersee-Studie stammt von einem einzelnen Gewässer; andere Gewässer können abweichen.

Zur Laichzeit nennen die Quellen unterschiedliche Spannen: der DAFV März bis Juni, Kottelat und Freyhof Februar bis Juli. Auch bei der Temperatur gibt es kleine Unterschiede – FishBase nennt 7 bis 8 °C, das Aquakultur-Kapitel des DAFV einen Anstieg auf 6 bis 8 °C. Gemeinsam ist beiden: Der Barsch laicht früh im Jahr, sobald sich das Wasser nach dem Winter erwärmt.

Die beste Tageszeit

Für die Praxis ergibt sich eine einfache Faustregel:

  • Morgen- und Abenddämmerung: die Hauptfresszeiten laut Fachliteratur – hier lohnt sich der Einsatz am meisten.
  • Tagsüber: Barsche sind auch am Tag aktiv. Große Barsche stehen dann nach Anglererfahrung oft tiefer, an Kanten und im Schatten von Stegen.
  • Nachts: die ruhigste Zeit. Gezieltes Nachtangeln auf Barsch lohnt sich kaum.

Ob sich das Muster mit der Jahreszeit verschiebt, ist für den Barsch nicht so genau untersucht wie für den Hecht. Wir geben deshalb keine Uhrzeiten je Monat an.

Kleine und große Barsche beißen anders

Junge Barsche leben in Schwärmen und fressen Zooplankton und Bodentiere; erst ab etwa 12 cm stellen sie im Schnitt auf Fisch um. Ältere, größere Barsche leben eher als Einzelgänger und fressen überwiegend Fisch. Wer an einer Stelle viele kleine Barsche fängt, hat also meist einen Schwarm Jungfische gefunden – die großen stehen oft tiefer oder an anderen Plätzen.

In manchen Gewässern bleiben Barsche insgesamt klein. Bei Nahrungsmangel verbutten sie und werden schon mit 5 bis 8 cm geschlechtsreif. Dort helfen auch perfekte Beißzeiten nicht zu großen Fischen. Starker Kannibalismus führt zudem oft zu großen Schwankungen der Bestände: Ein Jahr mit vielen Barschen kann auf ein schwaches folgen.

Wetter, Luftdruck und Mond

Zu Wetter, Luftdruck und Mondphasen haben wir für den Barsch keine belastbare Untersuchung gefunden. Regeln wie „bei stabilem Hochdruck beißen Barsche besser“ sind ungesicherte Anglererfahrung. Was Studien zu Luftdruck, Mond und Wind tatsächlich zeigen, fassen wir unter Luftdruck, Mondphase und Wind zusammen. Unser Beißindex rechnet mit einfachen, offen beschriebenen Regeln und ist ausdrücklich eine Prognose, keine Garantie. Belegt ist nur der Einfluss der Wassertemperatur auf Wachstum und Laichzeit – daraus lässt sich ableiten, dass Barsche im warmen Wasser mehr fressen als im kalten, aber keine Tagesprognose.

So nutzt du die Beißzeiten

  • Plane deine Angeltage um Sonnenaufgang und Sonnenuntergang.
  • Nutze den Spätsommer und Herbst für große Barsche – mit Fischimitaten, siehe Barsch-Köder.
  • Such im Winter die Tiefe. Wo du Barsche im Jahresverlauf findest, steht unter Barsch-Standplätze.
  • Bleib bei einem Biss am Platz: Barsche jagen oft in Gruppen.

Häufige Fragen

Wann beißen Barsche am besten?

In der Morgen- und Abenddämmerung. Barsche sind tag- und dämmerungsaktiv und fressen vor allem bei Sonnenaufgang und Sonnenuntergang.

Wann ist die beste Jahreszeit für Barsch?

Spätsommer und Herbst. In einer Baggersee-Studie gab es im September die meisten und größten Barsche. Im Winter sind Barsche weniger aktiv und stehen tiefer.

Hat der Barsch eine Schonzeit?

In den meisten Ländern nicht. Von den geprüften Landesverordnungen schont nur Bremen den Barsch vom 1. Februar bis 15. Mai. Gewässerordnungen können strenger sein.

Beißen Barsche nachts?

Kaum. Barsche sind tag- und dämmerungsaktiv; nachts ist ihre Aktivität gering.

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