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Norwegen · Regionen

Angeln auf den Lofoten: Skrei, Küstendorsch und Heilbutt im hohen Norden

Von der Redaktion anglerkompass · Stand: September 2026 · 7 Min. Lesezeit

Kurz gesagt

Die Lofoten sind eine rund 200 km lange Inselkette in Nordland und nach dem Havforskningsinstituttet zusammen mit Vesterålen das wichtigste Laichgebiet des Skrei. Er laicht grob von Februar bis April. Im Sommer fängst du vor allem Küstendorsch, Seelachs und Heilbutt. Es gelten die Regeln nördlich von 62° N, etwa beim Dorsch-Mindestmaß.

ca. 200 kmLänge der Inselkette
Feb–AprSkrei-Laichzeit (Thünen; HI: Mär–Apr)
44 / 55 cmDorsch-Mindestmaß außerhalb / innerhalb 4 sm

Kaum eine Region steht so sehr für das Dorschangeln in Norwegen wie die Lofoten. Diese Seite hilft dir, eine Reise dorthin einzuordnen: wo die Inseln liegen, wie du hinkommst, welche Fische wann Saison haben und was bei Regeln, Licht und Sicherheit zu beachten ist. Die Regeln selbst pflegen wir mit Quelle und Stand auf Regeln in Norwegen, die Ausfuhr auf Ausfuhrquote Norwegen – hier fassen wir nur zusammen, was für die Lofoten besonders wichtig ist. Einzelne Camps oder Guides nennen wir bewusst nicht.

Wo liegen die Lofoten und was prägt das Revier?

Die Lofoten gehören zum Fylke Nordland und liegen auf der Nordseite des Vestfjords. Nach dem Norwegischen Lexikon (Store norske leksikon) reicht die Inselkette rund 200 km weit, von Skomvær im Südwesten bis zur Südwestspitze von Hinnøya im Nordosten. Die größten Inseln sind Austvågøya mit 526,7 km² und Vestvågøya mit 411,1 km², dahinter folgen Moskenesøya, Flakstadøya und Gimsøya.

Wie eng die Region mit dem Fisch verbunden ist, zeigt ein Satz aus dem Lexikon: Die Lofotfischerei von Januar bis April prägt die Wirtschaft, und die Fischverarbeitung stellt etwa die Hälfte aller Industriearbeitsplätze. Für dich als Angler heißt das nach unserer Einschätzung zweierlei: Im Winter teilst du das Wasser mit der Berufsfischerei, und du findest fast überall Häfen und Infrastruktur für Boote.

Landschaftlich unterscheiden sich zwei Seiten. Zum Vestfjord hin liegt die Festlandsseite, nach außen öffnen sich die Inseln zum Europäischen Nordmeer. Als Richtwert gilt: Die Buchten und Sunde zwischen den Inseln sind geschützter, die Außenseite ist bei Wind schnell rau – das ist Erfahrungswissen, keine Messung.

Wie kommst du auf die Lofoten?

Drei Wege nennt das Lexikon, dazu kommt eine Fähre aus Vesterålen:

  • Fähre ab Bodø: Die Autofähre verbindet Bodø mit Moskenes im Süden der Inselkette. Der Betreiber Torghatten führt die Strecke als „Bodø – Værøy – Røst – Moskenes“; einige Abfahrten laufen also über die kleinen Außeninseln.
  • Flug: Flughäfen gibt es bei Svolvær, Leknes und auf Røst.
  • Straße: Die E10 mit dem Abschnitt Lofast verbindet nach dem Lexikon Å im Südwesten fährfrei mit der E6 bei Bjerkvik (Kommune Narvik). Du kannst die Lofoten also auch ganz ohne Fähre mit dem Auto erreichen.
  • Aus Vesterålen: Die Fähre Melbu–Fiskebøl verbindet beide Inselgruppen; auch sie führt Torghatten in seiner Streckenliste.

Fahrzeiten, Entfernungen und Preise nennen wir nicht, weil sie sich mit Route und Fahrplan ändern. Aktuelle Abfahrten stehen beim Betreiber, Straßenzustand, Webcams und einen Routenplaner bietet die norwegische Straßenbehörde Statens vegvesen. Nach unserer Erfahrung lohnt sich im Winter ein Puffertag: Fähren über offenes Wasser fallen bei Sturm aus, und Bergstrecken können gesperrt sein.

Welche Fische fängst du auf den Lofoten – und wann?

Der Dorsch ist der Grund, warum viele Angler hierher fahren. Nach dem norwegischen Meeresforschungsinstitut (Havforskningsinstituttet) sind Vesterålen und Lofoten die wichtigsten Laichgebiete des Nordostarktischen Kabeljaus, des Skrei. Das Institut nennt März bis April als Laichzeit, das Thünen-Institut Februar bis April. Die Eier treiben nach dem Havforskningsinstituttet frei im Wasser und mit der Strömung zurück in die Barentssee. Wie tief der Skrei beim Laichen steht und welche Köder sich eignen, steht auf Dorsch angeln in Norwegen.

Außerhalb der Skrei-Saison fängst du Küstendorsch. Er ist nördlich von 67° N deutlich häufiger als weiter südlich: Nach dem Havforskningsinstituttet leben rund 75 Prozent des Küstendorsches nördlich von 62° N im Gebiet nördlich von 67° N. Dazu kommt der Seelachs, der nach dem Institut im Winter mit Höhepunkt im Februar auf den Küstenbänken von Lofoten bis zur Nordsee laicht. Der Heilbutt laicht nach dem Havforskningsinstituttet von Dezember bis März in 300 bis 700 m Tiefe und ist erst danach für Angler interessant – rechtlich ohnehin erst ab dem 21. April.

Bei der Makrele sind wir vorsichtig: Nach dem Havforskningsinstituttet hat sich ihr Sommervorkommen in den letzten Jahren stark in die mittleren und nördlichen Teile des Europäischen Nordmeers verschoben. Wie verlässlich die Schwärme an einem bestimmten Ort der Lofoten auftauchen, sagt das Institut nicht.

Zielfisch Fangaussicht (redaktionell) Was auf den Lofoten gilt
Dorsch sehr gut Feb–Apr, sonst gut Skrei-Laichgebiet (Feb–Apr bzw. Mär–Apr), Küstendorsch ganzjährig. Mindestmaß 44 cm außerhalb, 55 cm innerhalb von 4 Seemeilen der Basislinien.
Seelachs sehr gut Jul–Okt, gut Mai–Jun, sonst mäßig kein Mindestmaß für Freizeitangler, solange nicht verkauft wird
Heilbutt sehr gut Jul–Sep, gut Mai–Jun und Okt, mäßig Apr und Nov verboten vom 20. Dezember bis einschließlich 20. April; Mindestmaß 84 cm
Makrele sehr gut Jul–Sep, gut Jun, mäßig Mai und Okt kein Mindestmaß für Freizeitangler; Vorkommen im Norden schwankend

Fangaussicht: dieselben redaktionellen Werte wie im Reisekalender und auf den Zielfisch-Seiten, für Norwegen allgemein und nicht für die Lofoten gemessen. Regeln: Fiskeridirektoratet, Minstemål und Freda artar, abgerufen am 30.09.2026.

Welche Regeln sind auf den Lofoten besonders wichtig?

Die Lofoten liegen weit nördlich von Stad (62° N). Damit gelten die Regeln für den Norden, die wir auf Regeln in Norwegen vollständig aufführen. Für die Planung sind vor allem diese Punkte wichtig:

  • Dorsch: Nördlich von 62° N gilt ein Mindestmaß von 44 cm außerhalb und 55 cm innerhalb von 4 Seemeilen der Basislinien.
  • Heilbutt: Nördlich von Stad verboten vom 20. Dezember bis einschließlich 20. April. Zur Skrei-Saison ist gezieltes Heilbuttangeln also nicht erlaubt.
  • Rotbarsch: Nördlich von Stad verboten, mit Ausnahme des Fischens mit „jukse“ vom 1. Juni bis einschließlich 31. August.
  • Seehase: Laut Fiskeridirektoratet ist die Freizeitfischerei in Nordland, Troms und Finnmark verboten.
  • Meerforelle: In Nordland, Troms und Finnmark gilt ein Mindestmaß von 30 cm. Zuständig für Lachs, Meerforelle und Saibling im Meer ist die Umweltbehörde Miljødirektoratet.

Dazu kommen die landesweiten Regeln: nur Handgerät, kein Verkauf, 100 m Abstand zu Fischfarmen beim Angeln. Wie viel du mit nach Hause nehmen darfst, hängt von der Ausfuhrquote und einem registrierten Betrieb ab – siehe Ausfuhrquote Norwegen und Angelcamp auswählen. Wie viele Fische das für eure Gruppe bedeutet, rechnet der Quotenrechner aus.

Wie viel Tageslicht hast du auf den Lofoten?

Die Lofoten liegen nördlich des Polarkreises, der nach dem Norwegischen Lexikon auf etwa 66° 33′ N durch Nordland verläuft. Eigene Daten für die Inseln nennt das Lexikon nicht, wohl aber für die Nachbarorte südlich und nördlich:

Ort Mitternachtssonne Polarnacht (mørketid)
Bodø (67,3° N), südlich der Lofoten 31. Mai – 12. Juli 15. – 29. Dezember
Harstad (68,8° N), nordöstlich der Lofoten 22. Mai – 21. Juli 1. Dezember – 12. Januar
Tromsø (69,7° N) 18. Mai – 25. Juli 26. November – 17. Januar

Quelle: Store norske leksikon, „Midnattssol“ (Stand 21.11.2025) und „Mørketid“ (Stand 26.11.2024), abgerufen am 30.09.2026.

Weil die Inselkette zwischen Bodø und Harstad liegt, dürften ihre Zeiten nach unserer Ableitung zwischen diesen Werten liegen. Das Lexikon weist darauf hin, dass die Daten von Jahr zu Jahr um einen Tag schwanken können. Für das Angeln heißt das: Im Frühsommer kannst du rund um die Uhr fischen. Zur Skrei-Saison ist die Polarnacht vorbei, und die Tage werden von Woche zu Woche deutlich länger – Anfang Februar planst du trotzdem mit kürzeren Bootstagen als im März.

Worauf achtest du auf See rund um die Lofoten?

Für Freizeitboote gilt in Norwegen eine klare Regel: Nach dem Seefahrtsdirektorat (Sjøfartsdirektoratet) muss jeder, der sich in einem Freizeitboot unter 8 m Länge während der Fahrt draußen aufhält, Schwimmhilfe oder Rettungsweste tragen (Småbåtloven § 23a). Unabhängig von der Bootsgröße muss für jede Person an Bord eine Schwimmhilfe vorhanden sein. Die meisten Mietboote in Angelcamps sind nach unserer Erfahrung kürzer als 8 m.

Im Notfall rufst du nach der Seenotrettungsgesellschaft Redningsselskapet die 112 – auf dem Wasser dieselbe Nummer wie an Land. Für Hilfe unterhalb der Notlage erreichst du den Küstenfunk rund um die Uhr über 120, per Funk über UKW-Kanal 16. Den Wetter- und Windbericht findest du auf yr.no vom Meteorologischen Institut und NRK.

Unsere redaktionellen Hinweise für die Lofoten: Im Winter kommen Kälte, kurze Tage und Sturm zusammen – fahr nur mit Einweisung durch den Betrieb und nie allein hinaus. Die Außenseite ist bei auflandigem Wind nichts für kleine Boote. Lass jemanden an Land wissen, wo du fischst und wann du zurück bist. Wie du Wind richtig einschätzt, liest du unter Wind und Angeln.

Wie planst du deine Lofoten-Reise weiter?

Leg zuerst fest, ob du den Skrei im Winter oder gemischte Fänge im Sommer suchst – danach richten sich Monat, Gerät und Kleidung. Prüf dann das Camp nach den Kriterien auf Angelcamp auswählen, vor allem die Registrierung beim Fiskeridirektoratet. Nördlich schließen sich Vesterålen und Senja und Troms an, südlich Helgeland. Einen Überblick über alle Monate gibt dir Beste Reisezeit.

Häufige Fragen

Wann ist Skrei-Saison auf den Lofoten?

Grob von Februar bis April. Das Thünen-Institut nennt Februar bis April, das Havforskningsinstituttet März bis April als Laichzeit. Vesterålen und Lofoten sind nach dem Institut die wichtigsten Laichgebiete.

Wie komme ich ohne Fähre auf die Lofoten?

Über die E10 mit dem Abschnitt Lofast. Sie verbindet nach dem Store norske leksikon Å im Südwesten der Lofoten fährfrei mit der E6 bei Bjerkvik (Kommune Narvik). Alternativ gibt es Flughäfen bei Svolvær, Leknes und auf Røst.

Darf ich auf den Lofoten im März Heilbutt angeln?

Nein. Nördlich von Stad ist Heilbutt vom 20. Dezember bis einschließlich 20. April verboten. Erst danach darfst du ihn fangen, mit einem Mindestmaß von 84 cm.

Wie groß muss ein Dorsch auf den Lofoten sein?

Nördlich von 62° N gelten 44 cm außerhalb und 55 cm innerhalb von 4 Seemeilen der Basislinien. Wo du genau fischst, klärst du am besten mit deinem Betrieb.

Muss ich im Mietboot eine Rettungsweste tragen?

Ja, in Freizeitbooten unter 8 m Länge musst du nach dem Sjøfartsdirektoratet während der Fahrt Schwimmhilfe oder Rettungsweste tragen. Für jede Person an Bord muss eine vorhanden sein.

Tiefer einsteigen: Norwegen-Planungspaket 2027