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Methode

Sbirolino-Montage: Teig, Made und Fliege weit werfen und langsam führen

Von der Redaktion anglerkompass · Stand: September 2026 · 7 Min. Lesezeit

Kurz gesagt

Der Sbirolino ist ein länglicher Schwimmer, der als Wurfgewicht dient. Er läuft frei auf der Hauptschnur, dahinter folgt ein langes Vorfach von etwa 1,5 bis 3 m mit Teig, Made oder Fliege. Du wirfst weit aus und holst langsam ein, die Sinkstufe bestimmt die Tiefe. Verbreitet ist die Methode vor allem für Forellen und Saiblinge am See und Forellensee.

1,5–3 mVorfach hinter dem Sbirolino, Richtwert
Gr. 8–12Einzelhaken für Teig und Made, Richtwert
3–4 mlange, weiche Rute, Richtwert

Was ist ein Sbirolino?

Der Sbirolino, auch Spirolino genannt, ist ein länglicher, durchsichtiger oder farbiger Schwimmer, der vor allem als Wurfgewicht dient. Er läuft frei auf der Hauptschnur. Dahinter folgt ein langes Vorfach mit einem leichten Köder: Forellenteig, Made, Bienenmade, Nymphe oder Fliege. Allein ließen sich diese Köder kaum werfen. Mit dem Sbirolino davor bringst du sie weit hinaus und führst sie langsam und natürlich durch das Wasser.

Anders als bei einer Pose wartest du nicht, bis ein Fisch den Köder an einer festen Stelle nimmt. Du holst die Montage ständig langsam ein und suchst so eine große Fläche ab. Damit steht der Sbirolino zwischen dem Posenangeln und dem Spinnfischen. Mit dem Fliegenfischen teilt er die Köder, er braucht aber keine Fliegenrute und keine eigene Wurftechnik.

Wann sich der Sbirolino lohnt

  • Am Forellensee: Neben dem auftreibenden Teig ist der Sbirolino dort nach unserer Erfahrung die verbreitetste Montage, weil er mit wenig Material viele Tiefen abdeckt.
  • Am See und Baggersee: Wenn Forellen oder Saiblinge im Mittelwasser oder an der Oberfläche stehen und vom Ufer aus nur auf Distanz erreichbar sind.
  • Bei vorsichtigen Fischen: Der Köder läuft weit hinter dem Wurfgewicht. Nach unserer Erfahrung nehmen Forellen ihn dadurch ruhiger als einen Köder direkt unter der Pose.
  • Beim Suchen der Tiefe: Mit sinkenden Modellen und der Zählmethode findest du heraus, in welcher Schicht die Fische gerade stehen.

Die Hauptzielfische sind die Regenbogenforelle, die Bachforelle in Seen und ruhigen, breiten Flussabschnitten sowie der Saibling in Seen, vor allem im Sommer, wenn er Insekten und Plankton frisst. An der Ostseeküste wird die Methode mit Fliege auf die Meerforelle gefischt. Nach unserer Einschätzung sind Frühjahr und Herbst am See besonders ergiebig, weil die Forellen dann oft ufernah stehen. Im Sommer ziehen sie tiefer ins kühlere Wasser, dann kommen sinkende Modelle zum Zug.

Die Sbirolino-Montage binden

Die Montage ist schnell gebaut. Entscheidend sind die Sinkstufe des Sbirolinos und die Länge des Vorfachs. Die Maße sind Richtwerte, die auch auf unseren Zielfisch-Montageseiten stehen.

Sbirolino: leichter Köder auf Distanz
Hauptschnur, monofilSbirolino, schwimmend oder sinkendPerle als Pufferkleiner Wirbel als Stopperlanges Vorfach, ca. 1,5–3 mEinzelhaken Gr. 8–12Teig, Made, Bienenmade oder Fliege

So baust du die Montage Schritt für Schritt:

  1. Sinkstufe wählen
    Entscheide, in welcher Tiefe du fischen willst: schwimmende Modelle für die Oberfläche, langsam sinkende für das obere Mittelwasser, schneller sinkende für tiefere Schichten.
  2. Sbirolino auffädeln
    Fädle den Sbirolino in der vorgesehenen Richtung auf die monofile Hauptschnur. Er muss frei auf der Schnur gleiten können.
  3. Perle aufziehen
    Schiebe eine weiche Perle hinter den Sbirolino. Sie schützt später den Knoten am Wirbel, wenn der Sbirolino beim Wurf oder Biss darauf rutscht.
  4. Wirbel anknoten
    Binde einen kleinen Wirbel mit dem Clinch- oder Uni-Knoten an das Ende der Hauptschnur. Er stoppt den Sbirolino und verhindert, dass sich die Schnur verdrallt.
  5. Vorfach binden
    Knote ein dünnes Vorfach von etwa 1,5 bis 3 m an den Wirbel. Für den Anfang reicht als Richtwert eine Länge um 2 m, weil sie sich leichter werfen lässt.
  6. Haken und Köder
    Binde einen kleinen Einzelhaken, als Richtwert Größe 8 bis 12, ans Vorfach und bestücke ihn mit Teig, Made oder Bienenmade. Bei der Fliege entfällt der Haken, sie wird direkt angeknotet.
  7. Probe im Uferwasser
    Lass die Montage einmal vor deinen Füßen ins Wasser und zieh sie langsam an. Das Vorfach soll sich strecken, der Köder sich nicht um die Schnur drehen.

Den Wirbel und den Haken bindest du mit dem Clinch-Knoten oder dem Uni-Knoten an. Beide halten an dünner monofiler Schnur gut. Knoten vor dem Zuziehen anfeuchten, damit die Schnur nicht durch Reibung geschwächt wird.

Die Sinkstufe

Sbirolinos gibt es in vielen Sinkstufen, von schwimmend bis schnell sinkend. Welche du brauchst, hängt von der Tiefe ab, in der die Fische stehen. Ein schwimmendes Modell hält den Köder knapp unter der Oberfläche, gut für steigende Fische und flaches Wasser. Langsam sinkende Modelle führen den Köder ins obere Mittelwasser, schnell sinkende in tiefere Schichten. Wer öfter mit dem Sbirolino fischt, hat nach unserer Erfahrung mehrere Sinkstufen dabei und wechselt, bis die Bisse kommen. Das Gewicht wählst du nach der Wurfweite, die du brauchst, und nach deiner Rute. Als grobe Einschätzung reichen am Forellensee meist leichte bis mittlere Modelle; schwerere sind vor allem bei Wind und auf großen Seen sinnvoll.

Eine günstige Alternative ist die Wasserkugel: eine Kugel, die du teilweise mit Wasser füllst und so ihr Gewicht und ihr Sinkverhalten grob einstellst. Sie arbeitet nach demselben Prinzip.

Das Vorfach

Als Richtwert ist das Vorfach 1,5 bis 3 m lang. Längere Vorfächer präsentieren den Köder natürlicher, lassen sich aber schwerer werfen und verheddern sich bei Wind leichter. Für den Einstieg hat sich eine Länge um 2 m bewährt. Als Material eignet sich dünne, unauffällige monofile Schnur oder Fluorocarbon von etwa 0,16 bis 0,20 mm. Das Vorfach sollte etwas dünner sein als die Hauptschnur, damit es bei einem Hänger zuerst reißt und der Sbirolino nicht verloren geht.

Den Sbirolino werfen und führen

Das lange Vorfach verlangt einen ruhigen Wurf. Lass die Montage so weit aus der Rutenspitze hängen, dass der Sbirolino etwa auf Höhe des Rollenhalters oder etwas darunter baumelt. Dann ziehst du in einer gleichmäßigen, weiten Bewegung durch, statt ruckartig zu werfen. Kurz bevor die Montage auf das Wasser trifft, bremst du die Schnur mit dem Finger an der Spule leicht ab. So überholt der Köder den Sbirolino nicht, das Vorfach streckt sich, und die Montage landet gestreckt statt verknäult.

Sbirolino: auswerfen, auf Tiefe zählen, langsam einholen
Sbirolino: auswerfen, auf Tiefe zählen, langsam einholen: Nach dem Auftreffen zählen: jede Sekunde ist etwas mehr Tiefe; Gleichmäßig kurbeln – das Tempo bestimmt die Laufhöhe; Zum Ufer hin steigt der Köder: Tempo anpassen123Schematisch, nicht maßstäblich · Angler rechts
  1. Nach dem Auftreffen zählen: jede Sekunde ist etwas mehr Tiefe
  2. Gleichmäßig kurbeln – das Tempo bestimmt die Laufhöhe
  3. Zum Ufer hin steigt der Köder: Tempo anpassen

Führung schematisch, redaktionelle Einschätzung. Gestrichelt: Weg des Köders.

Die Animation zeigt das gleichmäßige Einholen, wie es auch beim Spinnfischen üblich ist. Beim Sbirolino ist das Tempo deutlich langsamer. Nach dem Auftreffen schließt du den Bügel und nimmst die lose Schnur auf. Bei sinkenden Modellen zählst du jetzt langsam, bevor du einholst. Je länger du zählst, desto tiefer läuft der Köder. Kommt kein Biss, zählst du beim nächsten Wurf länger und fischst so Schicht für Schicht tiefer. Kommt der Biss, merkst du dir die Zahl.

Dann holst du langsam ein, als Richtwert etwa eine Kurbelumdrehung in ein, zwei Sekunden. Kleine Pausen oder kurze Zupfer mit der Rutenspitze bringen Bewegung in den Köder. Gerade bei der Fliege lohnt es sich, das Tempo zu variieren. Nach unserer Erfahrung fangen Sbirolino-Montagen meist besser, wenn sie langsam laufen, als wenn sie schnell durchgezogen werden.

Bisse erkennen

Weil du ständig leichten Kontakt zur Montage hast, spürst du Bisse als Zupfen oder als plötzlichen Widerstand in der Schnur. Manchmal siehst du auch, wie der schwimmende Sbirolino kurz zuckt oder stehen bleibt. Die Rutenspitze hältst du dabei etwas seitlich und tief. Beim Anhieb genügt eine ruhige, fließende Bewegung; das lange Vorfach und die weiche Rute puffern ab. Wann die Forellen am ehesten beißen, zeigt dir der Beißindex.

Gerät für den Sbirolino

Für den Sbirolino brauchst du eine eigene, lange Rute. Mit einer kurzen Spinnrute lässt sich das lange Vorfach kaum sauber werfen. Die Werte sind Richtwerte nach unserer Einschätzung und entsprechen den Angaben auf unseren Forellenseiten.

Sbirolino: Gerät für Forelle und Saibling
TeilRichtwertWorauf es ankommt
Ruteetwa 3–4 m, weiche Aktionlange Rute für das lange Vorfach, weiche Aktion puffert Bisse und Fluchten ab
Rollekleine bis mittlere Stationärrollefeine Bremse, weil Vorfach und Haken dünn sind
Hauptschnurmonofil, etwa 0,18–0,22 mmgleitet gut durch den Sbirolino, Dehnung puffert im Drill
Vorfachetwa 0,16–0,20 mm, 1,5–3 m langdünner als die Hauptschnur, unauffällig
HakenEinzelhaken Gr. 8–12für Teig, Made und Bienenmade; bei der Fliege entfällt er
Sbirolinomehrere Sinkstufenschwimmend bis sinkend, Gewicht passend zu Rute und Wurfweite
KöderForellenteig, Made, Bienenmade, Nymphe, Fliegeam Forellensee oft Teig, am Naturgewässer eher Made und Fliege

Richtwerte nach redaktioneller Einschätzung – Gewässer, Tiefe, Strömung und Zielfisch verschieben die Wahl.

Dazu gehören ein Kescher, ein Hakenlöser, ein Maßband und ein Betäubungsgerät für Fische, die du entnimmst. Eine Rolle mit großer Spule hilft nach unserer Erfahrung, weil die Schnur beim Wurf gleichmäßiger abläuft.

Varianten und typische Fehler

Varianten

  • Teig am Sbirolino: Forellenteig formst du fest um den Haken, sodass er den Wurf übersteht. Auftreibender Teig hält den Köder in der Schicht, die der Sbirolino vorgibt.
  • Fliege und Nymphe: An Salmonidenseen und für Saiblinge im Sommer. Die Fliege wird direkt ans Vorfach geknotet. Ausführlich beschrieben auf den Seiten Bachforelle-Montagen und Saibling-Montagen.
  • An der Küste: Mit Streamer oder Garnelenmuster und etwas kürzerem Vorfach von etwa 1,5 bis 2,5 m auf Meerforelle, meist watend. Siehe Meerforelle-Montagen und Watangeln.

Typische Fehler

  • Zu schnell einholen: Der Köder steigt auf und läuft unnatürlich. Langsamer kurbeln, Pausen einbauen.
  • Immer in derselben Tiefe: Forellen stehen je nach Temperatur und Tageszeit unterschiedlich tief. Sinkstufe wechseln und beim Absinken zählen.
  • Zu kurzes Vorfach: Der Köder läuft dann dicht hinter dem Sbirolino und wirkt unnatürlich. Richtwert 1,5 bis 3 m.
  • Verhedderte Montage: Meist fehlt das Abbremsen kurz vor dem Auftreffen. Bei viel Wind das Vorfach etwas kürzen.
  • Zu kurze Rute: Das lange Vorfach lässt sich nicht sauber werfen, und der Köder landet neben dem Sbirolino.

Regeln beim Angeln mit dem Sbirolino

Der Sbirolino ist in erster Linie ein Wurfgewicht. Welche Regeln berührt werden, hängt vom Köder und vom Gewässer ab: etwa, ob Kunstköder oder Fliegen in bestimmten Zeiten erlaubt sind, wie viele Haken oder Fliegen an einer Montage sein dürfen, wie viele Ruten du gleichzeitig benutzen darfst und ob Teig am jeweiligen Gewässer zugelassen ist. Das ist je nach Land und Gewässer unterschiedlich geregelt. Prüfe vor dem Angeln die Regeln deines Landes unter Regeln, die Schonzeiten etwa unter Schonzeit und Mindestmaß Bachforelle und die Gewässerordnung deiner Angelkarte. Am Forellensee legt der Betreiber die Regeln in der Platzordnung fest; lies sie vor dem ersten Wurf.

Ob du eine Forelle zurücksetzen darfst oder entnehmen musst, ist ebenfalls unterschiedlich geregelt. Wo du zurücksetzt, fasst du den Fisch mit nassen Händen an und hakst ihn möglichst im Wasser ab.

Passende Zielfische

Alle Methoden im Überblick findest du unter Methoden.

Häufige Fragen

Was ist ein Sbirolino?

Ein länglicher Schwimmer, der als Wurfgewicht dient. Er läuft frei auf der Hauptschnur und bringt leichte Köder wie Teig, Made oder Fliege an einem langen Vorfach auf Wurfweite.

Wie lang sollte das Vorfach am Sbirolino sein?

Als Richtwert 1,5 bis 3 m, an der Küste auf Meerforelle etwa 1,5 bis 2,5 m. Längere Vorfächer wirken natürlicher, sind aber schwieriger zu werfen.

Welcher Sbirolino für den Forellensee?

Das hängt von der Tiefe ab, in der die Forellen stehen. Schwimmende Modelle fischen knapp unter der Oberfläche, sinkende tiefer. Nach unserer Erfahrung lohnt es sich, mehrere Sinkstufen dabeizuhaben. Die Platzordnung des Betreibers geht vor.

Wie führt man einen Sbirolino?

Nach dem Auswerfen bei sinkenden Modellen auf Tiefe zählen und dann langsam einholen, mit kleinen Pausen oder Zupfern. Zu schnelles Einholen ist ein häufiger Fehler.

Welche Rute braucht man für den Sbirolino?

Als Richtwert eine lange Rute von etwa 3 bis 4 m mit weicher Aktion. Mit einer kurzen Spinnrute lässt sich das lange Vorfach kaum sauber werfen.

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