Brasse · Beißzeiten
Brassen-Beißzeiten: Wann Brassen fressen
Von der Redaktion anglerkompass · Stand: September 2026 · 4 Min. Lesezeit
Kurz gesagt
Brassen beißen am besten von Frühjahr bis Herbst, am Tag vor allem in der Dämmerung und nachts. Fachquellen belegen Aktivitätsspitzen in der Dämmerung und nächtliche Nahrungssuche in seichten Uferbereichen. Im Winter halten Brassen in großen Scharen Winterruhe. Kein Bundesland legt für die Brasse eine Schonzeit fest.
Die kurze Antwort
Die beste Zeit für Brassen ist die warme Jahreszeit, am Tag die Dämmerung und die Nacht. Brassen sind gesellige Grundfische, deren Aktivität überwiegend vom Licht gesteuert wird. Im Winter ziehen sie sich in großen Scharen an tiefere Stellen zurück. Was darüber hinaus über Wetter, Luftdruck und Mond erzählt wird, ist Anglererfahrung – dazu weiter unten mehr.
Keine Schonzeit – aber nicht jede Zeit ist frei
Für die Brasse legt keines der 16 Länder eine Schonzeit oder ein Mindestmaß fest. Einen Schonzeit-Kalender gibt es deshalb hier nicht. Bayern führt die Brachse ausdrücklich unter „Fische ohne Schonbestimmungen“ (Anlage Nr. 2.63 AVBayFiG), Schleswig-Holstein nennt den Brassen in Anlage 1 der Binnenfischereiverordnung ohne Mindestmaß und Schonzeit.
Frei angeln kannst du trotzdem nicht immer und überall:
- Gewässerordnungen von Vereinen und Bewirtschaftern können eigene Schonzeiten, Mindestmaße oder Fangbegrenzungen festlegen. Maßgeblich ist deine Angelkarte.
- Allgemeine Schonzeiten gelten für alle Fische: In Rheinland-Pfalz ist vom 15. Oktober bis 15. März in offenen Gewässern ohne Frühjahrsschonzeit jeder Fischfang verboten (§ 19 Landesfischereiordnung); in den Frühjahrsschongewässern wie Rhein und Mosel darfst du vom 15. April bis 31. Mai nur ohne Kunstköder angeln (§ 18). In Schleswig-Holstein gilt vom 1. Oktober bis 31. Dezember eine Winterschonzeit in 44 aufgeführten Fließgewässerstrecken (§ 5 BiFVO mit Anlage 3).
- Nachtangeln ist nicht überall erlaubt. Im Saarland ist das Fischen bei Nacht grundsätzlich verboten, vom 1. April bis 31. Oktober zwischen 23 und 5 Uhr, vom 1. November bis 31. März zwischen 19 und 7 Uhr; in geschlossenen Gewässern gilt das Verbot erst ab 5 ha, und der Fischereiverband Saar kann Ausnahmen zulassen (§ 10 Abs. 1–4 LFO).
Die Regeln deines Landes findest du unter Angelregeln, etwa für Rheinland-Pfalz oder Schleswig-Holstein.
Brassen im Jahresverlauf
| Jahreszeit | Was belegt ist | Was das fürs Angeln heißt |
|---|---|---|
| Winter | Große Ansammlungen in tieferen, geschützten Bereichen, Winterruhe. In Flüssen Überwinterung in Seitengewässern. | Wenige, aber dichte Plätze. Wer sie kennt, fängt mit wenig Futter. |
| Frühjahr | Laichwanderungen: Brassen verlassen teils den See und suchen Zuflüsse oder andere Seen auf, am Rhein Wanderung in Altrheine. | Zuflüsse und Altarme werden interessant. |
| Laichzeit | Mai und Juni oder Mai bis Mitte Juli, an flachen, pflanzenreichen Uferstellen. Oft riesige Schwärme. | Laichende Fische nicht gezielt befischen. |
| Sommer | Bevorzugt sommerwarme Stillgewässer. Nächtliche Nahrungssuche in seichten Uferbereichen. Letaltemperatur für Erwachsene ab 28 °C (Entwurf). | Beste Zeit. Bei Hitze früh morgens und nachts. |
| Herbst | Jungfische wandern besonders im Herbst aus Rheinauen in den Fluss ab. Zum Fressverhalten der Erwachsenen keine Fachquelle gefunden. | Viele Angler berichten von guten Fängen vor dem Winter – Anglererfahrung. |
Quellen: Landesfischereiverband Bayern, Wagner & Lemcke 2003 (LFA M-V), FishBase, Temperatur-Steckbriefe NRW (Entwurf). Die Angaben zur Laichzeit weichen je nach Quelle ab.
Laichzeit und Temperatur
Der Landesfischereiverband Bayern nennt Mai bis Juni, die Landesforschungsanstalt Mecklenburg-Vorpommern Mai bis Mitte Juli. Als Laichtemperatur geben die NRW-Temperatur-Steckbriefe eine weite Spanne von 8 bis 25 °C an, mit einem engeren Optimalbereich von 12 bis 20 °C. Das Dokument ist ein Entwurf. Maßgeblich ist das Wasser deines Gewässers, nicht der Kalendermonat.
Literaturwerte nach den Temperatur-Steckbriefen Fischarten NRW (Entwurf). Die Angaben einzelner Autoren weichen voneinander ab.
Die beste Tageszeit
Die Quellen setzen unterschiedliche Schwerpunkte. Nach dem Landesfischereiverband Bayern sucht die Brasse nachts in seichten Uferbereichen den weichen Grund nach Nahrung ab. Die Literaturstudie der Landesforschungsanstalt Mecklenburg-Vorpommern beschreibt Aktivitätsspitzen in den Dämmerungsphasen, im Freiland wie im Labor, überwiegend vom Licht gesteuert. Die Aktivität steigt dort auch bei Temperaturänderungen oder stark sinkendem Sauerstoff – mehr Bewegung heißt dabei nicht automatisch mehr Fressen.
Für die Praxis heißt das: Die Abenddämmerung bis in die Nacht und die Morgendämmerung sind die sichersten Zeiten, oft in Ufernähe. Tagsüber fängst du Brassen eher an tieferen Stellen und über einem gut gehaltenen Futterplatz – das ist Anglererfahrung.
Beißzeiten nach Gewässertyp
Wie schnell sich ein Gewässer erwärmt, hängt von Tiefe, Größe und Strömung ab. Das ist Physik, keine Brassenbiologie – aber es verschiebt die Saison spürbar:
- Flache Seen und Teiche erwärmen sich im Frühjahr zuerst. Hier beginnt die Saison früh, und hier laichen Brassen oft zuerst.
- Tiefe Seen und Baggerseen reagieren träger. Die Saison beginnt später, reicht im Herbst aber oft länger.
- Flüsse und Kanäle haben durch die Strömung gleichmäßigere Temperaturen. Häfen und Seitenarme sind ruhiger und im Winter die belegten Rückzugsorte.
Brassen im Winter
Im Winter sammeln sich Brassen in großen Scharen an tieferen, geschützten Stellen, in Flüssen in Seitengewässern. Daraus folgt für die Praxis: Die Fische sind nicht verschwunden, sondern stehen auf wenigen Plätzen dicht beisammen. Wer einen solchen Platz kennt, fängt mit feinen Montagen, kleinen Ködern wie einer einzelnen Made und sehr wenig Futter. Die wärmsten Stunden des Tages sind dann oft die beste Zeit – das ist Anglererfahrung. Eisflächen betrittst du nicht.
So planst du deinen Angeltag
- Gewässerordnung und allgemeine Schonzeiten deines Landes prüfen, zum Beispiel mit dem Schonzeit-Checker.
- Die Dämmerung einplanen, wo erlaubt auch die Nacht.
- Den Futterplatz zu Beginn anlegen und in kleinen Portionen halten – Lockfutter-Regeln beachten.
- Im Winter tiefe, geschützte Stellen und Häfen suchen.
- Fänge mit Datum, Uhrzeit, Wassertemperatur und Wetter notieren.
Wetter, Luftdruck und Mond
Zum Einfluss von Luftdruck, Wind und Mondphase auf die Brasse haben wir keine Fachquelle gefunden. Was du dazu liest, ist ungesicherte Anglererfahrung. Häufig genannt werden:
- bedeckter Himmel und leichter Wind an warmen Tagen,
- schlechtere Fänge nach einem plötzlichen Kälteeinbruch,
- aufsteigende Bläschen und getrübtes Wasser über dem Futterplatz.
Ein eigenes Fangbuch sagt mehr als jede allgemeine Regel. Welche Köder zur Jahreszeit passen, steht unter Brassen-Köder, die passenden Plätze unter Brassen-Standplätze.
Häufige Fragen
Wann beißen Brassen am besten?
Von Frühjahr bis Herbst, am Tag vor allem in der Dämmerung und nachts. Fachquellen belegen Aktivitätsspitzen in der Dämmerung und nächtliche Nahrungssuche in seichten Uferbereichen.
Hat die Brasse eine Schonzeit?
Keines der 16 Länder legt eine Schonzeit fest. Gewässerordnungen können aber eigene Regeln haben, und allgemeine Schonzeiten wie in Rheinland-Pfalz vom 15. Oktober bis 15. März gelten für alle Fische (§ 19 Landesfischereiordnung).
Kann man Brassen im Winter fangen?
Ja, an den Stellen, an denen sie in großen Scharen überwintern, etwa tiefen, geschützten Bereichen und in Flüssen in Seitengewässern. Wenig Futter und kleine Köder haben sich bewährt.
Beeinflusst der Mond die Brassen?
Dazu haben wir keine Fachquelle gefunden. Aussagen über Mond, Luftdruck und Wetter sind Anglererfahrung und nicht belegt.
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