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Rotauge · Köder

Rotauge-Köder: Was wann am Haken fängt

Von der Redaktion anglerkompass · Stand: September 2026 · 6 Min. Lesezeit

Kurz gesagt

Die bewährtesten Rotaugen-Köder sind Maden, Caster, Brotflocke, Mais, Hanf und kleine Würmer. Rotaugen fressen Kleintiere wie Insektenlarven, Kleinkrebse und Zooplankton, dazu Pflanzenmaterial – kleine Köder an feinen Haken passen deshalb am besten. Im Sommer fangen auch pflanzliche Köder gut, im Winter fischst du kleiner und fütterst sparsam.

15–20 cmdurchschnittliche Länge laut LFV Bayern
Haken 14–20bewährter Richtwert
Kleintiere und PflanzenHauptnahrung des Rotauges
500 gLockfutter je Fangtag höchstens in Berlin

Die Rotaugen-Köder im Überblick

Das Rotauge, auch Plötze genannt, ist einer der häufigsten Fische in unseren Seen und Flüssen – und für viele Angler der erste Fang. Die Matrix zeigt, welche Köder sich über das Jahr bewährt haben. Sie ist eine redaktionelle Einschätzung aus der Angelpraxis – keine Messung. Landesrecht und die Regeln deiner Angelkarte gehen immer vor.

Köder Frühjahr Sommer Herbst Winter Stehendes Wasser Fließgewässer
Made sehr gut gut sehr gut sehr gut sehr gut sehr gut
Caster (verpuppte Made) gut sehr gut sehr gut gut sehr gut gut
Brotflocke gut sehr gut gut mäßig sehr gut gut
Mais mäßig sehr gut gut mäßig gut gut
Hanf mäßig sehr gut gut mäßig gut sehr gut
Kleiner Wurm sehr gut gut gut gut gut sehr gut

Redaktionelle Einschätzung, Stand September 2026. Für das Rotauge gibt es keine Schonzeit; ein Mindestmaß gilt nur in Rheinland-Pfalz.

Warum kleine Köder? Was Rotaugen fressen

Rotaugen sind vielseitige Fresser. Der Landesfischereiverband Bayern nennt Zooplankton, Würmer, Schnecken, Muscheln, Kleinkrebse, Insektenlarven und Wasserpflanzen. FishBase beschreibt vor allem bodenlebende Wirbellose, Zooplankton, Pflanzenmaterial und Detritus, also zerfallenes organisches Material. Das Rotauge kann je nach Angebot zwischen Ufer und Freiwasser und zwischen Bodennahrung und Zooplankton wechseln – auch, um Räubern oder Konkurrenten auszuweichen. In stark gefärbtem Wasser finnischer Humusseen war es dem Barsch bei der Jagd auf Zooplankton sogar überlegen.

Daraus leiten Angler zwei Faustregeln ab – beides Erfahrungswissen, keine gemessenen Regeln:

  • Klein und weich fängt am meisten. Die natürliche Nahrung besteht aus kleinen Tieren und Pflanzenteilen. Maden, Caster, eine Brotflocke oder ein einzelnes Maiskorn entsprechen dieser Größe.
  • Die Tiefe variieren. Weil Rotaugen mal am Grund, mal im Mittelwasser fressen, lohnt es sich, die Köderhöhe zu verändern, wenn die Bisse ausbleiben.

Das Rotauge ist außerdem ein wichtiger Futterfisch für Raubfische. Wo viele Rotaugen stehen, sind Hecht, Zander und Barsch oft nicht weit.

Die Köder im Einzelnen

Maden und Caster

Die Made ist der Allround-Köder für Rotaugen. Du ziehst eine bis drei Maden auf einen kleinen Haken, je nach Größe der Fische. Caster sind verpuppte Maden; sie sinken langsam und gelten in der Praxis als etwas selektiver für größere Rotaugen. Beachte: Im Saarland sind gefärbte Maden, gefärbtes Futter und Zuckmückenlarven als Köder verboten (§ 10 Abs. 1 Landesfischereiordnung).

Brot

Eine Flocke aus frischem Weißbrot, locker um den Haken gedrückt, sinkt langsam und fällt durch ihre helle Farbe auf. Brot passt gut zur pflanzlichen Nahrung des Rotauges und fängt besonders in stehenden Gewässern und im Sommer.

Mais und Hanf

Mais ist günstig und hält gut am Haken. Hanf wird gekocht, bis die Körner aufplatzen, und vor allem angefüttert; als Hakenköder verlangt er etwas Übung. Beide Köder werden in der Praxis vor allem in der warmen Jahreszeit genutzt. Trockene Partikel musst du vorher einweichen und kochen.

Würmer

Kleine Rotwürmer oder Stücke eines Tauwurms fangen zu jeder Jahreszeit – im Frühjahr und in trübem Wasser oft besonders gut. Allerdings fangen sie auch Barsche, Brassen und andere Fische.

Teig

Einfacher Teig aus Brot oder Mehl ist ein Klassiker für das Stippangeln. Er bleibt nur kurz am Haken und eignet sich deshalb für das Angeln auf kurze Distanz. Wie du mit Stippe und Pose fischst, zeigt unsere Anleitung zum Posenangeln.

Köder kombinieren

Viele Rotaugen-Angler kombinieren zwei Köder am Haken, zum Beispiel eine Made und einen Caster, ein Maiskorn mit einer Made oder eine kleine Brotflocke mit einer Made. So verbindest du Bewegung und Geruch mit einem auffälligen Happen. Wichtig ist, dass der Hakenköder zum Futter passt: Fütterst du Hanf und Caster, bietest du auch Caster am Haken an. Das ist bewährte Praxis, keine gemessene Regel. Wenn die Bisse nachlassen, lohnt es sich, den Köder zu wechseln, bevor du den Platz wechselst – oft reicht schon eine kleinere Made oder ein einzelner Caster statt zwei.

Hakengröße und Vorfach

Rotaugen haben ein kleines Maul. Die folgenden Werte sind bewährte Richtwerte aus der Angelpraxis, keine festen Regeln. Je kleiner die Hakengröße als Zahl, desto größer der Haken.

Köder Hakengröße (Richtwert)
Eine Made, ein Caster 18–20
Zwei bis drei Maden, Hanfkorn 16–18
Maiskorn, Brotflocke, kleiner Wurm 14–16
Bewährte Vorfachstärken für Rotaugen
Klares Wasser, kleine Fische0,08 mm
Standard0,10 mm
Große Rotaugen, Hindernisse0,14 mm

Redaktionelle Richtwerte aus der Angelpraxis. Dünner bei klarem Wasser und vorsichtigen Fischen, stärker bei Hindernissen und großen Rotaugen.

Rotaugen-Köder im Jahresverlauf

Frühjahr

Rotaugen laichen im April und Mai. Sie legen ihre klebrigen Eier in Gruppen im Flachwasser an Pflanzen, Wurzeln oder Steinen ab, die Männchen tragen dann einen Laichausschlag. Telemetrie in der Spree zeigte, dass adulte Plötzen in der Laichzeit deutlich aktiver waren als im Juni, November oder März. Auch ohne Schonzeit gilt: Laichende Schwärme lässt du in Ruhe. Davor und danach fangen Maden und kleine Würmer gut.

Sommer

Adulte Rotaugen bevorzugen laut einem Temperatur-Steckbrief aus NRW etwa 8 bis 25 °C Wassertemperatur, ein Autor nennt 25 °C bereits als tödlich. Im Sommer fressen die Fische viel, jetzt fangen auch Brot, Mais und Hanf. Bei großer Hitze sind die kühleren Morgen- und Abendstunden die bessere Wahl – Praxiswissen.

Herbst

Zum Fressverhalten im Herbst haben wir keine Fachquelle gefunden. Aus der Praxis: Maden und Caster bleiben verlässlich, die Futtermenge sinkt mit der Wassertemperatur.

Winter

Rotaugen fressen auch im Winter, aber weniger. Sie bilden dann Ansammlungen in Seen und Seitengewässern und ziehen in tiefen Seen in tiefere Schichten. Findest du einen solchen Schwarm, fangen einzelne kleine Maden an feinem Vorfach – und sehr wenig Futter.

Anfüttern: Was du beachten musst

Rotaugen leben im Schwarm. Ein wenig Futter hält den Schwarm am Platz – das ist beim Friedfischangeln bewährte Praxis. Als Faustregel gilt: wenig und oft statt viel auf einmal. Futter, das nicht gefressen wird, fault am Grund und belastet das Gewässer.

Anfüttern ist nicht überall unbegrenzt erlaubt. In Berlin darfst du höchstens 500 g Lockfutter je Person und Fangtag verwenden, das Anfüttern am Vortag ist verboten (§ 18 Abs. 4 Landesfischereiordnung). In Sachsen-Anhalt ist Anfüttern erlaubt, kann aber beschränkt werden (§ 15 Fischereiordnung). Viele Vereine setzen eigene Grenzen. Lies die Bedingungen deiner Angelkarte, bevor du fütterst.

  • Stehendes Wasser: lockeres Futter, das eine Wolke bildet, dazu einige Hakenköder wie Maden oder Caster.
  • Fließgewässer: festeres, schwereres Futter, das am Grund ankommt, bevor die Strömung es verteilt.
  • Kaltes Wasser: nur wenige Maden oder eine Prise feines Futter.

Große Rotaugen gezielt fangen

Im Schnitt werden Rotaugen 15 bis 20 cm lang. Bei der Maximalgröße widersprechen sich die Quellen: Der Landesfischereiverband Bayern nennt höchstens 40 cm, FishBase gibt 50,2 cm und 1,8 kg an. Bei knapper Nahrung kann es zu Massenentwicklung und Zwergwuchs kommen, der sogenannten Verbuttung – dann gibt es sehr viele kleine Fische. Wer gezielt große Rotaugen sucht, fischt nach Anglererfahrung mit größeren Ködern wie Brotflocke, Mais oder zwei Castern und lässt den Kleinfisch-Schwarm links liegen.

Verwechslungsgefahr besteht mit der Rotfeder. Rotaugen bilden außerdem Kreuzungen mit Rotfeder, Brasse und Laube. Wo Mindestmaße gelten, lohnt sich deshalb ein genauer Blick.

Was ist erlaubt?

  • Mindestmaß: Nur Rheinland-Pfalz regelt das Rotauge: 15 cm (§ 17 Landesfischereiordnung). In Bayern steht es unter den Fischen ohne Schonbestimmungen (Anlage Nr. 2.65 AVBayFiG). Eine Schonzeit gibt es in keinem Land.
  • Köder: Im Saarland sind gefärbte Maden, gefärbtes Futter und Zuckmückenlarven verboten (§ 10 Abs. 1 LFO).
  • Setzkescher: In Berlin nur knotenlos, mindestens 3,50 m lang und mit mindestens 50 cm Ringdurchmesser (§ 14 Abs. 2 LFischO); Hessen regelt ähnlich (§ 10 HFischV).
  • Zurücksetzen: Fangen und Zurücksetzen nur zum Fotografieren oder Messen ist in Berlin verboten (§ 9 Abs. 3 LFischO), Catch-and-Release in Hessen ebenfalls (§ 14 Abs. 6 HFischV).

Die Regeln deines Landes findest du unter Angelregeln. Wie du die Köder anbietest, steht unter Rotauge-Montagen, alles zur Art unter Rotauge.

Häufige Fragen

Was ist der beste Köder für Rotaugen?

Die Made ist der verlässlichste Köder über das ganze Jahr. Im Sommer fangen auch Caster, Brotflocke, Mais und Hanf sehr gut, im Frühjahr und in trübem Wasser kleine Würmer.

Welche Hakengröße für Rotaugen?

Als Richtwert Größe 14 bis 20: kleine Haken für eine einzelne Made oder einen Caster, etwas größere für Mais, Brotflocke und Wurm.

Wie viel darf ich für Rotaugen anfüttern?

Lieber wenig und oft. In Berlin sind höchstens 500 g Lockfutter je Person und Fangtag erlaubt, Anfüttern am Vortag ist verboten (§ 18 Abs. 4 LFischO). Viele Vereine haben eigene Grenzen.

Hat das Rotauge ein Mindestmaß?

Nur in Rheinland-Pfalz: 15 cm (§ 17 Landesfischereiordnung). Eine Schonzeit gibt es in keinem Bundesland. Vereine können eigene Regeln festlegen.

Tiefer einsteigen: Gewässer-Dossiers