App laden

Küste · Mecklenburg-Vorpommern

Ostsee

Ostsee angeln: Meerforelle, Hering und Plattfische an der Küste von Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern – warum Dorsch tabu ist, welche Papiere du brauchst und wo Schutzzonen gelten.

Die deutsche Ostseeküste reicht von der Flensburger Förde bis Usedom: rund 536 Kilometer in Schleswig-Holstein, fast 1.950 Kilometer in Mecklenburg-Vorpommern, wenn man die Bodden mitzählt. Förden, Steilufer, Sandstrände, Seebrücken und flache Bodden bieten sehr unterschiedliche Reviere. Die Klassiker heute sind Meerforelle, Hering und Plattfische. Beim Dorsch hat sich die Lage grundlegend geändert.

Das Revier

In Schleswig-Holstein prägen die langen Förden – Flensburger, Kieler und Eckernförder Bucht –, die Schlei und die Insel Fehmarn die Küste. In Mecklenburg-Vorpommern sind nur 377 Kilometer offene Außenküste; den weit größeren Teil machen buchtenreiche Binnenküsten aus: Wismarbucht, Salzhaff, Darß-Zingster Boddenkette, die Bodden um Rügen, Greifswalder Bodden, Peenestrom, Achterwasser und Stettiner Haff. Das Wasser der westlichen Ostsee ist Brackwasser – in den Bodden so salzarm, dass dort auch Süßwasserräuber leben.

Zielfische an der Ostsee

  • Meerforelle: Der begehrteste Fisch der Küstenangler, vom Strand und in der Wathose. In Mecklenburg-Vorpommern wird sie seit 2000 besetzt, heute lassen sich in rund 60 Gewässern im Einzugsgebiet der Ostsee Meerforellen nachweisen. Laut Thünen-Institut sind Bestandsdaten rar, und die Angelfischerei hat in deutschen Gewässern großen Einfluss auf den Bestand – maßvoll entnehmen lohnt sich.
  • Hering: Im Frühjahr ziehen die Heringe zum Laichen an die Küste; mit Abstand wichtigstes Laichgebiet dieses Frühjahrslaicher-Bestands ist laut Thünen-Institut der Greifswalder Bodden. Der Bestand der westlichen Ostsee liegt allerdings weit unter dem biologischen Grenzwert – nimm nur mit, was du verwertest.
  • Plattfische: Flunder und Scholle angelst du vom Strand, von der Seebrücke oder vom Boot über Sand und Schlick. Flundern ziehen im Sommer in Förden, Lagunen und Flussmündungen und im Winter ins tiefere, salzigere Wasser.
  • Hecht, Zander und Barsch: In den schwach salzigen Bodden Mecklenburg-Vorpommerns. Die Hechtfänge um Rügen gehen laut Leibniz-Institut IGB seit 2010 zurück; die Forscher haben dem Land unter anderem ein höheres Mindestmaß, ein Entnahmefenster und ein kleineres Tageslimit empfohlen. Was aktuell gilt, steht unter den Landesregeln.

Dorsch: derzeit tabu

Der Dorsch war lange der Brotfisch der Ostseeangler. Heute ist die Freizeitfischerei auf Dorsch in der Ostsee nach EU-Recht ganzjährig verboten, 2026 auf Grundlage der Verordnung (EU) 2025/2454. Dorsche, die du beim Angeln auf andere Arten fängst, musst du sofort schonend zurücksetzen. Eine Erholung der Bestände ist laut Bundeslandwirtschaftsministerium nicht in Sicht. Mehr zur Lage auf der Seite Dorsch. Lachs darfst du 2026 weiter angeln, aber laut Thünen-Institut und Bundeslandwirtschaftsministerium nur einen Besatzlachs (erkennbar an der fehlenden Fettflosse) pro Person und Tag entnehmen; Wildlachse setzt du zurück.

Was du wissen solltest

  • Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft: In der Kernzone und in der Roten Zone ist Angeln grundsätzlich verboten. Vom Land aus darfst du nur an ausgewiesenen Stränden angeln und nur vor diesen Stränden waten. Vom Boot ist Angeln in der Pflege- und Entwicklungszone und in der Grünen Zone erlaubt, je nach Bootsantrieb. In Laichschonbezirken gilt vom 1. April bis 31. Mai ein Fangverbot, in Fischschonbezirken ganzjährig.
  • Schonbezirke: In Mecklenburg-Vorpommern legt die Küstenfischereiordnung Laich- und Fischschonbezirke fest, etwa rund um Bach- und Flussmündungen. Auch in Schleswig-Holstein gibt es Schutzbereiche – Details stehen in den Landesregeln.
  • Zwei Länder, zwei Regelwerke: Schonzeiten, Mindestmaße und Tageslimits für die Küste unterscheiden sich deutlich, auch bei der Meerforelle. Sie stehen unter Regeln Schleswig-Holstein und Regeln Mecklenburg-Vorpommern.

Angelkarten und Papiere

Schleswig-Holstein: In den meisten Küstengewässern herrscht freier Fischfang. Du brauchst den Fischereischein und die Fischereiabgabe, aber keine Angelkarte. Ausnahmen an der Ostsee sind die ganze Schlei und Teile der Lübecker Bucht – dort bestehen private oder selbstständige Fischereirechte, und du brauchst einen Erlaubnisschein. Urlauber bekommen einen Urlauberfischereischein für 28 Tage.

Mecklenburg-Vorpommern: Hier brauchst du immer drei Dokumente: Fischereischein, Nachweis der Fischereiabgabe und eine Angelerlaubnis für die Küstengewässer. Sie gilt für Bodden, Haffs und die Ostsee bis zur 12-Seemeilen-Grenze und kostet laut Landesamt LALLF 6 € für den Tag, 12 € für die Woche und 30 € für das Jahr. Du bekommst sie online, beim LALLF und bei vielen Ausgabestellen an der Küste. Ohne Fischereischein hilft der Touristenfischereischein.

Schonzeiten und Mindestmaße

Küstenrecht der Länder. Der Fischereiberechtigte kann für dieses Gewässer strengere Regeln festlegen – sie stehen auf deiner Angelkarte und gehen vor.

An der Küste gelten eigene Küstenfischereiverordnungen, die teils von den Binnenregeln abweichen – zum Beispiel nur für bestimmte Gebiete oder nur für weibliche Tiere. Die geprüften Werte mit Quelle findest du auf den Regelseiten Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern; für einzelne Arten auf den Zielfisch-Seiten.

Die Saison im Blick

Der kostenlose Saisonplaner 2027: Zielfische und Schonzeiten Monat für Monat, zum Ausdrucken.

Du bekommst zuerst eine Mail zur Bestätigung. Mehr in der Datenschutzerklärung.