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Aal · Beißzeiten

Aal angeln: Wann ist die beste Zeit?

Von der Redaktion anglerkompass · Stand: September 2026 · 4 Min. Lesezeit

Kurz gesagt

Aal angelst du am besten in warmen Sommernächten: Aale verlassen ihre Verstecke meist erst in der Dämmerung und sind vor allem nachts aktiv. Bei Wassertemperaturen unter 13 °C im Tagesmittel zeigen sie kaum Aktivität, im Winter fressen sie fast nicht. Mehrere Länder haben im Herbst und Winter eine Schonzeit.

NachtHauptaktivität in Dämmerung und Dunkelheit
unter 13 °Ckaum Aktivität (Tagesmittel)
3 %der Wanderschwankungen erklärt die Mondphase
ICESempfiehlt für 2026 null Fänge

Die kurze Antwort

Die beste Zeit zum Aalangeln ist die warme Jahreszeit, und dort die Dämmerung und die Nacht. Tagsüber versteckt sich der Aal meist am Gewässergrund, in Steinen, Wurzeln oder Pflanzen. Seine Verstecke verlässt er meist erst in der Dämmerung, um Nahrung zu suchen. Mit sinkender Wassertemperatur geht die Aktivität deutlich zurück.

Aal und Artenschutz: Der Europäische Aal steht seit 2008 auf der Roten Liste der IUCN als „vom Aussterben bedroht“. Die Rekrutierung der Glasaale ist in rund 45 Jahren um über 90 % gesunken. Der Internationale Rat für Meeresforschung (ICES) empfiehlt für 2026 null Fänge in allen Lebensräumen, ausdrücklich auch in der Freizeitfischerei, das Thünen-Institut empfiehlt Anglern, bis zu einer deutlichen Erholung auf Aalfang zu verzichten. In deutschen Meeres- und Brackgewässern ist Aalangeln verboten. Im Binnenland gelten Mindestmaße und teils Tageslimits, in Brandenburg etwa 50 cm und höchstens 3 Aale je Fangtag (§ 2a Abs. 6 BbgFischO). Zurücksetzen oder maßvolle Entnahme sind Optionen, die du selbst abwägen kannst.

Schonzeiten im Jahresverlauf

Viele Länder haben für den Aal keine Schonzeit, einige aber eine im Herbst und Winter – teils nur für bestimmte Flussgebiete. Die Tabelle zeigt die geprüften Werte:

Wann der Aal geschont ist
BundeslandJanFebMärAprMaiJunJulAugSepOktNovDezZeitraum
BrandenburgJan: keine SchonzeitFeb: keine SchonzeitMär: keine SchonzeitApr: keine SchonzeitMai: keine SchonzeitJun: keine SchonzeitJul: keine SchonzeitAug: keine SchonzeitSep: keine SchonzeitOkt: keine SchonzeitNov: keine SchonzeitDez: keine Schonzeitkeine Schonzeit
BerlinJan: keine SchonzeitFeb: keine SchonzeitMär: keine SchonzeitApr: keine SchonzeitMai: keine SchonzeitJun: keine SchonzeitJul: keine SchonzeitAug: keine SchonzeitSep: keine SchonzeitOkt: keine SchonzeitNov: keine SchonzeitDez: keine Schonzeitkeine Schonzeit
BayernJan: keine SchonzeitFeb: keine SchonzeitMär: keine SchonzeitApr: keine SchonzeitMai: keine SchonzeitJun: keine SchonzeitJul: keine SchonzeitAug: keine SchonzeitSep: keine SchonzeitOkt: SSchonzeitNov: SSchonzeitDez: SSchonzeit1. Oktober – 31. Dezember
Baden-WürttembergJan: SSchonzeitFeb: SSchonzeitMär: ½teilweise SchonzeitApr: keine SchonzeitMai: keine SchonzeitJun: keine SchonzeitJul: keine SchonzeitAug: keine SchonzeitSep: ½teilweise SchonzeitOkt: SSchonzeitNov: SSchonzeitDez: SSchonzeit15. September – 1. März
Nordrhein-WestfalenJan: keine SchonzeitFeb: keine SchonzeitMär: keine SchonzeitApr: keine SchonzeitMai: keine SchonzeitJun: keine SchonzeitJul: keine SchonzeitAug: keine SchonzeitSep: keine SchonzeitOkt: keine SchonzeitNov: keine SchonzeitDez: keine Schonzeitkeine Schonzeit
HessenJan: SSchonzeitFeb: SSchonzeitMär: ½teilweise SchonzeitApr: keine SchonzeitMai: keine SchonzeitJun: keine SchonzeitJul: keine SchonzeitAug: keine SchonzeitSep: ½teilweise SchonzeitOkt: SSchonzeitNov: SSchonzeitDez: SSchonzeit15. September – 1. März
Rheinland-PfalzJan: keine SchonzeitFeb: keine SchonzeitMär: keine SchonzeitApr: keine SchonzeitMai: keine SchonzeitJun: keine SchonzeitJul: keine SchonzeitAug: keine SchonzeitSep: keine SchonzeitOkt: keine SchonzeitNov: keine SchonzeitDez: keine Schonzeitkeine Schonzeit
SaarlandJan: keine SchonzeitFeb: keine SchonzeitMär: keine SchonzeitApr: keine SchonzeitMai: keine SchonzeitJun: keine SchonzeitJul: keine SchonzeitAug: keine SchonzeitSep: keine SchonzeitOkt: keine SchonzeitNov: keine SchonzeitDez: keine Schonzeitkeine Schonzeit
ThüringenJan: SSchonzeitFeb: SSchonzeitMär: keine SchonzeitApr: keine SchonzeitMai: keine SchonzeitJun: keine SchonzeitJul: keine SchonzeitAug: keine SchonzeitSep: keine SchonzeitOkt: keine SchonzeitNov: SSchonzeitDez: SSchonzeit1. November – 28. Februar
Mecklenburg-VorpommernJan: SSchonzeitFeb: SSchonzeitMär: keine SchonzeitApr: keine SchonzeitMai: keine SchonzeitJun: keine SchonzeitJul: keine SchonzeitAug: keine SchonzeitSep: keine SchonzeitOkt: keine SchonzeitNov: keine SchonzeitDez: SSchonzeit1. Dezember – 28. Februar
Schleswig-HolsteinJan: keine SchonzeitFeb: keine SchonzeitMär: keine SchonzeitApr: keine SchonzeitMai: keine SchonzeitJun: keine SchonzeitJul: keine SchonzeitAug: keine SchonzeitSep: keine SchonzeitOkt: keine SchonzeitNov: keine SchonzeitDez: keine Schonzeitkeine Schonzeit
HamburgJan: keine SchonzeitFeb: keine SchonzeitMär: keine SchonzeitApr: keine SchonzeitMai: keine SchonzeitJun: keine SchonzeitJul: keine SchonzeitAug: keine SchonzeitSep: keine SchonzeitOkt: keine SchonzeitNov: keine SchonzeitDez: keine Schonzeitkeine Schonzeit
BremenJan: keine SchonzeitFeb: keine SchonzeitMär: keine SchonzeitApr: keine SchonzeitMai: keine SchonzeitJun: keine SchonzeitJul: keine SchonzeitAug: keine SchonzeitSep: keine SchonzeitOkt: keine SchonzeitNov: keine SchonzeitDez: keine Schonzeitkeine Schonzeit
NiedersachsenJan: keine SchonzeitFeb: keine SchonzeitMär: keine SchonzeitApr: keine SchonzeitMai: keine SchonzeitJun: keine SchonzeitJul: keine SchonzeitAug: keine SchonzeitSep: keine SchonzeitOkt: keine SchonzeitNov: keine SchonzeitDez: keine Schonzeitkeine Schonzeit
Sachsen-AnhaltJan: keine SchonzeitFeb: keine SchonzeitMär: keine SchonzeitApr: keine SchonzeitMai: keine SchonzeitJun: keine SchonzeitJul: keine SchonzeitAug: keine SchonzeitSep: keine SchonzeitOkt: keine SchonzeitNov: keine SchonzeitDez: keine Schonzeitkeine Schonzeit
SachsenJan: keine SchonzeitFeb: keine SchonzeitMär: keine SchonzeitApr: keine SchonzeitMai: keine SchonzeitJun: keine SchonzeitJul: keine SchonzeitAug: keine SchonzeitSep: keine SchonzeitOkt: keine SchonzeitNov: keine SchonzeitDez: keine Schonzeitkeine Schonzeit

S Schonzeit den ganzen Monat · ½ Schonzeit in einem Teil des Monats · leer: keine Schonzeit

Quelle: Landesverordnung Brandenburg, Landesverordnung Berlin, Landesverordnung Bayern, Landesverordnung Baden-Württemberg, Landesverordnung Nordrhein-Westfalen, Landesverordnung Hessen, Landesverordnung Rheinland-Pfalz, Landesverordnung Saarland, Landesverordnung Thüringen, Landesverordnung Mecklenburg-Vorpommern, Landesverordnung Schleswig-Holstein, Landesverordnung Hamburg, Landesverordnung Bremen, Landesverordnung Niedersachsen, Landesverordnung Sachsen-Anhalt, Landesverordnung Sachsen. Nur geprüfte Regeln.

  • Bayern: 1. Oktober bis 31. Dezember, nur in den Flussgebieten Elbe, Rhein und Weser, nicht im Donaugebiet (Anlage Nr. 2.30 AVBayFiG).
  • Baden-Württemberg: 15. September bis 1. März, nur im Rhein und seinem Gewässersystem (§ 1 Abs. 1 LFischVO).
  • Nordrhein-Westfalen: 1. Oktober bis 1. März, nur im Rheinhauptstrom ohne Nebengewässer (§ 2 Nr. 2 LFischVO).
  • Hessen: 15. September bis 1. März (§ 2 Abs. 1 HFischV).
  • Thüringen: 1. November bis 28. Februar (§ 1 Abs. 1 ThürFischAVO).
  • Mecklenburg-Vorpommern: 1. Dezember bis 28. Februar für den Fang mit der Handangel (§ 5 Nr. 1 BiFVO M-V).

Mindestmaße und Tageslimits aller Länder stehen unter Schonzeit und Mindestmaß Aal.

Der Aal im Jahresverlauf

Jahreszeit Was belegt ist Was das fürs Angeln heißt
Winter Aale suchen tiefe, frostfreie Stellen auf, verbergen sich oft lange im Schlamm und fressen kaum. Bei 1 bis 3 °C erstarren sie. Keine Aalzeit. In mehreren Ländern Schonzeit.
Frühjahr Glasaale steigen je nach Region zwischen Januar und Mai in die Flüsse auf. Zum Verhalten der Gelbaale im Frühjahr in Deutschland gibt es keine Fachquelle. Mit steigender Wassertemperatur beginnt die Saison – anfangs mit wenigen Bissen.
Sommer Vor allem in der Dämmerung und nachts aktiv. Unter 13 °C Tagesmittel kaum Aktivität, die Hauptaktivität fällt in die warme Jahreszeit. Hauptsaison. Warme Nächte sind die beste Zeit.
Herbst Hauptzeit der Blankaal-Abwanderung. Blankaale fressen nicht mehr. Mit sinkender Temperatur geht die Aktivität der Gelbaale zurück. Die Saison läuft aus. Schonzeiten beginnen teils schon Mitte September.

Quellen: NLWKN/LAVES 2011, Literaturauswertung der Eawag (Küttel et al. 2002), Bruijs & Durif 2009. Die Temperaturangaben von FishBase und der Eawag-Auswertung passen nicht zusammen – wir nennen die Werte der Eawag-Auswertung.

Die beste Tageszeit

Der Aal ist ein nachtaktiver Bodenfisch. In der warmen Jahreszeit ist er vor allem in der Dämmerung und nachts aktiv, seltener auch tagsüber. Für die Praxis heißt das: Der Ansitz beginnt vor der Dämmerung, damit die Montagen liegen, wenn die Aale ihre Verstecke verlassen. Eine belastbare Uhrzeit, zu der Aale am besten beißen, gibt es nicht. Beachte örtliche Nachtangelverbote: Im Saarland ist das Fischen bei Nacht grundsätzlich verboten, vom 1. April bis 31. Oktober zwischen 23 und 5 Uhr, vom 1. November bis 31. März zwischen 19 und 7 Uhr; in geschlossenen Gewässern gilt das Verbot erst ab 5 ha, und der Fischereiverband Saar kann Ausnahmen zulassen (§ 10 Abs. 1–4 LFO).

Blankaalwanderung: dunkle Nächte, steigendes Wasser

Die Abwanderung der geschlechtsreifen Blankaale ins Meer beginnt typischerweise im Herbst und kann bis ins frühe Frühjahr dauern. Sie findet nachts statt, meist in dunklen Nächten, und konzentriert sich auf wenige Nächte. An der Mosel passierten in einer einzigen Nacht 67 % aller Blankaale eines Jahres ein Kraftwerk, bei abnehmendem Mond und steigendem Abfluss. Steigender Abfluss durch Regen oder Hochwasser und wenig Licht durch Wind, Trübung, Tiefdruck oder die Mondphase werden mit der Wanderung in Verbindung gebracht.

Die Einschränkungen sind wichtig: An der Loire wanderten zwar 36 % im letzten Viertel und 29 % bei Neumond, gegenüber 17 % bei Vollmond – die Mondphase erklärte aber nur 3 % der Schwankungen. An der französischen Nive gab es gar keinen Mondeffekt, und auch der Abfluss wirkt nicht überall gleich. Vor allem aber: Blankaale fressen während der Wanderung nicht. Die Wanderung sagt also nichts darüber aus, wann Aale an den Köder gehen.

Wetter, Luftdruck und Mond

Für Gelbaale – also die Aale, die du beim Angeln fängst – haben wir keine Fachquelle zum Einfluss von Wetter, Luftdruck oder Mond gefunden. Die bekannte Regel vom „Aalwetter“ ist ungesicherte Anglererfahrung. Häufig genannt werden:

  • schwül-warme Nächte und aufziehende Gewitter,
  • leicht steigendes, eingetrübtes Wasser nach Regen,
  • dunkle, bewölkte Nächte statt Vollmond.

Diese Regeln können an deinem Gewässer stimmen oder nicht. Ein eigenes Fangbuch mit Wassertemperatur, Wetter und Uhrzeit ist verlässlicher als jede Faustregel.

So planst du deinen Aalansitz

  1. Wassertemperatur prüfen – bei Tagesmitteln unter 13 °C zeigen Aale kaum Aktivität.
  2. Schonzeit, Mindestmaß, Tageslimit und Nachtangelregeln für dein Land und Gewässer prüfen, zum Beispiel mit dem Schonzeit-Checker.
  3. Den Platz bei Tageslicht erkunden und die Montagen vor der Dämmerung auslegen.
  4. Frische Köder mitnehmen und nach ein bis zwei Stunden ohne Biss wechseln.
  5. Hakenlöser, Schere und Maßband griffbereit halten, damit du untermaßige Aale schnell zurücksetzen kannst.
  6. Bei Hochwasser und starker Strömung vorsichtig sein – Uferbereiche können unterspült und rutschig sein.
  7. Den Platz sauber verlassen und keine Köderreste oder Fischteile liegen lassen.

In Nordrhein-Westfalen werden die Aalfänge der Freizeitfischer über Fanglisten dokumentiert, die die Hegeverpflichteten auswerten (§ 21 LFischVO). Auch anderswo verlangen Vereine Fangmeldungen – sie helfen, den Zustand des Bestands einzuschätzen.

Welche Köder zu welcher Zeit passen, steht unter Aal-Köder, die passenden Plätze unter Aal-Standplätze.

Häufige Fragen

Wann ist die beste Zeit zum Aalangeln?

In warmen Sommernächten. Aale verlassen ihre Verstecke meist erst in der Dämmerung und sind vor allem nachts aktiv. Unter 13 °C Wassertemperatur im Tagesmittel zeigen sie kaum Aktivität.

In welchen Monaten kann man Aal angeln?

Die Hauptsaison ist die warme Jahreszeit. Einen belegten Start- oder Endmonat gibt es nicht, entscheidend ist die Wassertemperatur. Einige Länder haben ab Mitte September, Oktober, November oder Dezember eine Schonzeit.

Beißen Aale bei Gewitter besser?

Das ist verbreitete Anglererfahrung, aber nicht belegt. Für fressende Gelbaale haben wir keine Fachquelle zum Einfluss von Wetter und Luftdruck gefunden.

Spielt der Mond beim Aalangeln eine Rolle?

Für die Abwanderung der Blankaale gibt es einen schwachen Zusammenhang mit dunklen Nächten, die Mondphase erklärte an der Loire aber nur 3 % der Schwankungen. Blankaale fressen dabei nicht. Für fressende Aale ist kein Mondeffekt belegt.

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