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Norwegen · Regionen

Angeln in Vesterålen: Skrei-Laichgebiet nördlich der Lofoten

Von der Redaktion anglerkompass · Stand: September 2026 · 6 Min. Lesezeit

Kurz gesagt

Vesterålen liegt im Nordwesten von Nordland direkt nördlich der Lofoten. Nach dem Havforskningsinstituttet gehört die Region mit den Lofoten zu den wichtigsten Laichgebieten des Skrei, grob von Februar bis April. Im Sommer fängst du Küstendorsch, Seelachs und nach dem 20. April Heilbutt. Es gelten die Regeln nördlich von 62° N.

5Kommunen: Andøy, Bø, Hadsel, Sortland, Øksnes
2Flughäfen: Stokmarknes und Andøya
22.5.–21.7.Mitternachtssonne im nahen Harstad

Vesterålen steht oft im Schatten der Lofoten, dabei teilen sich beide Inselgruppen das wichtigste Laichgebiet des Skrei. Auf dieser Seite findest du, was Vesterålen als Angelregion ausmacht: Lage, Anreise, Zielfische nach Monat, die regionalen Besonderheiten der Regeln, das Licht im Jahresverlauf und Hinweise zur Sicherheit auf See. Die vollständigen Regeln mit Quelle stehen auf Regeln in Norwegen. Camps oder Guides nennen wir nicht; wie du selbst ein passendes Camp findest, steht auf Angelcamp auswählen.

Wo liegt Vesterålen und was prägt die Region?

Nach dem Norwegischen Lexikon (Store norske leksikon) liegt Vesterålen im Nordwesten des Fylkes Nordland, nördlich der Lofoten. Zur Region gehören mehrere Inseln, darunter Langøya – ohne Svalbard die drittgrößte Insel Norwegens – und Teile von Hinnøya, der größten Insel des Landes. Dazu kommt ganz im Norden Andøya. Politisch besteht Vesterålen aus fünf Kommunen: Andøy, Bø, Hadsel, Sortland und Øksnes, mit zusammen 30.869 Einwohnern (2026).

Die Wirtschaft hängt nach dem Lexikon in hohem Maß an der Fischerei, besonders in Bø und Øksnes, und die Industrie konzentriert sich auf die Fischverarbeitung. Für die Reiseplanung heißt das nach unserer Einschätzung: Fischerhäfen, Werkstätten und Einkaufsmöglichkeiten gibt es in den größeren Orten, während die Außenküsten dünn besiedelt sind.

Das Revier ist zweigeteilt wie auf den Lofoten. Zwischen den Inseln liegen Sunde und Fjorde, die bei Wind Schutz bieten, nach Westen und Norden öffnet sich die Küste zum Europäischen Nordmeer. Welche Seite an einem Tag befischbar ist, entscheidet nach unserer Erfahrung meist der Wind.

Wie kommst du nach Vesterålen?

Das Lexikon nennt diese Verbindungen:

  • Straße: Die E10 und die Riksvei 82 führen durch die Region. Über die E10 ist Vesterålen auch mit den Lofoten und dem Festland verbunden.
  • Fähre: Von Melbu nach Fiskebøl auf den Lofoten. Der Betreiber Torghatten führt die Strecke in seiner Streckenliste als „Melbu – Fiskebøl“.
  • Flug: Flughäfen gibt es in Stokmarknes auf Langøya und auf Andøya.
  • Hurtigruten: Die Postschiffroute läuft Stokmarknes, Sortland und Risøyhamn an.

Entfernungen, Fahrzeiten und Preise nennen wir nicht, weil sie sich je nach Startort und Fahrplan ändern. Die Straßenbehörde Statens vegvesen bietet Verkehrsmeldungen, Webcams und einen Routenplaner; Abfahrten der Fähren stehen beim Betreiber. Nach unserer Erfahrung solltest du bei einer Winterreise einen Puffer für Wetter und Straßenzustand einplanen.

Welche Fische fängst du in Vesterålen – und wann?

Nach dem norwegischen Meeresforschungsinstitut (Havforskningsinstituttet) sind „Vesterålen/Lofoten“ die wichtigsten Laichgebiete des Nordostarktischen Kabeljaus, des Skrei. Das Institut nennt März bis April, das Thünen-Institut Februar bis April. Wer den großen Wanderdorsch sucht, findet in Vesterålen also dieselbe Saison wie auf den Lofoten. Die Eier treiben nach dem Institut mit der Strömung in die Barentssee, wo sich die Jungfische im Herbst am Grund ansiedeln.

Außerhalb der Laichzeit fängst du Küstendorsch. Nach dem Havforskningsinstituttet verteilt er sich vom Tanggürtel innen in den Fjorden bis hinaus zur Schelfkante in bis zu 500 m Tiefe; rund 75 Prozent des Küstendorsches nördlich von 62° N leben nördlich von 67° N – also auch in deiner Region. Der Seelachs laicht nach dem Institut im Winter mit Höhepunkt im Februar auf den Küstenbänken von Lofoten bis zur Nordsee und kommt im Sommer in Reichweite der Boote. Heilbutt laicht von Dezember bis März in 300 bis 700 m Tiefe und ist danach das Ziel für viele Sommerreisen.

Die Makrele hat nach dem Havforskningsinstituttet ihr Sommervorkommen in den letzten Jahren weit in den Norden des Europäischen Nordmeers ausgedehnt. Wie regelmäßig sie an der Küste von Vesterålen auftaucht, nennt das Institut nicht – rechne sie als möglichen Beifang, nicht als sicheres Ziel.

Zielfisch Fangaussicht (redaktionell) Was in Vesterålen gilt
Dorsch sehr gut Feb–Apr, sonst gut Skrei-Laichgebiet; Küstendorsch ganzjährig. Mindestmaß 44 cm außerhalb, 55 cm innerhalb von 4 Seemeilen der Basislinien.
Seelachs sehr gut Jul–Okt, gut Mai–Jun, sonst mäßig kein Mindestmaß für Freizeitangler, solange nicht verkauft wird
Heilbutt sehr gut Jul–Sep, gut Mai–Jun und Okt, mäßig Apr und Nov verboten vom 20. Dezember bis einschließlich 20. April; Mindestmaß 84 cm
Makrele sehr gut Jul–Sep, gut Jun, mäßig Mai und Okt kein Mindestmaß für Freizeitangler; Vorkommen so weit im Norden schwankend

Fangaussicht: dieselben redaktionellen Werte wie im Reisekalender und auf den Zielfisch-Seiten, für Norwegen allgemein und nicht für Vesterålen gemessen. Regeln: Fiskeridirektoratet, abgerufen am 30.09.2026.

Welche Regeln sind in Vesterålen besonders wichtig?

Vesterålen liegt nördlich von Stad (62° N) und gehört zu Nordland. Daraus ergeben sich einige Besonderheiten, die du vor der Reise kennen solltest. Alle weiteren Regeln stehen auf Regeln in Norwegen.

  • Dorsch: Mindestmaß 44 cm außerhalb und 55 cm innerhalb von 4 Seemeilen der Basislinien.
  • Heilbutt: Nördlich von Stad verboten vom 20. Dezember bis einschließlich 20. April, Mindestmaß 84 cm. Heilbutte mit mehr als 2 m Gesamtlänge musst du sofort freilassen.
  • Rotbarsch: Nördlich von Stad verboten, mit Ausnahme des Fischens mit „jukse“ vom 1. Juni bis einschließlich 31. August. Was „jukse“ genau umfasst, erklärt das Fiskeridirektoratet nicht – frag vor Ort nach.
  • Seehase und Meerforelle: In Nordland, Troms und Finnmark ist die Freizeitfischerei auf Seehase laut Fiskeridirektoratet verboten; für Meerforelle gilt dort ein Mindestmaß von 30 cm.

Die Ausfuhr deines Fangs ist nur nach einem Aufenthalt bei einem registrierten Turistfiskebetrieb möglich und auf eine Quote je Person begrenzt – Einzelheiten auf Ausfuhrquote Norwegen.

Wie viel Tageslicht hast du in Vesterålen?

Vesterålen liegt nördlich des Polarkreises. Für Harstad auf Hinnøya, am Ostrand der Region, nennt das Norwegische Lexikon eine Mitternachtssonne vom 22. Mai bis 21. Juli. Zum Vergleich: In Bodø dauert sie vom 31. Mai bis 12. Juli, in Tromsø vom 18. Mai bis 25. Juli. Die Polarnacht (mørketid) dauert nach dem Lexikon in Harstad vom 1. Dezember bis 12. Januar, in Bodø vom 15. bis 29. Dezember und in Tromsø vom 26. November bis 17. Januar. Für Vesterålen selbst nennt das Lexikon keine Daten; das nahe Harstad ist nach unserer Einschätzung der beste Anhaltspunkt.

Praktisch bedeutet das: Wer im Juni oder Juli kommt, kann seine Angelzeiten nach Wind und Gezeiten legen statt nach Tageslicht. Zur Skrei-Saison ab Februar ist die Sonne zurück, die Tage sind aber anfangs noch kurz. Plane Ausfahrten dann um die hellen Stunden herum und rechne mit Kälte auf dem Wasser.

Worauf achtest du auf See in Vesterålen?

In einem Freizeitboot unter 8 m Länge musst du nach dem Seefahrtsdirektorat (Sjøfartsdirektoratet) während der Fahrt Schwimmhilfe oder Rettungsweste tragen, sobald du dich draußen aufhältst (Småbåtloven § 23a). Mitgeführt werden muss eine Schwimmhilfe für jede Person an Bord – in jedem Freizeitboot, egal wie groß.

Im Notfall wählst du nach der Seenotrettungsgesellschaft Redningsselskapet die 112, auf dem Wasser genauso wie an Land. Für Hilfe, bevor es ernst wird, erreichst du den Küstenfunk rund um die Uhr über die 120 oder per Funk auf UKW-Kanal 16. Die Wettervorhersage für deinen Standort findest du auf yr.no.

Als redaktionelle Faustregeln für die Region: Nimm die Reviereinweisung des Betriebs ernst, fahr bei auflandigem Wind nicht an die offene Außenküste und kehr um, wenn der Wind zunimmt, statt „noch eine Drift“ zu machen. Das Seefahrtsdirektorat fasst das in den Seemannsregeln (sjøvettreglene) zusammen, unter anderem „Respekter vær og farvann“ – respektiere Wetter und Fahrwasser. Mehr zur Einschätzung des Winds: Wind und Angeln.

Für wen eignet sich Vesterålen?

Nach unserer Einschätzung passt Vesterålen zu dir, wenn du den Skrei im Winter suchst oder im Sommer Dorsch, Seelachs und Heilbutt in einer Reise verbinden willst – ähnlich wie auf den Lofoten, mit eigenen Flughäfen und Hurtigruten-Häfen. Südlich grenzen die Lofoten an, nordöstlich Senja und Troms. Welche Monate für welchen Fisch am besten sind, zeigt Beste Reisezeit; Hintergründe zu Skrei und Küstendorsch findest du unter Dorsch angeln in Norwegen.

Häufige Fragen

Kann man in Vesterålen Skrei fangen?

Ja. Nach dem Havforskningsinstituttet sind Vesterålen und Lofoten die wichtigsten Laichgebiete des Skrei. Die Laichzeit liegt nach dem Institut im März und April, nach dem Thünen-Institut von Februar bis April.

Wie komme ich nach Vesterålen?

Mit dem Auto über die E10 oder die Riksvei 82, mit der Fähre Melbu–Fiskebøl von den Lofoten, per Flug nach Stokmarknes oder Andøya oder mit der Hurtigruten nach Stokmarknes, Sortland oder Risøyhamn.

Wann gibt es in Vesterålen Mitternachtssonne?

Für das nahe Harstad nennt das Store norske leksikon den 22. Mai bis 21. Juli. Für Vesterålen selbst gibt das Lexikon keine eigenen Daten an.

Darf ich in Vesterålen Rotbarsch angeln?

Nur eingeschränkt. Nördlich von Stad ist Rotbarsch verboten, mit Ausnahme des Fischens mit „jukse“ vom 1. Juni bis einschließlich 31. August.

Welche Notrufnummer gilt auf See?

Im Notfall die 112, wie an Land. Für Hilfe unterhalb einer Notlage erreichst du den Küstenfunk über die 120 oder UKW-Kanal 16.

Tiefer einsteigen: Norwegen-Planungspaket 2027