Schleie · Standplätze
Schleie-Standplätze: Wo Schleien stehen
Von der Redaktion anglerkompass · Stand: September 2026 · 4 Min. Lesezeit
Kurz gesagt
Schleien leben in flachen, warmen, pflanzenreichen Seen, Teichen und Altwässern sowie in langsam fließenden Gewässern mit schlammigem Grund. Tagsüber stehen sie am Grund zwischen dichten Pflanzen, ab der Dämmerung suchen sie den Boden nach Nahrung ab. Zum Laichen ziehen sie in flache, durchsonnte Uferzonen, im Winter an tiefe, schlammige Stellen.
Wo Schleien leben
Die Schleie ist ein Grundfisch. Sie bevorzugt langsam fließende Gewässer sowie flache, warme Seen und Teiche mit dichten Pflanzenbeständen und schlammigem Untergrund. Typisch sind flache, dicht bewachsene Seen, Altwässer und Altarme mit Kraut- und Schilfzonen. In Flüssen lebt sie vor allem in der langsam fließenden Brassenregion. Im Alpenraum kommt sie bis in 1600 m Höhe vor, im Norden auch im Brackwasser der Ostsee.
Die Schleie ist sehr widerstandsfähig gegen Sauerstoffmangel und saures Wasser. Deshalb findest du sie auch in kleinen, warmen Gewässern, in denen andere Arten schlecht zurechtkommen. Ihr Lebensraum ist aber durch den Verbau krautreicher Uferzonen und durch Überdüngung gefährdet; viele Vorkommen gehen laut DAFV auf Besatz zurück. Larven und Jungfische sind auf dichte Vegetation angewiesen.
Wenig unterwegs: was das für dich heißt
Schleien sind wenig mobil. Laichwanderungen sind nicht beschrieben, Ortswechsel wurden vor allem im Sommer beobachtet. Für dich heißt das: Hast du einen Platz gefunden, an dem Schleien fressen, lohnt es sich, dort zu bleiben und den Platz mit wenig Futter zu halten. Im Labor bevorzugten junge Schleien sehr wenig Licht; Licht beeinflusste ihre Standortwahl stärker als der Untergrund, außer bei Pflanzenstrukturen. Schatten und dichte Pflanzen sind deshalb gute Hinweise – eine Ableitung aus einem Laborversuch, keine Freilandregel.
Standplätze nach Gewässertyp und Jahreszeit
| Gewässer | Frühjahr | Sommer | Herbst | Winter |
|---|---|---|---|---|
| Teich, Kleingewässer | flache, sonnige Uferzonen mit Unterwasserpflanzen | Krautlöcher, Seerosen, Schilfkanten | Krautränder, etwas tiefere Bereiche | tiefste, schlammige Stelle |
| Flacher Natursee | durchsonnte, bewachsene Buchten | Krautfelder, Seerosen, Schilfgürtel | Kanten vor dem Kraut | tiefere Bereiche mit Schlammgrund |
| Altarm, Altwasser | flache, krautige Randbereiche | Seerosenfelder, überhängende Bäume | ruhige, tiefere Abschnitte | tiefe, schlammige Stellen |
| Langsamer Fluss, Kanal | strömungsberuhigte, bewachsene Buchten | Krautbänke, Seitenarme, Häfen | Häfen, Seitenarme | tiefe, ruhige Abschnitte mit weichem Grund |
Redaktionelle Einschätzung aus der Angelpraxis, Stand September 2026. Belegt sind der Lebensraum mit Pflanzen und Schlammgrund, der Zug in flache, durchsonnte Uferbereiche vor dem Laichen und der Rückzug an tiefe, schlammige Stellen im Winter.
Frühjahr und Laichzeit
Vor der Laichzeit bilden Schleien Schwärme und ziehen in flache, durchsonnte Uferbereiche mit dichtem Unterwasserpflanzenbewuchs. Dort legen sie ihre klebrigen Eier an Wasserpflanzen ab, portionsweise über bis zu zwei Monate. Diese Zonen sind im Frühjahr der erste Anlaufpunkt – laichende Fische lässt du aber in Ruhe.
Sommer
Tagsüber stehen Schleien am Grund zwischen dichten Pflanzen, in der Dämmerung suchen sie in der Nähe den Boden ab. Bei großer Hitze graben sie sich im Schlamm ein und fressen nicht. In Hitzeperioden sind deshalb etwas tiefere, schattige Bereiche und die frühen Morgenstunden die bessere Wahl – das ist Praxiswissen.
Herbst
Zum Herbstverhalten haben wir keine Fachquelle gefunden. In der Praxis werden Krautränder und der Übergang zu etwas tieferem Wasser befischt.
Winter
Im Winter zieht sich die Schleie an tiefe, schlammige Stellen zurück und überwintert oft im Schlamm eingegraben. Ein gezieltes Befischen lohnt sich nicht. Nutze die kalte Jahreszeit lieber, um bei klarem Wasser Krautfelder, Kanten und tiefe Stellen für die nächste Saison zu erkunden.
Die wichtigsten Strukturen
Krautfelder und Seerosen
Dichte Pflanzen sind der wichtigste Hinweis auf Schleien. Sie bieten Deckung und sind Lebensraum der Insektenlarven und Schnecken, von denen sich die Schleie ernährt. Den Köder legst du am Rand oder in Lücken des Krauts ab, damit du den Fisch im Drill halten kannst.
Schilfkanten
Schilfgürtel geben Schatten und Deckung. Gerade in kleinen Gewässern ziehen Schleien in der Dämmerung dicht an der Schilfkante entlang.
Schlammgrund
Schleien durchwühlen den weichen Boden nach Nahrung. Über Schlamm fischst du mit leichten Montagen, damit der Köder nicht einsinkt.
Überhängende Bäume und Schatten
Äste, die ins Wasser hängen, geben Schatten und Deckung. Da junge Schleien im Laborversuch sehr wenig Licht bevorzugten und erwachsene Schleien tagsüber zwischen Pflanzen stehen, sind schattige Uferbereiche einen Versuch wert. Das ist eine Ableitung, keine belegte Regel. Achte darauf, dass du einen gehakten Fisch dort sicher landen kannst.
So findest du Schleien
- Beobachten: Feine Bläschen, die in der Dämmerung über weichem Grund aufsteigen, können auf gründelnde Schleien hinweisen. Das ist Erfahrungswissen, keine sichere Regel.
- Grund abtasten: Mit einem Lotblei spürst du, wo weicher Grund und wo Kraut liegt.
- Gewässer auswählen: Flache, warme, pflanzenreiche Gewässer sind die erste Wahl. Eine Übersicht findest du unter Gewässer.
Den Platz planen
Weil Schleien wenig umherziehen, lohnt sich Geduld an einem guten Platz mehr als häufiges Wechseln. Bewährt hat sich, eine Stelle am Rand eines Krautfelds oder in einer Krautlücke zu wählen, dort sparsam zu füttern und den Platz über die Dämmerung zu befischen. Wenn du mehrere Ruten nutzen darfst, verteile sie auf unterschiedliche Strukturen – etwa eine am Seerosenfeld, eine an der Schilfkante. In den meisten Ländern sind höchstens zwei Handangeln erlaubt, in Brandenburg etwa nach § 7 Abs. 3 BbgFischO. Notiere erfolgreiche Plätze mit Tiefe, Pflanzen und Uhrzeit.
Wenn das Kraut zu dicht ist
Manche Schleiengewässer sind im Hochsommer fast vollständig zugewachsen. Suche dann natürliche Lücken und Ränder, statt Kraut selbst herauszureißen – Pflanzen sind Lebensraum der Schleie und oft geschützt. Posenmontagen lassen sich in kleinen Löchern präziser anbieten als Grundmontagen. Das ist Praxiswissen.
Schutzgebiete und Angelkarte
Gerade die besten Schleienplätze liegen oft in geschützten Uferzonen. In Thüringen dürfen Uferzonen mit Wasserpflanzen, die Gelegezone, nicht betreten oder befahren werden (§ 11 ThürFischAVO). Naturschutzgebiete und Laichschonbezirke legen Länder und Bewirtschafter fest. Maßgeblich ist deine Angelkarte. Die Regeln je Land findest du unter Angelregeln, die Werte für die Schleie unter Schonzeit und Mindestmaß Schleie.
Welche Köder hier fangen, steht unter Schleie-Köder, die besten Zeiten unter Schleie-Beißzeiten.
Häufige Fragen
Wo stehen Schleien im See?
Am Grund zwischen dichten Pflanzen, an Krautfeldern, Seerosen und Schilfkanten über schlammigem Boden. Im Frühjahr in flachen, durchsonnten Uferbereichen, im Winter an tiefen, schlammigen Stellen.
Gibt es Schleien im Fluss?
Ja, vor allem in langsam fließenden Abschnitten der Brassenregion, in Altarmen, Seitenarmen und Häfen mit Pflanzen und weichem Grund.
Warum findet man Schleien in kleinen Teichen?
Die Schleie ist sehr widerstandsfähig gegen Sauerstoffmangel und saures Wasser. Deshalb kommt sie auch in kleinen, warmen Gewässern gut zurecht.
Tiefer einsteigen: Gewässer-Dossiers