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Aal · Köder

Aal-Köder: Wurm, Köderfisch und Fetzen

Von der Redaktion anglerkompass · Stand: September 2026 · 6 Min. Lesezeit

Kurz gesagt

Die bewährtesten Aal-Köder sind der Tauwurm, das Wurmbündel, der tote Köderfisch und der Fischfetzen. Aale sind nicht wählerisch: Kleinere fressen vor allem Würmer, Schnecken und Kleinkrebse, größere zunehmend Fische. Sie jagen nachts mit dem Geruchssinn – frische, gut riechende Köder am Grund fangen am besten.

GeruchssinnAale jagen nachts vor allem über den Geruch
unter 13 °Ckaum noch Aktivität
6–10 cmKöderfisch, bewährter Richtwert
IUCN: CRvom Aussterben bedroht

Aal und Artenschutz: Der Europäische Aal steht seit 2008 auf der Roten Liste der IUCN als „vom Aussterben bedroht“ (Critically Endangered). Der Internationale Rat für Meeresforschung (ICES) empfiehlt für 2026 null Fänge, ausdrücklich auch in der Freizeitfischerei. In deutschen Meeres- und Brackgewässern ist das Angeln auf Aal verboten. Im Binnenland gelten Mindestmaße und teils Tageslimits, in Brandenburg etwa 50 cm und höchstens 3 Aale je Fangtag (§ 2a Abs. 6 BbgFischO). Zurücksetzen oder eine maßvolle Entnahme sind Optionen, die du bewusst abwägen kannst.

Die Aal-Köder im Überblick

Die Matrix zeigt, welche Köder sich über das Jahr bewährt haben. Sie ist eine redaktionelle Einschätzung aus der Angelpraxis – keine Messung. Schonzeiten, Tageslimits und Köderverbote deines Landes gehen immer vor.

Köder Frühjahr Sommer Herbst Winter Trübes Wasser Klares Wasser
Tauwurm sehr gut sehr gut gut – sehr gut gut
Wurmbündel gut sehr gut gut – sehr gut gut
Rotwurm, Mistwurm gut gut mäßig – gut gut
Toter Köderfisch mäßig sehr gut gut – gut sehr gut
Fischfetzen mäßig gut gut – sehr gut gut

Redaktionelle Einschätzung, Stand September 2026. Im Winter fressen Aale kaum, in einigen Ländern gilt dann eine Schonzeit.

Warum Wurm und Fisch? Was Aale fressen

Gelbaale – so heißen Aale in der Fressphase, bevor sie zum Laichen abwandern – sind nicht wählerisch. Kleinere Aale fressen vor allem Wirbellose wie Schnecken, Muscheln, Kleinkrebse und Würmer, bei größeren Aalen spielen Fische eine stärkere Rolle. Der Aal ist ein nachtaktiver Bodenfisch, der mit dem Geruchssinn jagt. Daraus leiten sich zwei Faustregeln ab, beide Erfahrungswissen:

  • Der Köder liegt am Grund. Dort sucht der Aal seine Nahrung.
  • Geruch ist wichtiger als Aussehen. Frische Würmer, frisch getötete Köderfische und angeschnittene Fetzen geben viel Geruch ab. Ein Köder, der Stunden im Wasser lag, sollte gewechselt werden.

Spitzkopf und Breitkopf

Unter Anglern ist die Einteilung in „Spitzkopfaale“ und „Breitkopfaale“ verbreitet. Die Fachliteratur beschreibt, dass spitzköpfige Aale eher kleine, weiche Beute wie Zuckmückenlarven und Flohkrebse in Ufernähe fressen, breitköpfige eher große, harte Beute wie Fische und Weichtiere. In einem Fütterungsversuch bekamen Glasaale mit harter Nahrung breitere Köpfe – die Kopfform hängt also zu einem großen Teil von der Ernährung ab. Es sind keine getrennten Arten. Ob es wirklich zwei Gruppen gibt, ist umstritten: Eine Untersuchung an 272 Aalen aus Belgien fand keinen klaren Bruch, sondern einen fließenden Übergang. Zahlenangaben wie „bis zu 90 % Breitköpfe in fischreichen Gewässern“ haben wir in keiner Fachquelle gefunden.

Für die Praxis heißt das: Wer gezielt größere Aale fangen will, fischt mit Köderfisch oder Fetzen. Wer einfach Aal fangen will, ist mit dem Tauwurm gut bedient.

Die Köder im Einzelnen

Tauwurm und Wurmbündel

Der Tauwurm ist der klassische Aal-Köder. Du ziehst ihn ganz auf den Haken oder bündelst zwei bis drei Würmer zu einem großen, stark riechenden Köder. Wurmbündel sind etwas selektiver, weil kleine Fische sie nicht so schnell abfressen. Rot- und Mistwürmer sind kleiner und fangen eher kleinere Aale – und viele Barsche.

Toter Köderfisch

Ein kleiner, toter Köderfisch spricht vor allem die größeren, fischfressenden Aale an. Bewährt haben sich schlanke Fische, die du am Grund anbietest. Köderfische müssen in vielen Ländern tot sein und aus demselben Gewässersystem stammen – mehr dazu unten.

Fischfetzen

Ein Fetzen aus einem Köderfisch riecht besonders stark, weil Blut und Fett austreten. Er eignet sich gut für trübes Wasser und strömungsarme Stellen. Mit dem Einschneiden der Haut kannst du den Geruch verstärken.

Ködergröße

Bewährte Ködergrößen für Aal
Toter Köderfisch klein6 cm
Toter Köderfisch groß10 cm
Fischfetzen4 cm
Tauwurm ganz12 cm

Redaktionelle Richtwerte aus der Angelpraxis. Größere Köder für gezielten Fang großer Aale, kleinere bei vielen Bissen ohne Haken.

Die Hakengröße richtet sich nach dem Köder: Für einen Tauwurm reicht ein mittlerer Haken, für einen Köderfisch darf er größer sein. Wichtig ist ein Haken, der sich gut lösen lässt, denn Aale schlucken den Köder oft tief.

Aal-Köder im Jahresverlauf

Frühjahr

Mit sinkender Wassertemperatur geht die Aktivität der Aale deutlich zurück, mit steigender nimmt sie wieder zu. Bei Tagesmitteln unter 13 °C zeigten Aale in einer Untersuchung keine oder nur sehr wenig Aktivität. Zum Frühjahrsverhalten der Gelbaale in Deutschland haben wir keine Fachquelle gefunden. In der Praxis beginnt die Aalsaison, wenn sich das Wasser spürbar erwärmt – dann zuerst mit Würmern.

Sommer

In der warmen Jahreszeit sind Aale vor allem in der Dämmerung und nachts aktiv. Das ist die Hauptzeit, alle Köder fangen. Köderfische und Fetzen bringen jetzt eher die größeren Aale.

Herbst

Im Herbst beginnt die Abwanderung der Blankaale ins Meer. Blankaale bilden ihre Verdauungsorgane zurück und fressen während der Wanderung überhaupt nicht mehr. Sie gehen also nicht an den Köder. Gelbaale fressen weiter, bis die Temperaturen deutlich sinken.

Winter

Im Winter suchen Aale tiefe, frostfreie Stellen auf, halten sich oft lange im Schlamm verborgen und fressen kaum. Gezieltes Aalangeln lohnt sich dann nicht, und in mehreren Ländern gilt eine Schonzeit.

Vom Ufer oder vom Boot?

Aalangeln ist vor allem Uferangeln. Aale verstecken sich tagsüber in Steinen, Baumwurzeln, Totholz und dichten Pflanzen und verlassen die Verstecke in der Dämmerung. Diese Strukturen liegen oft in Wurfweite vom Ufer. Vom Boot aus erreichst du zusätzlich Steinpackungen und Totholz im Freiwasser. Wo du nachts fischen und ein Boot nutzen darfst, regelt deine Angelkarte.

Köder frisch halten

Weil der Aal über den Geruch jagt, entscheidet die Frische. Bewährt hat sich aus der Praxis:

  • Würmer kühl und feucht in Erde oder Moos lagern, nicht in der Sonne. Tote oder matte Würmer aussortieren.
  • Köderfische gekühlt mitbringen. In Sachsen müssen Köderfische vor dem Anködern waidgerecht getötet werden (§ 6 SächsFischVO).
  • Fetzen erst am Wasser schneiden, damit Blut und Fett noch austreten.
  • Köder wechseln: Nach ein bis zwei Stunden ohne Biss den Köder erneuern – er hat dann viel von seinem Geruch abgegeben.

Beifang und Selektivität

Würmer fangen nicht nur Aale, sondern auch Barsche, Brassen und viele andere Fische. Ein großes Wurmbündel oder ein Köderfisch hält kleinere Fische eher ab. Wenn du viele Bisse ohne Haken bekommst, sind oft Kleinfische am Köder – dann hilft ein größerer oder festerer Köder. Untermaßige Aale setzt du sofort schonend zurück.

Ist das Tageslimit deines Landes erreicht – etwa 3 Aale in Brandenburg oder 2 in Thüringen –, endet der Aalfang für diesen Tag. Weitere Aale setzt du dann schonend zurück.

Anfüttern

Der Aal findet den Köder über den Geruch, großes Anfüttern ist deshalb unüblich. Manche Angler legen ein paar zerschnittene Würmer in die Nähe des Hakenköders – das ist Praxiswissen. Beachte die Grenzen: In Berlin sind höchstens 500 g Lockfutter je Person und Fangtag erlaubt, das Anfüttern am Vortag ist verboten (§ 18 Abs. 4 LFischO). In Bremen dürfen tote Fische und Fischteile nicht am oder im Gewässer liegen gelassen werden (§ 5 Bremische Binnenfischereiverordnung).

Was ist erlaubt?

  • Mindestmaß und Tageslimit: Meist 50 cm. In Hamburg gilt ein Entnahmefenster von 45 bis 75 cm und ein Tageslimit von 3 Aalen, in Thüringen höchstens 2 Aale je Fangtag (§ 3 Abs. 6 ThürFischAVO), in Berlin zusammen höchstens 3 Aale und Zander (§ 18 Abs. 5 LFischO). Alle Werte stehen unter Schonzeit und Mindestmaß Aal.
  • Lebende Köderfische: In Brandenburg (§ 6 BbgFischO), Nordrhein-Westfalen (§ 6 LFischVO), Rheinland-Pfalz (§ 29 Landesfischereiordnung) und im Saarland (§ 10 LFO) verboten. Köderfische müssen oft aus demselben Gewässer oder Gewässersystem stammen.
  • Köderfisch in der Raubfischschonzeit: Mehrere Länder verbieten im Frühjahr Raubfischköder – Berlin vom 1. Januar bis 30. April (§ 18 Abs. 3 LFischO), Sachsen vom 1. Februar bis 30. April (§ 4 Abs. 5 SächsFischVO), Bremen Köderfische und Köderfischteile vom 1. Februar bis 15. Mai (§ 4 Abs. 2). Für den Aal bleibt dann der Wurm.
  • Krebse als Köder: In Hessen verboten (§ 14 Abs. 5 HFischV), in Baden-Württemberg nur abgekocht (§ 3 Abs. 4 LFischVO).

Die Regeln deines Landes findest du unter Angelregeln, die passenden Montagen unter Aal-Montagen.

Häufige Fragen

Was ist der beste Köder für Aal?

Der Tauwurm, einzeln oder als Bündel. Für größere Aale haben sich toter Köderfisch und Fischfetzen bewährt, weil größere Aale mehr Fisch fressen.

Warum fangen Fischfetzen so gut?

Aale jagen nachts vor allem mit dem Geruchssinn. Ein angeschnittener Fetzen gibt viel Geruch ab und wird deshalb gut gefunden.

Beißen Blankaale im Herbst?

Nein. Blankaale bilden ihre Verdauungsorgane zurück und fressen während der Wanderung ins Meer gar nicht mehr. Gefangen werden im Herbst Gelbaale, die noch fressen.

Darf ich überall auf Aal angeln?

Nein. In deutschen Meeres- und Brackgewässern ist das Angeln auf Aal verboten. Im Binnenland gelten Mindestmaße, teils Tageslimits und Schonzeiten der Länder.

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