App laden

Brasse · Köder

Brassen-Köder: Womit du den Schwarm an den Haken bekommst

Von der Redaktion anglerkompass · Stand: September 2026 · 5 Min. Lesezeit

Kurz gesagt

Die bewährtesten Brassen-Köder sind Maden und Caster, Würmer, Mais und kleine Pellets. Brassen fressen im Schlamm verborgene Bodentiere, vor allem Zuckmückenlarven, dazu Würmer, Schnecken und kleine Muscheln. Weil sie in Schwärmen umherziehen, entscheidet neben dem Köder vor allem das Futter, das den Schwarm am Platz hält.

Zuckmückenlarvenwichtige Nahrung laut FishBase
SchwarmfischFutter hält den Schwarm am Platz
keineSchonzeit oder Mindestmaß in keinem Land
500 gLockfutter je Fangtag höchstens in Berlin

Die Brassen-Köder im Überblick

Die Matrix zeigt, welche Köder sich über das Jahr bewährt haben. Sie ist eine redaktionelle Einschätzung aus der Angelpraxis – keine Messung. Die Regeln deines Landes und deiner Angelkarte gehen immer vor.

Köder Frühjahr Sommer Herbst Winter Viele kleine Fische Große Brassen
Maden und Caster sehr gut sehr gut sehr gut gut mäßig gut
Rotwurm, Dendrobena sehr gut gut sehr gut gut mäßig sehr gut
Mais gut sehr gut gut mäßig gut gut
Kleine Pellets, Mini-Boilies mäßig sehr gut gut mäßig sehr gut sehr gut
Brot, Teig mäßig gut mäßig mäßig mäßig gut

Redaktionelle Einschätzung, Stand September 2026. „Viele kleine Fische“: Gewässer, in denen Rotaugen und kleine Brassen weiche Köder schnell abfressen.

Warum diese Köder? Was Brassen fressen

Die Brasse, auch Blei oder Brachse genannt, ist ein bodenorientierter, gesellig lebender Fisch. Sie frisst vor allem im Schlamm verborgene Bodentiere wie Insektenlarven, Würmer, Schnecken und kleine Muscheln. FishBase hebt die Zuckmückenlarven hervor und nennt außerdem kleine Krebstiere, Weichtiere und Pflanzen. Größere Brassen fressen auch kleine Fische, Jungfische ernähren sich von Zooplankton. Gibt es viel Zooplankton, kann die Brasse sogar auf Filtrieren umstellen.

Ihr Maul ist rüsselartig vorstülpbar und leicht unterständig – ein Werkzeug, um Nahrung aus dem weichen Grund zu saugen. Zu Geruchs- und Geschmackssinn der Brasse haben wir keine belastbare Fachquelle gefunden. Aus Nahrung und Körperbau leiten Angler zwei Faustregeln ab – beides Erfahrungswissen, keine gemessenen Regeln:

  • Der Köder gehört auf den Grund. Dort sucht die Brasse ihre Nahrung, und dort liegt auch das Futter.
  • Kleine Tiere, kleine Köder. Maden, Caster und Wurmstücke ähneln Insektenlarven und Würmern am meisten.

Die Köder im Einzelnen

Maden und Caster

Maden sind der Standardköder für Brassen: klein, lebendig und in jedem Angelladen erhältlich. Caster, die verpuppten Maden, sinken langsamer und werden von kleinen Fischen seltener genommen. Beide eignen sich zugleich als Hakenköder und als Beigabe im Futter.

Würmer

Rotwürmer und Dendrobenas kommen der natürlichen Nahrung sehr nahe. Viele Angler fangen mit Wurm die größeren Brassen, weil kleine Weißfische einen ganzen Wurm schlechter bewältigen. Klein geschnittene Würmer im Futter locken zusätzlich.

Mais

Mais ist günstig und hält gut am Haken. Er ist etwas selektiver als die Made, weil kleine Rotaugen ihn seltener nehmen. Ein einzelnes Korn oder zwei Körner genügen. Mais eignet sich außerdem gut als Beigabe im Futter, weil er sichtbar am Platz liegen bleibt.

Pellets und Mini-Boilies

Kleine Pellets und Mini-Boilies bietest du am Haar oder mit einem Pelletband an. Sie sind vor allem am Method-Feeder die erste Wahl, wenn viele kleine Fische am Platz sind. Wie du Futterkorb und Method-Feeder fischst, zeigt unsere Anleitung zum Feederangeln.

Brot und Teig

Brotflocke und Teig sind einfache Köder für Stillwasser. Sie riechen stark, werden aber schnell abgefressen. Prüfe deshalb regelmäßig, ob noch Köder am Haken ist.

Ködergröße und Menge

Bewährte Ködergrößen für Brassen
Made15 mm
Pellet als Hakenköder8 mm
Mini-Boilie10 mm
Rotwurm50 mm

Redaktionelle Richtwerte aus der Angelpraxis. Größer bei vielen kleinen Fischen und gezielter Suche nach großen Brassen.

Am Haken genügen zwei bis drei Maden, ein Rotwurm oder ein bis zwei Maiskörner – das sind Richtwerte aus der Praxis. Brassen neigen laut Landesfischereiverband Bayern bei Überpopulation und wenig Nahrung zur Verbuttung, also zu Zwergwuchs. In solchen Gewässern fängst du viele kleine Fische; wer gezielt größere sucht, nimmt größere Köder wie einen ganzen Wurm oder einen Mini-Boilie.

Brassen-Köder im Jahresverlauf

Frühjahr

Nach dem Winter ziehen die Brassenschwärme aus den tieferen Winterquartieren. Kleine, natürliche Köder wie Maden und Würmer und wenig Futter haben sich jetzt bewährt.

Laichzeit

Brassen laichen nach dem Landesfischereiverband Bayern im Mai und Juni, nach der Landesforschungsanstalt Mecklenburg-Vorpommern von Mai bis Mitte Juli, an flachen, pflanzenreichen Uferstellen. Sie bilden dann oft riesige Schwärme. Die Männchen tragen einen Laichausschlag und verteidigen kleine Reviere. Laichende Fische befischst du nicht gezielt, auch wenn keine Schonzeit gilt.

Sommer

Im Sommer fangen alle Köder, auch größere Futtermengen lohnen sich jetzt. Die Brasse bevorzugt sommerwarmes Wasser. Bei großer Hitze wird es aber kritisch: Die NRW-Temperatur-Steckbriefe, ein Entwurf, nennen den Beginn der Letaltemperatur für erwachsene Brassen bei 28 °C. In Hitzeperioden lohnen sich kühle Morgenstunden.

Herbst

Zum Fressverhalten im Herbst haben wir keine Fachquelle gefunden. Viele Angler berichten von guten Fängen, bevor die Schwärme in die Winterquartiere ziehen – das ist Anglererfahrung.

Winter

Im Winter halten Brassen an tieferen, geschützten Stellen in großen Scharen Winterruhe, in Flüssen überwintern sie in Seitengewässern. Wer eine solche Stelle kennt, kann mit Maden und sehr wenig Futter auch im Winter Brassen fangen – das ist Praxiswissen.

Wenn kleine Fische stören

An vielen Gewässern sind Rotaugen und kleine Brassen schneller am Köder als die großen. Bewährte Gegenmittel aus der Praxis: Caster statt Maden, ein ganzer Wurm statt eines Stücks, Mais oder ein Mini-Boilie am Haar, oder der Method-Feeder mit Pellets. Auch mehr Futter kann helfen, weil größere Brassen erst an einen gut gefüllten Platz kommen – solange du die Lockfutter-Regeln einhältst. Prüfe in kurzen Abständen, ob noch Köder am Haken ist.

Vom Ufer oder vom Boot?

Die meisten Brassen werden vom Ufer gefangen, mit Futterkorb oder Pose über einem Futterplatz. Entscheidend ist, dass du Wurf für Wurf dieselbe Stelle triffst. Vom Boot erreichst du tiefere Kanten und Plateaus weiter draußen; dort musst du ankern, damit der Futterplatz unter dir bleibt. Ob Boote erlaubt sind, regelt deine Angelkarte. Wie du Pose und Tiefe einstellst, erklärt unsere Anleitung zum Posenangeln.

Anfüttern: Was du beachten musst

Beim Brassenangeln ist das Futter oft wichtiger als der Hakenköder. Brassen ziehen in großen Schwärmen umher; ein Futterplatz holt den Schwarm heran und hält ihn. Bewährt hat sich ein Grundfutter mit Partikeln wie Maden, Castern, Mais oder Wurmstücken. Füttere zu Beginn eine größere Portion und lege danach in kleinen Mengen nach, sobald Bisse kommen. Futter, das nicht gefressen wird, fault am Grund – lieber zu wenig als zu viel. Das sind Richtwerte aus der Praxis.

Anfüttern ist nicht überall unbegrenzt erlaubt. In Berlin darfst du höchstens 500 g Lockfutter je Person und Fangtag verwenden, das Anfüttern am Vortag ist verboten (§ 18 Abs. 4 LFischO). Für das Brassenangeln mit Futterkorb ist diese Grenze schnell erreicht. In Sachsen-Anhalt ist Anfüttern erlaubt, kann aber beschränkt werden (§ 15 FischO LSA). Im Saarland sind gefärbte Maden, gefärbtes Futter und Zuckmückenlarven verboten (§ 10 Abs. 1 LFO). Viele Vereine setzen eigene Grenzen – lies die Bedingungen deiner Angelkarte.

Was ist erlaubt?

  • Keine Schonzeit, kein Mindestmaß: Keines der 16 Länder legt für die Brasse eine Schonzeit oder ein Mindestmaß fest. Bayern führt die Brachse ausdrücklich unter „Fische ohne Schonbestimmungen“ (Anlage Nr. 2.63 AVBayFiG). Gewässerordnungen von Vereinen und Bewirtschaftern können aber eigene Regeln festlegen.
  • Allgemeine Schonzeiten: In Rheinland-Pfalz gilt vom 15. Oktober bis 15. März in offenen Gewässern ohne Frühjahrsschonzeit ein allgemeines Fangverbot (§ 19 Landesfischereiordnung) – auch für Brassen.
  • Friedfischangel: In Sachsen-Anhalt ist der Friedfischfang nur mit der Friedfischhandangel erlaubt, mit Einzelhaken und nicht in der Salmonidenregion (§ 1a FischO LSA).
  • Zurücksetzen: In Berlin ist das Fangen und Zurücksetzen nur zum Fotografieren oder Messen verboten (§ 9 Abs. 3 LFischO), in Hessen und im Saarland ist Catch-and-Release untersagt (§ 14 Abs. 6 HFischV, § 10 Abs. 1 LFO).

Die Regeln deines Landes findest du unter Angelregeln, die passenden Montagen unter Brassen-Montagen.

Häufige Fragen

Was ist der beste Köder für Brassen?

Bewährt sind Maden und Caster, Rotwürmer, Mais und kleine Pellets. Maden sind der Standard, Würmer und Mini-Boilies fangen oft die größeren Brassen.

Wie viel sollte ich für Brassen anfüttern?

Zu Beginn eine größere Portion, danach kleine Mengen nachlegen, sobald Bisse kommen. In Berlin sind höchstens 500 g Lockfutter je Person und Fangtag erlaubt (§ 18 Abs. 4 LFischO).

Hat die Brasse ein Mindestmaß?

Nein, keines der 16 Länder legt für die Brasse eine Schonzeit oder ein Mindestmaß fest. Gewässerordnungen von Vereinen können aber eigene Regeln haben.

Fressen Brassen im Winter?

Brassen halten im Winter an tieferen, geschützten Stellen in großen Scharen Winterruhe. Mit Maden und sehr wenig Futter lassen sie sich dort nach Anglererfahrung trotzdem fangen.

Tiefer einsteigen: Gewässer-Dossiers