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Regenbogenforelle · Beißzeiten

Regenbogenforelle-Beißzeiten: Wann Forellen beißen

Von der Redaktion anglerkompass · Stand: September 2026 · 4 Min. Lesezeit

Kurz gesagt

Regenbogenforellen lassen sich fast das ganze Jahr fangen. Nur vier Länder haben eine Schonzeit, meist vom Herbst bis ins Frühjahr, in Bayern vom 15. Dezember bis 15. März. Die Laichzeit liegt je nach Stamm zwischen Oktober und Mai. Zur Tageszeit gibt es keine Fachquelle; viele Angler fischen morgens und abends.

4 Ländermit Schonzeit
Okt–MaiLaichzeit je nach Stamm
über 25 °Cüblicherweise kein Besatz
6 Ländermit Schonzeit oder Mindestmaß

Die kurze Antwort

Die Regenbogenforelle ist in vielen Ländern gar nicht geregelt, deshalb kannst du sie dort ganzjährig fangen – sofern Gewässer und Angelkarte es erlauben. Wo eine Schonzeit gilt, liegt sie im Winterhalbjahr. Über die Tageszeit der Regenbogenforelle in deutschen Gewässern haben wir keine Fachquelle gefunden. Was über Wetter und Mond erzählt wird, ist Anglererfahrung.

Schonzeiten im Jahresverlauf

Sechs Länder regeln die Regenbogenforelle: Berlin, Bayern, Baden-Württemberg und Sachsen mit Schonzeit, Niedersachsen und Sachsen-Anhalt nur mit Mindestmaß. In Sachsen gilt die Schonzeit vom 1. Oktober bis 30. April nur in Fließgewässern (Anlage Nr. 31 SächsFischVO). Die Tabelle zeigt die geprüften Werte:

Wann die Regenbogenforelle geschont ist
BundeslandJanFebMärAprMaiJunJulAugSepOktNovDezZeitraum
BerlinJan: SSchonzeitFeb: SSchonzeitMär: SSchonzeitApr: SSchonzeitMai: keine SchonzeitJun: keine SchonzeitJul: keine SchonzeitAug: keine SchonzeitSep: keine SchonzeitOkt: SSchonzeitNov: SSchonzeitDez: SSchonzeit1. Oktober – 30. April
BayernJan: SSchonzeitFeb: SSchonzeitMär: ½teilweise SchonzeitApr: keine SchonzeitMai: keine SchonzeitJun: keine SchonzeitJul: keine SchonzeitAug: keine SchonzeitSep: keine SchonzeitOkt: keine SchonzeitNov: keine SchonzeitDez: ½teilweise Schonzeit15. Dezember – 15. März
Baden-WürttembergJan: SSchonzeitFeb: SSchonzeitMär: keine SchonzeitApr: keine SchonzeitMai: keine SchonzeitJun: keine SchonzeitJul: keine SchonzeitAug: keine SchonzeitSep: keine SchonzeitOkt: SSchonzeitNov: SSchonzeitDez: SSchonzeit1. Oktober – 28. Februar
SachsenJan: SSchonzeitFeb: SSchonzeitMär: SSchonzeitApr: SSchonzeitMai: keine SchonzeitJun: keine SchonzeitJul: keine SchonzeitAug: keine SchonzeitSep: keine SchonzeitOkt: SSchonzeitNov: SSchonzeitDez: SSchonzeit1. Oktober – 30. April
NiedersachsenJan: keine SchonzeitFeb: keine SchonzeitMär: keine SchonzeitApr: keine SchonzeitMai: keine SchonzeitJun: keine SchonzeitJul: keine SchonzeitAug: keine SchonzeitSep: keine SchonzeitOkt: keine SchonzeitNov: keine SchonzeitDez: keine Schonzeitkeine Schonzeit
Sachsen-AnhaltJan: keine SchonzeitFeb: keine SchonzeitMär: keine SchonzeitApr: keine SchonzeitMai: keine SchonzeitJun: keine SchonzeitJul: keine SchonzeitAug: keine SchonzeitSep: keine SchonzeitOkt: keine SchonzeitNov: keine SchonzeitDez: keine Schonzeitkeine Schonzeit

S Schonzeit den ganzen Monat · ½ Schonzeit in einem Teil des Monats · leer: keine Schonzeit

Quelle: Landesverordnung Berlin, Landesverordnung Bayern, Landesverordnung Baden-Württemberg, Landesverordnung Sachsen, Landesverordnung Niedersachsen, Landesverordnung Sachsen-Anhalt. Nur geprüfte Regeln.

Mindestmaße: 25 cm in Berlin, Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und Sachsen, 26 cm in Bayern (Anlage Nr. 2.43 AVBayFiG), in Baden-Württemberg keines (§ 1 Abs. 1 LFischVO). Brandenburg, Nordrhein-Westfalen, Hessen, Rheinland-Pfalz, Saarland, Thüringen, Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein, Hamburg und Bremen regeln die Art in ihren Verordnungen nicht. Das heißt nicht, dass dort alles erlaubt ist: Allgemeine Gewässerschonzeiten wie die Winterschonzeit in Rheinland-Pfalz (§ 19) gelten auch für Regenbogenforellen, und die Angelkarte kann eigene Regeln festlegen. Die Regeln je Land findest du unter Angelregeln.

Die Regenbogenforelle im Jahresverlauf

Jahreszeit Was belegt ist Was das fürs Angeln heißt
Herbst und Winter Laichzeit je nach Stamm ab Oktober (LFV) oder November (FishBase). In Isar und Traun laichen Regenbogenforellen im Winter. Schonzeit in Berlin, Baden-Württemberg, Sachsens Fließgewässern und ab 15. Dezember in Bayern.
Frühjahr Laichzeit reicht bis Mai. In der Leitzach laichen sie ausschließlich im Frühjahr. Schonzeitende je nach Land zwischen 28. Februar und 30. April.
Sommer Unempfindlicher gegenüber Wärme und Sauerstoffmangel als die Bachforelle; Besatz üblicherweise nicht in Gewässer mit Sommertemperaturen über 25 °C. Bei Hitze tiefer, früh oder spät fischen.

Quellen: LFV Bayern, FishBase, Mueller et al. 2024. Die Laichzeit unterscheidet sich je nach Stamm und Gewässer; die Quellen nennen Oktober bis Mai (LFV) und November bis Mai (FishBase).

Für Zuchtanlagen nennt die LfL Bayern ein optimales Zulaufwasser von 8 bis 14 °C und einen Sauerstoffgehalt nahe der Sättigung, am Teichauslauf nicht unter 6 mg/l. Das sind Aquakultur-Richtwerte, keine Freilandbiologie – als grobe Orientierung, in welchem Wasser sich die Art wohlfühlt, taugen sie trotzdem.

Wassertemperatur

Temperaturwerte zur Regenbogenforelle
Optimales Zulaufwasser in der Zucht, unten8 °C
Unter diesen Wert muss das Wasser fallen, damit Laichbestände entstehen13 °C
Optimales Zulaufwasser in der Zucht, oben14 °C
Kein Besatz üblich bei Sommertemperaturen über25 °C

LfL Bayern 2021 (Zuchtbedingungen, keine Freilandbiologie) und FishBase nach Kottelat und Freyhof 2007.

Die Werte stammen aus unterschiedlichen Zusammenhängen: Die Zuchtwerte gelten für Teichanlagen, die 13 °C beschreiben eine Bedingung für die Bildung von Laichbeständen, die 25 °C eine übliche Grenze für den Besatz. Eine Fachangabe zur bevorzugten Temperatur freilebender Regenbogenforellen in Deutschland haben wir nicht gefunden.

Laichzeit und Stamm

Dass die Laichzeit so weit streut, liegt an den unterschiedlichen Stämmen. In der Fischzucht wird die Regenbogenforelle seit über 100 Jahren künstlich vermehrt, in den Wintermonaten durch Abstreifen; die Brut schlüpft nach etwa 40 Tagen. Freilebende Bestände in Bayern verhalten sich unterschiedlich: In der Leitzach laichen die Fische ausschließlich im Frühjahr, in Isar und Traun im Winter und nach lokalen Berichten auch im Frühjahr. Für dich heißt das: Wo keine Schonzeit gilt, kann es zu jeder Jahreszeit laichende Regenbogenforellen geben. Fische mit Laichfärbung auf Laichplätzen lässt du in Ruhe.

Die beste Tageszeit

Zur Tagesaktivität der Regenbogenforelle in deutschen Gewässern haben wir keine belastbare Quelle gefunden. Belegt ist nur, dass Brütlinge kurz nach dem Aufschwimmen nachts flussabwärts wandern – für erwachsene Fische sagt das nichts. Aus der Angelpraxis werden der frühe Morgen und der Abend empfohlen, an Forellenseen auch die Zeit kurz nach einem Besatz. Das ist Anglererfahrung, keine Messung.

Regenbogen- und Bachforelle im selben Gewässer

In vielen Flüssen leben Regenbogen- und Bachforellen nebeneinander – mit unterschiedlichen Schonzeiten. In Bayern ist die Bachforelle vom 1. Oktober bis 15. März geschont, die Regenbogenforelle erst vom 15. Dezember bis 15. März (Anlage Nr. 2.32 und 2.43 AVBayFiG). Im Herbst darfst du dort also Regenbogenforellen fangen, während Bachforellen schon geschont sind. In Ländern, die die Regenbogenforelle gar nicht regeln, gilt die Bachforellen-Schonzeit trotzdem für jede gefangene Bachforelle. Du musst die beiden Arten deshalb sicher unterscheiden können und eine Bachforelle in der Schonzeit sofort schonend zurücksetzen. Die Schonzeiten der Bachforelle findest du unter Schonzeit und Mindestmaß Bachforelle.

Beißzeiten nach Gewässertyp

  • Fließgewässer: Hier gelten in Sachsen und den anderen Ländern mit Schonzeit die Winterregeln. Die Temperatur schwankt weniger als im flachen See.
  • Seen und Baggerseen: Flache Seen erwärmen sich im Sommer stark, dann stehen die Fische tiefer. Tiefe Seen bleiben kühler.
  • Forellenseen und Angelteiche: Dazu gibt es keine Fachquelle. Öffnungszeiten, Besatztage und Regeln legt der Betreiber fest – frag nach, bevor du planst.

So planst du deinen Angeltag

  1. Prüfen, ob in deinem Land eine Schonzeit oder ein Mindestmaß gilt, zum Beispiel mit dem Schonzeit-Checker.
  2. Klären, ob du Regenbogenforellen entnehmen musst – etwa aus Fließgewässern in Hessen (§ 14 Abs. 2 HFischV).
  3. Bei warmem Wetter früh am Morgen oder am Abend fischen.
  4. Die Tiefe suchen: mit sinkendem Sbirolino oder verstellbarer Pose.
  5. Fänge mit Uhrzeit, Wassertemperatur und Köder notieren.

Wetter, Luftdruck und Mond

Zum Einfluss von Wetter, Luftdruck und Mond auf die Regenbogenforelle haben wir keine Fachquelle gefunden. Häufig genannte Anglererfahrungen, ungesichert:

  • bedeckter Himmel und leichter Wind sind besser als pralle Sonne und spiegelglattes Wasser,
  • nach einem Wetterumschwung beißen die Fische schlechter,
  • an Forellenseen fangen die ersten Stunden nach einem Besatz am besten.

Welche Köder zu welcher Zeit passen, steht unter Regenbogenforelle-Köder, die passenden Plätze unter Regenbogenforelle-Standplätze.

Häufige Fragen

Hat die Regenbogenforelle eine Schonzeit?

Nur in vier Ländern: Berlin und Sachsen vom 1. Oktober bis 30. April (Sachsen nur in Fließgewässern), Baden-Württemberg vom 1. Oktober bis 28. Februar und Bayern vom 15. Dezember bis 15. März.

Kann man Regenbogenforellen im Winter angeln?

Ja, wo keine Schonzeit gilt und die Angelkarte es erlaubt, etwa an vielen Forellenseen. In Bayern, Berlin, Baden-Württemberg und in Sachsens Fließgewässern ist sie im Winter geschont.

Wann laichen Regenbogenforellen?

Je nach Stamm zwischen Oktober und Mai. In Bayern laichen freilebende Regenbogenforellen in der Leitzach nur im Frühjahr, in Isar und Traun im Winter.

Zu welcher Tageszeit beißen Regenbogenforellen?

Dazu gibt es keine Fachquelle. Viele Angler fischen morgens und abends, bei Hitze vor allem früh.

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