Schleie · Montagen
Schleie-Montagen: Die vier wichtigsten Rigs
Von der Redaktion anglerkompass · Stand: September 2026 · 4 Min. Lesezeit
Kurz gesagt
Für Schleien brauchst du vor allem vier Montagen: die Liftmontage an der Pose für flache, krautige Stellen, den Method-Feeder für kurze Distanzen, die Selbsthakmontage mit Mais oder Mini-Boilie am Haar und die Laufblei-Grundmontage mit Wurm. Alle bieten den Köder am Grund an, wo die Schleie ihre Nahrung sucht.
Warum die Montage bei der Schleie entscheidet
Schleien leben am Grund, meist zwischen dichten Pflanzen über schlammigem Boden. Sie durchwühlen ab der Dämmerung den Boden nach kleinen Bodentieren. Eine gute Schleie-Montage bietet den Köder deshalb am oder knapp über dem Grund an, zeigt auch vorsichtige Bisse und lässt sich nah am Kraut fischen, ohne dass der Fisch sich darin festsetzt. Welche Köder du anbietest, steht unter Schleie-Köder.
1. Liftmontage an der Pose
Wann: In flachen, krautigen Uferbereichen, am Rand von Seerosenfeldern und in Krautlöchern – besonders in der Morgen- und Abenddämmerung. So funktioniert es: Die Pose ist so eingestellt, dass das Bleischrot gerade auf dem Grund liegt. Hebt die Schleie den Köder an, verliert die Pose das Gewicht und steigt oder kippt. Das ist ein bewährter Klassiker, keine gemessene Regel. Wie du Pose und Bebleiung abstimmst, erklärt unsere Anleitung zum Posenangeln.
2. Method-Feeder
Wann: An Kanten und vor Krautfeldern auf kurze bis mittlere Distanz, vor allem wenn Weißfische weiche Köder abfressen. Der Hakenköder liegt direkt im Futter. Tipp: Das Futter nur leicht andrücken, damit es sich am Grund löst. Die Lockfutter-Regeln deines Landes gelten auch für das Futter im Korb – in Berlin höchstens 500 g je Person und Fangtag (§ 18 Abs. 4 LFischO). Korb, Futter und Bissanzeige erklärt unsere Anleitung zum Feederangeln Schritt für Schritt.
3. Selbsthakmontage mit Haar
Wann: Beim Ansitz über längere Zeit, wenn du die Rute ablegen willst. Der Köder sitzt am Haar hinter dem Haken, der Haken bleibt frei und greift sicherer. Die Montage ist der Karpfenmontage ähnlich, aber feiner. Tipp: Ein Blei, das sich bei einem Schnurbruch vom Vorfach lösen kann, erspart dem Fisch, eine Montage hinter sich herzuziehen – das ist gute Praxis.
4. Laufblei-Grundmontage mit Wurm
Wann: An Stellen, die du mit der Pose nicht erreichst, und über schlammigem Grund. Das Blei läuft frei auf der Schnur, sodass die Schleie den Köder ohne Widerstand aufnehmen kann. Tipp: Über weichem Schlamm ein leichtes, flaches Blei wählen, damit es nicht tief einsinkt – das ist Praxiswissen.
Regeln für Haken und Ruten
In Sachsen-Anhalt darfst du Friedfische nur mit der Friedfischhandangel fangen: mit Einzelhaken, ohne Köderfische und Fetzen, ohne Raubfisch-Kunstköder und nicht in der Salmonidenregion (§ 1a FischO LSA). In Hessen sind Fangsysteme mit mehr als einer Anbissstelle zum gleichzeitigen Fang mehrerer Fische verboten (§ 9 HFischV). In Sachsen darf eine Handangel nur eine Anbissstelle haben, und du darfst höchstens zwei Handangeln gleichzeitig nutzen (§ 4 SächsFischVO). In Brandenburg sind ebenfalls höchstens zwei Handangeln erlaubt (§ 7 Abs. 3 BbgFischO).
Rute, Rolle und Schnur
Für die Posenmontagen hat sich eine Match- oder Posenrute bewährt, mit der du die Pose genau an die Krautkante legen kannst. Für Method-Feeder und Grundmontagen passt eine leichte Feeder- oder Grundrute. Viele Angler fischen monofile Schnur, weil sie sich im Drill dehnt und plötzliche Fluchten ins Kraut abfedert. Die Schnur sollte trotzdem kräftig genug sein, um eine Schleie aus dem Kraut zu halten. Das sind Richtwerte aus der Praxis.
Die Montage an die Stelle anpassen
- Flach und krautig: Liftmontage an der Pose, direkt an der Kante oder in einer Krautlücke.
- Kante vor dem Kraut, viele Weißfische: Method-Feeder mit Pellet oder Mais.
- Weicher Schlamm: leichte Montagen und schwimmende oder leichte Köder, damit nichts einsinkt.
- Ansitz über Stunden: Haarmontage mit Mais oder Mini-Boilie.
Häufige Fehler
- Zu weit draußen gefischt: Schleien stehen oft dicht am Ufer und am Kraut. Die ersten Meter werden oft übersehen.
- Zu spät am Wasser: Die beste Zeit ist die Dämmerung. Wer erst nach Sonnenaufgang kommt, verpasst sie.
- Zu viel Unruhe: In flachem Wasser verscheuchen Schritte und Schatten die Fische. Leise ans Ufer gehen.
Materialliste
| Teil | Wofür |
|---|---|
| Monofile Hauptschnur | dehnt sich im Drill und puffert Fluchten ins Kraut ab |
| Waggler und Bleischrot | Liftmontage in flachen, krautigen Bereichen |
| Method-Körbe, Schnellwechselwirbel | Köder direkt im Futter anbieten |
| Einzelhaken, teils mit Haar | Wurm, Made, Mais, Pellets und Mini-Boilies |
| Laufbleie, Gummiperlen, Wirbel | Grund- und Haarmontage |
| Großer Kescher, nasse Abhakmatte | Fisch schonend landen und zurücksetzen |
| Maßband | Mindestmaß und Entnahmefenster prüfen |
Die passenden Knoten
- Clinch-Knoten – Einzelhaken und Wirbel an monofiler Schnur
- Palomar-Knoten – sehr haltbar an Wirbeln und Haken
- Uni-Knoten – Vorfach, Wirbel und Haken, auch für Schlaufen
Drill und Zurücksetzen
Schleien sind kräftige Kämpfer und flüchten gern ins Kraut. Halte sie im Drill mit gleichmäßigem Druck vom Kraut fern. Die dicke, schleimzellenreiche Haut gibt der Schleie ihren Namen; fass sie deshalb nur mit nassen Händen an und lege sie auf eine nasse Abhakmatte. Miss den Fisch sofort: In den meisten Ländern gilt ein Mindestmaß von 25 cm, in Hessen und Hamburg ein Entnahmefenster von 25 bis 45 cm. Alle Werte stehen unter Schonzeit und Mindestmaß Schleie.
Häufige Fragen
Welche Montage für Schleien an der Krautkante?
Bewährt ist die Liftmontage: ein Waggler, unten fest auf der Schnur, und ein Bleischrot kurz vor dem Haken, das am Grund liegt. Hebt die Schleie den Köder an, steigt die Pose.
Geht der Method-Feeder auch für Schleien?
Ja. Auf kurze und mittlere Distanz liegt der Köder direkt im Futter. Beachte die Lockfutter-Regeln, in Berlin höchstens 500 g je Person und Fangtag (§ 18 Abs. 4 LFischO).
Welche Schnur für Schleien?
Viele Angler fischen monofile Schnur, weil sie sich im Drill dehnt und Fluchten ins Kraut abfedert. Das ist Praxiswissen, keine feste Regel.
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