Aal · Montagen
Aal-Montagen: Die drei bewährten Rigs
Von der Redaktion anglerkompass · Stand: September 2026 · 4 Min. Lesezeit
Kurz gesagt
Für Aal brauchst du vor allem drei Montagen: die Laufbleimontage mit Tauwurm als Standard, die Grundmontage mit totem Köderfisch für größere Aale und die Posenmontage für ufernahe, flache Stellen. Weil Aale den Köder oft tief schlucken, schlägst du früh an und hast Hakenlöser und Schere griffbereit.
Aal und Artenschutz: Der Europäische Aal gilt laut IUCN als „vom Aussterben bedroht“, der Internationale Rat für Meeresforschung (ICES) empfiehlt für 2026 null Fänge, auch beim Angeln. In deutschen Meeres- und Brackgewässern ist Aalangeln verboten, im Binnenland gelten Mindestmaße und teils Tageslimits – in Brandenburg 50 cm und höchstens 3 Aale je Fangtag (§ 2a Abs. 6 BbgFischO). Eine Montage, die schonendes Zurücksetzen ermöglicht, ist deshalb doppelt sinnvoll.
Warum die Montage beim Aal entscheidet
Der Aal ist ein nachtaktiver Bodenfisch, der seine Nahrung über den Geruch findet. Die meisten Aal-Montagen bieten den Köder deshalb am Grund an. Weil Aale einen Köder oft ein Stück mitnehmen, bevor sie ihn schlucken, läuft die Schnur bei den Grundmontagen frei durch das Blei. So spürt der Aal keinen Widerstand. Welche Köder du verwendest, steht unter Aal-Köder.
1. Laufbleimontage mit Tauwurm
Wann: Fast immer – im See, im Kanal und im Fluss, von der Dämmerung bis in die Nacht. Tipp: Ein Haken mit langem Schenkel lässt sich leichter lösen. Die Längenangaben sind bewährte Richtwerte.
2. Grundmontage mit totem Köderfisch
Wann: Wenn du gezielt größere Aale fangen willst, denn bei größeren Aalen spielen Fische als Nahrung eine stärkere Rolle. Tipp: Den Köderfisch so anködern, dass die Hakenspitze frei bleibt. Köderfische nur tot und nur aus dem erlaubten Gewässersystem – in Brandenburg etwa nach § 6 BbgFischO.
3. Posenmontage
Wann: An flachen, ufernahen Stellen, an Schilfkanten und in Gräben, wo Aale in der Dämmerung auf Nahrungssuche gehen. Die Tiefe stellst du so ein, dass der Wurm auf dem Grund liegt. Tipp: Nachts nutzen viele Angler ein Knicklicht auf der Pose. Hessen verbietet künstliches Licht beim Fischfang (§ 9 HFischV), Bayern elektrische Lichtquellen (§ 15 Abs. 1 AVBayFiG). Ob ein Knicklicht darunter fällt, ist in diesen Texten nicht ausdrücklich geregelt – frag im Zweifel deinen Verein oder die Fischereibehörde. Wie du Pose und Tiefe einstellst, erklärt unsere Anleitung zum Posenangeln.
Welche Montage wann?
| Situation | Montage |
|---|---|
| Standardansitz im See, Kanal oder Fluss | Laufbleimontage mit Tauwurm |
| Gezielt größere Aale | Grundmontage mit Köderfisch oder Fetzen |
| Flache Ufer, Gräben, Schilfkanten | Posenmontage |
| Starke Strömung | Laufbleimontage mit schwererem Blei und kürzerem Vorfach |
| Viele Hänger an Steinschüttungen | Laufbleimontage am Fuß der Schüttung statt mittendrin |
Redaktionelle Einschätzung aus der Angelpraxis.
Den Biss erkennen
Aalbisse sind oft unruhig: Die Schnur zuckt, läuft ein Stück ab, bleibt stehen und läuft wieder. Bewährt hat sich, die Rolle im Freilauf zu lassen oder den Bügel offen zu halten, damit der Aal Schnur nehmen kann, ohne Widerstand zu spüren. Läuft die Schnur zügig und gleichmäßig ab, schlägst du an. Wartest du zu lange, schluckt der Aal den Köder tief. Nachts helfen elektronische Bissanzeiger – sie ersetzen aber nicht die Aufsicht über die Ruten, wie Sachsen ausdrücklich regelt (§ 4 SächsFischVO).
Drill und Landung
Aale versuchen im Drill, sich um Hindernisse zu wickeln oder in ein Versteck zu ziehen. Halte deshalb gleich nach dem Anschlag Druck und führe den Fisch zügig vom Grund weg. Viele Angler nutzen einen Kescher mit feinem, gummiertem Netz, weil sich der Aal darin weniger verheddert. Miss den Fisch direkt nach der Landung – ist er untermaßig oder geschont, kommt er sofort schonend zurück ins Wasser.
Hältern
Wer Aale entnehmen will, hältert sie oft bis zum Ende des Angeltags. Auch das ist geregelt: In Brandenburg darfst du Fische längstens bis zum Ende des Fangtages hältern (§ 11 BbgFischO). In Hessen muss ein Setzkescher mindestens 3,50 m lang und knotenlos sein, und gehälterte Fische dürfen nicht zurückgesetzt werden (§ 10 HFischV). Entscheide deshalb vor dem Hältern, ob du den Fisch wirklich mitnehmen willst.
Häufige Fehler
- Zu spät angeschlagen: Der Aal hat den Köder tief geschluckt. Anschlagen, sobald die Schnur zügig abläuft.
- Zu schweres Blei im Stillwasser: Der Aal spürt Widerstand und lässt los. Nur so viel Blei wie nötig.
- Montage mitten im Versteck: In Steinpackungen und Totholz verlierst du Montage und Fisch. Lege den Köder an den Rand.
- Köder nicht kontrolliert: Kleinfische und Krebse fressen Würmer oft unbemerkt ab. Den Köder regelmäßig prüfen.
Schonend abhaken
Aale schlucken den Köder oft tief. Bewährt hat sich, früh anzuschlagen, sobald die Schnur zügig abläuft. Sitzt der Haken trotzdem tief, sollst du in Brandenburg die Schnur an der Kopfspitze durchtrennen, statt den Haken herauszureißen (§ 3 BbgFischO). Untermaßige oder in der Schonzeit gefangene Aale setzt du sofort schonend zurück. Ein feuchtes Tuch hilft beim Festhalten des glatten Fisches.
Materialliste
| Teil | Wofür |
|---|---|
| Grundrute mit Freilaufrolle | Aal kann nach dem Biss Schnur nehmen |
| Monofile Hauptschnur | robust an Steinen und Holz, dehnt sich im Drill |
| Laufbleie in mehreren Gewichten | für Stillwasser und Strömung |
| Aalhaken mit langem Schenkel, Einzelhaken | Wurm und Köderfisch, leichter zu lösen |
| Wirbel, Perlen, Stopper, Laufposen | Grund- und Posenmontage |
| Bissanzeiger, Rutenhalter | Biss in der Dunkelheit erkennen |
| Hakenlöser, Schere, Maßband, feuchtes Tuch | schonend abhaken, Schnur kappen, Mindestmaß prüfen |
| Kopflampe | sicher hantieren im Dunkeln |
Handangeln musst du ständig beaufsichtigen, und meist sind höchstens zwei Ruten erlaubt – in Brandenburg etwa nach § 7 Abs. 3 BbgFischO.
Die passenden Knoten
- Clinch-Knoten – Wirbel und Haken an monofiler Schnur
- Uni-Knoten – vielseitig für Haken, Wirbel und Vorfach
- Palomar-Knoten – sehr tragfähig am Wirbel
Wo du die Montagen am besten auslegst, steht unter Aal-Standplätze.
Häufige Fragen
Welche Montage für Aal?
Der Standard ist die Laufbleimontage mit Tauwurm. Für größere Aale eignet sich die Grundmontage mit totem Köderfisch, an flachen Uferstellen die Posenmontage.
Warum ein Laufblei beim Aalangeln?
Die Schnur läuft frei durch das Blei. So kann der Aal den Köder aufnehmen und ein Stück mitnehmen, ohne Widerstand zu spüren.
Was tun, wenn der Aal den Haken geschluckt hat?
Nicht herausreißen. In Brandenburg ist vorgeschrieben, die Schnur an der Kopfspitze zu durchtrennen (§ 3 BbgFischO). Früh anzuschlagen hilft, das zu vermeiden.
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