Makrele · Beißzeiten
Makrelen-Beißzeiten: Wann die Schwärme kommen
Von der Redaktion anglerkompass · Stand: September 2026 · 5 Min. Lesezeit
Kurz gesagt
Makrelen kommen im Frühjahr an die Küste, wenn das Wasser etwa 11 bis 14 °C erreicht, und bleiben bis in den Herbst. Die Hauptsaison liegt im Sommer. Makrelen fressen überwiegend tagsüber und schwimmen bei Licht im geschlossenen Schwarm. Im Winter ziehen sie in tieferes Wasser und sind für Uferangler kaum erreichbar.
Die Wassertemperatur bestimmt die Saison
Makrelen sind Wanderfische. Sie ziehen zwischen Laich- und Fressgebieten hin und her und kommen nur einen Teil des Jahres an die Küste. Nach FishBase nähern sie sich im Frühjahr der Küste, wenn das Wasser 11 bis 14 °C erreicht, und überwintern in tieferem Wasser.
Zur Temperatur sind sich die Quellen nicht ganz einig, und wir nennen das offen: Das Thünen-Institut schreibt, die Makrele meide Wasser unter 11 °C. Das norwegische Meeresforschungsinstitut beschreibt, dass sie Temperaturen über 6 °C bevorzugt, aber deutlich kälteres Wasser verträgt; im Sommer ist sie inzwischen bis weit in die Zone um Spitzbergen verbreitet. Für Angler an der Küste ist die Richtung dieselbe: Makrelen kommen, wenn sich das Wasser im späten Frühjahr erwärmt, und verschwinden, wenn es im Herbst abkühlt.
Die Makrele im Jahresverlauf
| Zeitraum | Verhalten (belegt) | Für die Praxis (redaktionell) |
|---|---|---|
| Januar–April | Überwinterung in tieferem Wasser. Gelaicht wird im gesamten Verbreitungsgebiet in mehreren Gebieten zwischen Januar und August. | An deutschen Küsten und in Norwegen vom Ufer kaum erreichbar. |
| Mai–Juli | Annäherung an die Küste bei 11–14 °C. Laichen in Nordsee und Norwegischer See von Mai bis Ende Juli, Höhepunkt Mitte Juni; Eier in den oberen 200 m. | Die ersten Schwärme an Molen und Felsküsten. Je nach Jahr und Region früher oder später. |
| Juli–September | Erwachsene fressen in der Norwegischen See und angrenzenden Küstengebieten. | Hauptsaison an Nordsee, Ostsee und in Norwegen, auch tief in den Fjorden. |
| Oktober–Dezember | Rückzug in tieferes Wasser mit der Abkühlung. | Die Saison klingt aus; einzelne Schwärme noch an warmen Herbsttagen. |
Verhalten nach FishBase, Thünen-Institut und Havforskningsinstituttet. Monatsgrenzen in der Praxisspalte sind grobe Richtwerte; die Saison schwankt von Jahr zu Jahr.
Seit dem ICES-Benchmark 2025 gilt die Makrele im Nordostatlantik als ein einziger Bestand. Die früher übliche Einteilung in eine Nordsee-, West- und Südkomponente wird nicht mehr verwendet – ältere Texte, die mit diesen Komponenten argumentieren, sind veraltet. Auch die Sommerverbreitung hat sich verschoben: Mitte der 2000er dehnte sie sich nach Westen bis Island und Grönland aus, nach 2015 zog sie sich wieder nach Osten zurück.
Die beste Tageszeit
FishBase beschreibt die Makrele als Fisch, der überwiegend tagsüber frisst. Eine Laborstudie, die wir nur aus der Kurzfassung kennen, zeigte zudem: Bei hellem Licht bildeten Makrelen immer einen geschlossenen Schwarm, bei sehr wenig Licht schwammen sie einzeln. Beides passt zur Angelpraxis, in der Makrelen vor allem bei Tageslicht gefangen werden.
Etwas komplizierter wird es durch eine Studie in der Irmingersee, ebenfalls nur als Kurzfassung eingesehen: Dort fraßen Makrelen im Sommer Ruderfußkrebse vor allem am Nachmittag und Abend, Krill und Laternenfische eher nachts und morgens. Die Makrele frisst also nicht ausschließlich am Tag – was sie wann frisst, hängt von der verfügbaren Beute ab.
Für die Praxis ergibt sich eine Faustregel, die viele Küstenangler bestätigen:
- Morgen und Abend: Nach Anglererfahrung kommen Schwärme dann oft besonders nah an Molen und Felsküsten.
- Tagsüber: Makrelen fressen und fangen sich den ganzen Tag, besonders wenn Schwärme an der Oberfläche jagen.
- Nacht: Wenig lohnend. Die Schwärme lösen sich bei Dunkelheit auf.
Wetter, Wind und Strömung
Viele Angler berichten, dass Makrelen bei ruhigem, warmem Wetter und auflandigem Wind näher an die Küste kommen, und dass die Gezeitenströmung die Schwärme an Molenköpfen vorbeiführt. Belastbare Untersuchungen dazu haben wir nicht gefunden – das ist ungesicherte Anglererfahrung. Sicher ist: Die Wassertemperatur ist der wichtigste Faktor für die Saison. Wer sie im Blick behält, weiß, wann sich der erste Versuch lohnt. Die Temperaturanzeige des Echolots oder ein einfaches Wasserthermometer zeigt dir, ob das Wasser an deinem Platz schon warm genug ist; an der deutschen Küste lohnt zudem ein Blick auf die Meldungen örtlicher Angelgeschäfte.
Vom Boot gilt wie immer: Rettungsweste tragen, Seewetterbericht prüfen und bei auffrischendem Wind zurückfahren. Auch auf Molen bei Seegang ist Vorsicht geboten; Wellen können über den Molenkopf schlagen.
Norwegen: Makrelen tief im Fjord
In Norwegen ziehen Makrelen im Sommer nicht nur an die Außenküste, sondern oft tief in die Fjorde hinein. Das norwegische Meeresforschungsinstitut beschreibt, dass erwachsene Makrelen im Sommer zum Fressen in die Norwegische See und in angrenzende Meeres- und Küstengebiete ziehen und sich in den letzten Jahrzehnten deutlich nach Norden ausgebreitet haben. Für Norwegenreisende heißt das: Im Hochsommer stehen die Chancen gut, Makrelen direkt am Camp zu fangen – als Speisefisch und als Köder für Dorsch und Heilbutt. Im Frühsommer und Herbst hängt es stärker von Jahr und Region ab; frag im Camp nach, ob die Schwärme schon da oder noch da sind.
Bestand und Saison
Die Makrele hat keine Schonzeit in Norwegen, Schleswig-Holstein oder Mecklenburg-Vorpommern. Trotzdem lohnt ein Blick auf den Bestand: Laut ICES lag der Laicherbestand 2025 unter dem biologischen Grenzwert, und für 2026 wurde ein Fang empfohlen, der 70 Prozent unter der Empfehlung für 2025 liegt. Die Laichzeit fällt mit dem Beginn der Angelsaison zusammen. Wer im Juni viele laichreife Makrelen fängt, sollte nur so viele mitnehmen, wie er verwertet.
Makrelen laichen in Portionen: Ein Weibchen gibt seine Eier in mehreren Schüben ab, nach Thünen-Angaben insgesamt rund 200.000. Eier und Larven treiben im Freiwasser. Laichplätze, die du als Angler schonen könntest, gibt es daher anders als bei Dorsch oder Zander nicht – die maßvolle Entnahme ist der wirksamste Beitrag.
So nutzt du die Beißzeiten
- Achte im Frühsommer auf die Wassertemperatur und auf Fangmeldungen vor Ort – die ersten Schwärme kommen je nach Jahr früher oder später.
- Plane Molentage in die Morgen- und Abendstunden, bleib aber flexibel: Makrelen beißen auch tagsüber.
- Brauchst du Makrelen als Köder für Dorsch oder Heilbutt, fang sie am Morgen frisch – das spart Kühlplatz und bringt den besten Köder.
- Such die richtige Tiefe durch Mitzählen beim Absinken. Plätze findest du unter Makrelen-Standplätze.
- Die passenden Köder stehen unter Makrelen-Köder, Regeln für Norwegen unter Angeln in Norwegen.
Häufige Fragen
Wann ist Makrelenzeit?
Im Sommer. Makrelen kommen im Frühjahr an die Küste, wenn das Wasser etwa 11 bis 14 Grad erreicht, und ziehen im Herbst wieder in tieferes Wasser. Die Hauptsaison liegt grob zwischen Juli und September.
Zu welcher Tageszeit beißen Makrelen?
Makrelen fressen überwiegend tagsüber. Nach Anglererfahrung kommen Schwärme morgens und abends besonders nah an Molen; nachts lösen sich die Schwärme auf.
Haben Makrelen eine Schonzeit?
Nein, weder in Norwegen noch in Schleswig-Holstein oder Mecklenburg-Vorpommern. Wegen des schwachen Bestands solltest du aber nur mitnehmen, was du verwertest.
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