Rotauge · Beißzeiten
Rotauge-Beißzeiten: Wann Rotaugen fressen
Von der Redaktion anglerkompass · Stand: September 2026 · 4 Min. Lesezeit
Kurz gesagt
Rotaugen lassen sich das ganze Jahr fangen. Am aktivsten sind sie in der Dämmerung, also bei Sonnenaufgang und Sonnenuntergang – das zeigen Telemetriedaten aus der Spree. In der Laichzeit im April und Mai sind sie besonders aktiv, im Winter fressen sie weniger. Eine Schonzeit gibt es nicht, ein Mindestmaß nur in Rheinland-Pfalz.
Die kurze Antwort
Rotaugen beißen das ganze Jahr, am besten aber in der warmen Jahreszeit und am Tag in der Dämmerung. Belegt ist, dass ihre Schwimmaktivität bei Sonnenauf- und Sonnenuntergang am höchsten ist. Im Winter fressen sie weiter, aber weniger. Was über Wetter, Luftdruck und Mond erzählt wird, ist Anglererfahrung – dazu weiter unten mehr.
Schonzeit und Mindestmaß
Für das Rotauge gilt in keinem Bundesland eine Schonzeit. Einen Jahreskalender brauchst du deshalb nicht: Nur ein Land regelt die Art überhaupt. In Rheinland-Pfalz gilt ein Mindestmaß von 15 cm (§ 17 Landesfischereiordnung). In Bayern steht das Rotauge ausdrücklich unter den Fischen ohne Schonbestimmungen (Anlage Nr. 2.65 AVBayFiG), in Schleswig-Holstein ohne Mindestmaß und Schonzeit in der Anlage 1 der Binnenfischereiverordnung. Vereine und Gewässerbewirtschafter können trotzdem eigene Regeln festlegen – maßgeblich ist deine Angelkarte.
Achte außerdem auf allgemeine Schonzeiten für ganze Gewässer: In Rheinland-Pfalz gilt in den in § 18 Abs. 1 genannten Gewässern, etwa Rhein, Mosel, Lahn und Nahe, vom 15. April bis 31. Mai eine Frühjahrsschonzeit mit Einschränkungen für Kunstköder (§ 18). In allen übrigen offenen Gewässern ist dort vom 15. Oktober bis 15. März jeglicher Fischfang verboten, auch mit der Handangel (Winterschonzeit, § 19). Die Regeln je Land findest du unter Angelregeln Rheinland-Pfalz und Angelregeln.
Das Rotauge im Jahresverlauf
| Jahreszeit | Was belegt ist | Was das fürs Angeln heißt |
|---|---|---|
| Winter | Ansammlungen in Seen und Seitengewässern, Nahrungsaufnahme verringert; in tiefen Seen Rückzug in tiefere Schichten. | Schwarm suchen, kleine Köder, sehr wenig Futter. |
| Frühjahr | Im März geringere Aktivität als in der Laichzeit. Kurze Laichwanderungen in Zuflüsse oder flachere Nachbarseen. | Flache, sich schnell erwärmende Bereiche und Zuflüsse absuchen. |
| Laichzeit | April und Mai, Laichtemperatur 5 bis 22 °C, meist 10 bis 18 °C. In der Spree deutlich aktiver als im Juni, November und März. | Laichende Schwärme in Ruhe lassen; davor und danach gute Fänge. |
| Sommer | Adulte bevorzugen etwa 8 bis 25 °C; ein Autor nennt 25 °C bereits tödlich. | Beste Zeit für pflanzliche Köder. Bei Hitze früh und spät fischen. |
| Herbst | Keine Fachquelle zum Verhalten gefunden. | Viele Angler berichten von stabilen Fängen – Anglererfahrung. |
Quellen: LFA Mecklenburg-Vorpommern (Heft 29), LFV Bayern, FishBase und Temperatur-Steckbriefe NRW (Entwurf). Für die Laichtemperatur gibt es keine einheitliche Einzelangabe, die Literatur nennt eine Spanne.
Die beste Tageszeit
Die Telemetrie an Plötzen in der Spree zeigte deutliche Maxima der Schwimmaktivität bei Sonnenauf- und Sonnenuntergang, direkt gekoppelt an den Wechsel der Helligkeit. Auch im Labor wurden Dämmerungsmaxima beobachtet. Mehr Bewegung heißt nicht zwingend mehr Bisse – aber für die Planung ist das ein guter Anhaltspunkt: Der frühe Morgen und der Abend sind die aussichtsreichsten Zeiten. Tagsüber fängst du Rotaugen trotzdem, vor allem wenn du einen Schwarm mit etwas Futter am Platz hältst. Das ist Praxiswissen.
Wassertemperatur
Temperatur-Steckbriefe Fischarten NRW (Entwurf). Die Angaben einzelner Autoren weichen voneinander ab.
Die Werte stammen aus einem Entwurf der Temperatur-Steckbriefe NRW und fassen verschiedene Autoren zusammen. Ein Wasserthermometer hilft dir, die Bedingungen an deinem Gewässer einzuschätzen.
Rotaugen im Winter
Im Winter lohnt sich das Rotaugenangeln, wenn du weißt, wo die Fische stehen. Belegt ist: Rotaugen setzen die Nahrungsaufnahme im Winter fort, verringern sie aber. Sie bilden Ansammlungen in Seen und Seitengewässern, in tiefen Seen ziehen sie in tiefere Schichten, im Fluss überwintern sie in Altwässern. Wer eine solche Stelle kennt, fängt oft auf engem Raum viele Fische. Aus der Praxis haben sich die wärmsten Stunden des Tages, sehr kleine Köder und kaum Futter bewährt. Eisflächen betrittst du nicht – kein Fang ist dieses Risiko wert.
Laichzeit: aktiv, aber nicht immer bissig
In der Laichzeit im April und Mai sind Rotaugen nachweislich besonders aktiv. Sie ziehen in Schwärmen in flache Bereiche, laichen oft gleichzeitig und kehren an dieselben Laichplätze zurück. Mehr Bewegung heißt aber nicht, dass die Fische in dieser Zeit mehr fressen. Viele Angler berichten, dass Rotaugen direkt beim Laichen kaum beißen und kurz davor und danach umso besser – das ist Anglererfahrung. Auch wenn es keine Schonzeit gibt: Laichende Schwärme befischst du nicht gezielt.
Beißzeiten nach Gewässertyp
Wie schnell sich ein Gewässer erwärmt, hängt von Tiefe, Größe und Strömung ab. Das ist Physik, keine Rotaugenbiologie, verschiebt aber die Beißzeiten:
- Flache Seen und Teiche erwärmen sich im Frühjahr zuerst. Hier beginnen die Laichzeit und die gute Saison früher.
- Tiefe Seen reagieren träger. Im Winter ziehen die Rotaugen dort in tiefere Schichten.
- Flüsse haben gleichmäßigere Temperaturen. Im Winter sammeln sich Rotaugen in Altwässern und ruhigen Seitengewässern.
So planst du deinen Angeltag
- Die Dämmerung einplanen – morgens oder abends.
- Im Winter zuerst den Schwarm suchen: tiefe Bereiche in Seen, ruhige Seitengewässer im Fluss.
- Regeln prüfen, zum Beispiel mit dem Schonzeit-Checker – vor allem allgemeine Gewässerschonzeiten und Nachtangelverbote.
- Futtermenge an die Temperatur anpassen: kalt wenig, warm mehr.
- Fänge mit Datum, Uhrzeit, Wassertemperatur und Wetter notieren.
Nachtangeln ist nicht überall erlaubt. Im Saarland ist das Fischen bei Nacht grundsätzlich verboten, vom 1. April bis 31. Oktober zwischen 23 und 5 Uhr, vom 1. November bis 31. März zwischen 19 und 7 Uhr; in geschlossenen Gewässern gilt das Verbot erst ab 5 ha, und der Fischereiverband Saar kann Ausnahmen zulassen (§ 10 Abs. 1–4 LFO).
Wetter, Luftdruck und Mond
Zum Einfluss von Luftdruck, Wind, Wetterumschwüngen und Mondphase auf das Rotauge haben wir keine Fachquelle gefunden. Was du dazu liest, ist ungesicherte Anglererfahrung. Häufig genannt werden:
- bessere Fänge bei stabilem, mildem Wetter,
- schlechtere Fänge nach einem plötzlichen Kälteeinbruch,
- leicht bewegtes oder trübes Wasser an hellen Tagen.
Ob das an deinem Gewässer stimmt, zeigt dir am besten ein eigenes Fangbuch. Welche Köder zu welcher Jahreszeit passen, steht unter Rotauge-Köder, die passenden Plätze unter Rotauge-Standplätze.
Häufige Fragen
Wann beißen Rotaugen am besten?
Am Tag vor allem in der Dämmerung, bei Sonnenaufgang und Sonnenuntergang. Übers Jahr sind Frühjahr und Sommer am aussichtsreichsten, im Winter fressen Rotaugen weniger.
Beißen Rotaugen im Winter?
Ja. Sie fressen weiter, aber weniger, und sammeln sich in tiefen Seebereichen und ruhigen Seitengewässern. Wer den Schwarm findet, fängt mit kleinen Ködern und sehr wenig Futter.
Hat das Rotauge eine Schonzeit?
Nein, in keinem Bundesland. Nur Rheinland-Pfalz schreibt ein Mindestmaß von 15 cm vor (§ 17 Landesfischereiordnung). Vereine können eigene Regeln festlegen.
Beeinflusst der Mond die Rotaugen?
Dazu haben wir keine Fachquelle gefunden. Aussagen über Mond, Luftdruck und Wetter sind Anglererfahrung und nicht belegt.
Schonzeiten immer im Blick – in der App: jetzt kostenlos sichern ↑