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Makrele · Montagen

Makrelen-Montagen: Drei Rigs für Mole, Kai und Boot

Von der Redaktion anglerkompass · Stand: September 2026 · 4 Min. Lesezeit

Kurz gesagt

Für Makrelen reichen drei Montagen: das Makrelenpaternoster mit drei bis fünf Haken und einem Pilker als Gewicht, der kleine Blinker solo für jagende Schwärme und die Posenmontage mit Fischfetzen für zögerliche Fische am Kai. Leichtes bis mittleres Spinngerät genügt; an der Küste von Mecklenburg-Vorpommern sind höchstens sechs Haken je Angel erlaubt.

3Montagen für fast jede Situation
3–5Haken am Paternoster, Richtwert
6Anbissstellen höchstens je Handangel in M-V

Worauf es bei Makrelen-Montagen ankommt

Makrelen leben im Freiwasser, meist in den oberen 200 m, und bilden große Schwärme nahe der Oberfläche. Anders als bei Dorsch und Heilbutt geht es bei Makrelen-Montagen nicht um den Grund, sondern um die richtige Wasserschicht und ein zügiges Tempo. Die Fische sind klein, meist unter einem Kilo, aber schnell und kampfstark. Leichtes bis mittleres Gerät reicht deshalb, und die Montagen können fein sein.

Die größte Herausforderung ist eine andere: Mehrere zappelnde Makrelen an einem Paternoster verdrehen das Vorfach in Sekunden. Einfache, kurze Montagen mit wenigen Haken sparen Zeit und Nerven.

1. Makrelenpaternoster mit Pilker

Makrelenpaternoster: der Klassiker
Hauptschnur, geflochten oder monofilWirbel mit KarabinerHaken mit Federn oder GlitzerfolieHaken mit Federn oder GlitzerfolieHaken mit Federn oder GlitzerfolieKarabinerPilker oder Blei, 30–80 g

Wann: Fast immer – von der Mole, von der Felsküste und vom Boot. So fischst du sie: Werfen oder ablassen, absinken lassen, in Sprüngen einholen. Wenn Makrelen beißen, nicht sofort einholen: Oft hängt sich nach dem ersten Fisch ein zweiter an. Tipp: Drei bis fünf Haken sind genug. Fertige Systeme mit mehr Haken kürzt du mit der Schere. In Mecklenburg-Vorpommern sind an der Küste höchstens sechs Anbissstellen je Handangel erlaubt (§ 9 KüFVO M-V). Die Grundtechnik mit Pilker und Beifänger erklärt unsere Anleitung zum Pilken.

2. Blinker solo

Blinker oder Wurfpilker solo
HauptschnurMonofiles Vorfach, etwa 1 mWirbel gegen SchnurdrallKarabinerSchlanker Blinker oder Wurfpilker, 15–40 gDrilling oder Einzelhaken

Wann: Wenn Makrelen an der Oberfläche jagen oder du weit werfen musst. So fischst du sie: In den Schwarm oder knapp dahinter werfen, kurz absinken lassen, zügig einholen. Der Wirbel verhindert, dass der rotierende Blinker die Schnur verdreht. Ein Einzelhaken statt Drilling macht das Lösen leichter, wenn du Fische zurücksetzen willst. Mehr zu Wurf und Führung steht in unserem Ratgeber zum Spinnfischen.

3. Posenmontage mit Fischfetzen

Posenmontage für Kai und Hafen
Monofile HauptschnurStopper für die TiefePerleLaufposeBebleiungWirbelVorfachKleiner HakenSchmaler Fischfetzen

Wann: Wenn Makrelen nah am Kai stehen, aber auf Kunstköder zögerlich reagieren – und für Kinder und Einsteiger. So fischst du sie: Mit dem Stopper die Tiefe einstellen, zunächst einige Meter unter der Oberfläche, dann nach Bissen anpassen. Der Fetzen soll in der Strömung flattern. Ein paar Brotkrumen oder zerdrückte Fischreste locken Kleinfisch an, der wiederum Makrelen anzieht – Anglererfahrung; prüf aber, ob Anfüttern am Kai erlaubt ist. Die Grundlagen zu Pose und Tiefeneinstellung stehen in unserer Anleitung zum Posenangeln.

Leichte Variante: kleiner Jig

Wer Makrelen möglichst sportlich fangen will, fischt einen kleinen Gummifisch oder Twister an einem leichten Jigkopf von 10 bis 20 g an der Spinnrute. Der Köder wird geworfen, kurz abgesenkt und zügig mit kleinen Sprüngen eingeholt. Mit einem einzelnen Haken fängst du immer nur einen Fisch – das macht den Drill intensiver und hilft, nicht mehr zu fangen als nötig. Diese Variante eignet sich besonders, wenn Makrelen in Wurfweite an der Oberfläche jagen. Die Grundtechnik erklärt unsere Anleitung Jiggen und Faulenzen.

Paternoster selbst bauen

Fertige Makrelenvorfächer sind günstig, aber oft mit zu vielen, zu dünnen Seitenarmen. Ein eigenes Paternoster ist schnell gebunden – so hat es sich bewährt:

  • Ein Stück monofile Schnur von etwa 1,5 m als Hauptstrang, oben ein Wirbel, unten ein Karabiner für den Pilker.
  • Drei bis fünf Seitenarme von wenigen Zentimetern Länge mit Seitenarmschlaufen einbinden, im Abstand von etwa 25 bis 30 cm.
  • Kleine Haken mit Federn, Glitzerfolie oder einem Streifen Fischhaut bestücken.
  • Kurze, steife Seitenarme verheddern sich weniger als lange, weiche.

Makrelen schnell lösen

Makrelen zappeln heftig, und an einem Paternoster voller Fische verdreht sich alles in Sekunden. Hol die Fische deshalb zügig ein, leg das System flach auf den Boden oder in einen Eimer und löse die Fische von unten nach oben. Ein Hakenlöser oder eine Zange hilft. Makrelen, die du zurücksetzen willst, löst du am besten direkt über dem Wasser, ohne sie abzulegen. Mit angedrückten Widerhaken geht das deutlich schneller.

Welche Montage wann?

Situation Erste Wahl Alternative
Makrelen irgendwo vor der Mole Paternoster mit Pilker Blinker solo
Schwarm jagt an der Oberfläche Blinker solo Paternoster, schnell eingeholt
Makrelen nah am Kai, beißen zögerlich Posenmontage mit Fetzen Paternoster mit Fetzen an einem Haken
Vom Boot über tieferem Wasser Paternoster mit schwererem Pilker Blinker, tiefer geführt
Köderfische für Dorsch und Heilbutt Paternoster –

Redaktionelle Einschätzung, Stand September 2026.

Häufige Fehler

  • Zu viele Haken: Ein Paternoster mit acht oder zehn Haken voller Makrelen ist kaum zu entwirren – und fängt mehr, als du brauchst.
  • Zu langsam: Makrelen sind schnelle Jäger. Ein träge geführter Köder bleibt oft unbeachtet.
  • Falsche Tiefe: Schwärme stehen nicht immer an der Oberfläche. Zähl beim Absinken mit und merk dir die Tiefe der Bisse.
  • Zu grobes Gerät: Mit einer schweren Bootsrute spürst du den Kampf der Makrele kaum. Leichteres Gerät macht mehr Freude.
  • Nicht auf Wurfbahnen geachtet: An vollen Molen im Sommer verheddern sich Paternoster schnell mit denen der Nachbarn. Wirf gerade und lass Abstand.

Materialliste

Teil Wofür
Spinnrute, etwa 2,7 bis 3,3 m, mittleres Wurfgewicht weite Würfe von Mole und Felsküste
Stationärrolle mittlerer Größe zügiges Einholen
Makrelenpaternoster, 3–5 Haken Standardmontage
Pilker und Bleie 30–80 g Wurf- und Sinkgewicht
Blinker und Wurfpilker 15–40 g jagende Schwärme
Laufpose, Stopper, kleine Haken Posenmontage mit Fetzen
Eimer mit Eis oder Kühlbox, Messer Fang sofort versorgen

Redaktionelle Einschätzung, Stand September 2026.

Die passenden Knoten

Regeln an der Küste

In Schleswig-Holstein gilt für Makrele ein Mindestmaß von 30 cm nur in der Nordsee, in der Ostsee keines; in Mecklenburg-Vorpommern gibt es kein Mindestmaß. In Norwegen besteht für Freizeitangler ohne Verkauf kein Mindestmaß, Touristen dürfen aber nur mit Rute oder Handleine angeln. Die Regeln im Detail findest du unter Regeln Schleswig-Holstein, Regeln Mecklenburg-Vorpommern und Angeln in Norwegen. Welche Köder du an die Montagen hängst, steht unter Makrelen-Köder.

Häufige Fragen

Welche Montage für Makrelen von der Mole?

Das Makrelenpaternoster mit drei bis fünf Haken und einem Pilker als Gewicht. Jagen die Fische an der Oberfläche, fängt ein kleiner Blinker solo, bei zögerlichen Fischen die Posenmontage mit Fischfetzen.

Wie viele Haken darf ein Makrelenvorfach haben?

In Mecklenburg-Vorpommern sind an der Küste höchstens sechs Anbissstellen je Handangel erlaubt. Praktisch sind drei bis fünf Haken ohnehin sinnvoller.

Welche Rute für Makrelen?

Eine Spinnrute von etwa 2,7 bis 3,3 m mit mittlerem Wurfgewicht und eine mittelgroße Stationärrolle reichen. Mit leichtem Gerät macht der Drill mehr Spaß.

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