Regenbogenforelle · Standplätze
Regenbogenforelle-Standplätze: Wo Forellen stehen
Von der Redaktion anglerkompass · Stand: September 2026 · 4 Min. Lesezeit
Kurz gesagt
Regenbogenforellen lieben klare, kühle, sauerstoffreiche Fließgewässer, vertragen aber mehr Wärme als die Bachforelle. Sie werden fast überall besetzt, auch in Baggerseen und Forellenseen. Im Fluss stehen sie an Strömungskanten und Gumpen, im See je nach Temperatur im Mittelwasser oder tiefer. In einigen bayerischen Flüssen vermehren sie sich selbst.
Wo Regenbogenforellen leben
Die Regenbogenforelle liebt klare, kühle, sauerstoffreiche Fließgewässer, ist aber gegenüber höheren Temperaturen und geringerem Sauerstoffgehalt unempfindlicher als die Bachforelle. Anders als Bachforelle und Äsche verträgt sie auch niedrige pH-Werte, deshalb wurde sie teils in versauerten Wasserläufen besetzt. Laut FishBase wird sie fast überall besetzt, üblicherweise aber nicht in Gewässer mit Sommertemperaturen über 25 °C oder sehr wenig Sauerstoff – oft, um Angler anzuziehen.
Eine Fachveröffentlichung zur guten fachlichen Praxis beim Besatz hält Regenbogenforellen-Besatz für die Angelfischerei in stark verbauten Fließgewässern, etwa Laufstauen der Forellenregion, oder in neuen Kiesseen ohne Abwanderungsmöglichkeit für tolerabel: Dort fehlen Laichplätze, und der Bestand verschwindet ohne weiteren Besatz wieder. Mehrere Länder haben eigene Besatzregeln. In Bayern ist Besatz mit Regenbogenforellen nur in den in der Anlage bestimmten Gebieten zulässig (§ 22 AVBayFiG). In Schleswig-Holstein steht die Art nicht in Anlage 1 der Binnenfischereiverordnung, Besatz ist in Binnengewässern grundsätzlich nur mit Anlage-1-Arten erlaubt (§ 3 Abs. 1 BiFVO).
Vermehren sie sich in Deutschland selbst?
Ja, aber selten – und hier widersprechen sich die Quellen zum Teil. Der Landesfischereiverband Bayern schreibt, natürliche Vermehrung sei nachgewiesen, finde aber eher selten statt. Den ersten wissenschaftlichen Nachweis für drei bayerische Alpenflüsse – Leitzach, Isar und Traun – lieferten Mueller et al. 2024: Eier aus Laichgruben wurden genetisch als Regenbogenforelle bestimmt, in der Leitzach gab es viele Fische unter 10 cm. Eine europaweite Übersicht zählte schon 2015 über 130 bestätigte oder mögliche selbsterhaltende Bestände in 16 Ländern, am häufigsten im Alpenvorland. Nach Kottelat und Freyhof bilden sich keine Laichbestände, wenn der Schlupf in die Hochwasserzeit fällt, bei kalten Sommern oder wenn das Wasser nicht unter 13 °C abkühlt. Das Bundesamt für Naturschutz führt die Art als etabliert und invasiv.
Standplätze nach Gewässertyp und Jahreszeit
| Gewässer | Frühjahr | Sommer | Herbst | Winter |
|---|---|---|---|---|
| Fluss | Strömungskanten, Gumpen, ruhigere Abschnitte | Rauschen, Einläufe, schattige Abschnitte | Kanten, Rinnen, Gumpen | tiefe, ruhige Bereiche; Schonzeit beachten |
| Stauhaltung, verbauter Abschnitt | Wehrunterwasser, Einläufe | sauerstoffreiche Bereiche unterhalb von Wehren | tiefere Bereiche | tiefe, ruhige Bereiche |
| Kiessee, Baggersee | flachere Uferzonen, die sich erwärmen | tieferes, kühleres Wasser, Kanten | Uferzonen und Kanten | tiefere Bereiche |
| Forellensee | Zulauf, Uferbereiche | tieferes Wasser, Zulauf | Uferbereiche, Mittelwasser | tiefere Bereiche, langsam fischen |
Redaktionelle Einschätzung aus der Angelpraxis, Stand September 2026. Für Forellenseen gibt es keine Fachquelle; die Angaben sind reine Praxis.
Im Fluss
Im Fließgewässer stehen Regenbogenforellen ähnlich wie Bachforellen an Strömungskanten, in Gumpen, hinter Steinen und an Einläufen. Nach Anglererfahrung stehen sie häufiger als Bachforellen auch in stärkerer Strömung und im offenen Wasser. Freilebende Bestände laichen wie Bachforellen in Laichgruben im Kies.
Im See
Im See entscheidet die Temperatur. Im Frühjahr und Herbst stehen die Fische oft ufernah, im Sommer tiefer im kühleren Wasser. Mit einem sinkenden Sbirolino findest du die Tiefe – Praxiswissen. In neuen Kiesseen ohne Abwanderungsmöglichkeit fehlen Laichplätze; die Bestände dort gehen auf Besatz zurück und verschwinden ohne weiteren Besatz wieder.
Am Forellensee
Zum Verhalten in kommerziellen Forellenseen haben wir keine Fachquelle gefunden. Aus der Praxis: Frisch besetzte Fische ziehen oft in Gruppen durch das Gewässer, der Bereich um den Zulauf mit frischem Wasser ist beliebt. Wie viele Fische ein Betreiber einsetzt, ist sehr unterschiedlich und nicht belegt.
Die wichtigsten Strukturen
Strömungskanten und Gumpen
Im Fluss stehen Regenbogenforellen dort, wo schnelles und langsames Wasser aufeinandertreffen. Die Strömung trägt Insektenlarven, Bachflohkrebse und Anfluginsekten heran, im ruhigen Wasser daneben spart der Fisch Kraft. Tiefe Gumpen sind vor allem im Sommer wichtig – Praxiswissen.
Zuläufe und Einläufe
Zuläufe bringen frisches, oft kühleres und sauerstoffreicheres Wasser und Nahrung ins Gewässer. Weil die Art kühles, sauerstoffreiches Wasser liebt, sind solche Bereiche im See wie im Forellensee gute Plätze.
Wehre und verbaute Abschnitte
Laut der VDFF-Schrift zur guten fachlichen Praxis gilt Besatz mit Regenbogenforellen gerade in stark verbauten Fließgewässern wie Laufstauen der Forellenregion als tolerabel. Solche Abschnitte sind deshalb typische Regenbogenforellen-Gewässer. Nach Anglererfahrung ist das bewegte, sauerstoffreiche Wasser unterhalb von Wehren ein guter Platz. An Fischwegen gelten allerdings Fangverbote, etwa im Umkreis von 30 m in Sachsen (§ 10 Abs. 2 SächsFischVO) und Baden-Württemberg (§ 7 LFischVO) – dort nicht angeln.
Kanten und Plateaus im See
Im Baggersee ziehen Regenbogenforellen nach Anglererfahrung gern an Kanten entlang, besonders dort, wo flaches in tiefes Wasser übergeht. Tiefenkarten helfen, solche Stellen vorab zu finden.
Den Platz planen
Regenbogenforellen sind nach Anglererfahrung oft in Bewegung. Statt lange an einer Stelle zu warten, lohnt es sich, verschiedene Plätze und Tiefen abzufischen, bis du die Fische gefunden hast. Hast du Bisse, bleibst du bei Tiefe und Köder und notierst beides mit Jahreszeit und Wassertemperatur – so lernst du dein Gewässer kennen. Das ist Praxiswissen.
So findest du Regenbogenforellen
- Tiefe suchen: Im See zuerst verschiedene Tiefen abfischen, bis die Bisse kommen.
- Bewegung beobachten: Ringe und springende Fische zeigen Forellen, die an der Oberfläche fressen.
- Sauerstoffreiches Wasser: Zuläufe, Einläufe und Wehrunterwasser sind im Sommer gute Plätze.
- Regeln klären: Ob du Regenbogenforellen entnehmen musst, hängt vom Land ab – in Hessen aus Fließgewässern ja (§ 14 Abs. 2 HFischV).
Schutzgebiete und Angelkarte
An Fischwegen ist das Angeln verboten, etwa im Umkreis von 30 m in Baden-Württemberg (§ 7 LFischVO) und Sachsen (§ 10 Abs. 2 SächsFischVO). Laich- und Aufwuchsgewässer können gesperrt sein. Maßgeblich ist immer deine Angelkarte oder die Platzordnung des Betreibers. Einen Überblick findest du unter Gewässer und Angelregeln.
Welche Köder an diesen Plätzen fangen, steht unter Regenbogenforelle-Köder, die passenden Zeiten unter Regenbogenforelle-Beißzeiten.
Häufige Fragen
Ist die Regenbogenforelle heimisch?
Nein. Sie stammt von der Pazifikküste Nordamerikas und wurde gegen Ende des 19. Jahrhunderts eingeführt. Das BfN führt sie als etabliert und invasiv.
Vermehrt sich die Regenbogenforelle in Deutschland?
Selten. Natürliche Vermehrung ist nachgewiesen, wissenschaftlich zuerst 2024 für Leitzach, Isar und Traun in Bayern. Die meisten Bestände gehen auf Besatz zurück.
Wo stehen Regenbogenforellen im See?
Je nach Temperatur: im Frühjahr und Herbst oft ufernah, im Sommer tiefer im kühleren Wasser. Die Tiefe findest du am besten mit einem sinkenden Sbirolino.
Tiefer einsteigen: Gewässer-Dossiers