Norwegen · Regionen
Angeln in der Finnmark: Küstendorsch, Königskrabbe und Mitternachtssonne ganz im Norden
Von der Redaktion anglerkompass · Stand: September 2026 · 6 Min. Lesezeit
Kurz gesagt
Die Finnmark ist das nördlichste Fylke Norwegens und grenzt an Europäisches Nordmeer, Barentssee, Russland und Finnland. Du fängst vor allem Küstendorsch, Schellfisch, Seelachs und ab dem 21. April Heilbutt. Königskrabben darfst du als Tourist nur über einen berechtigten Betrieb fangen. In Hammerfest scheint die Mitternachtssonne vom 14. Mai bis 29. Juli.
Weiter nach Norden geht es in Norwegen nicht: Die Finnmark schließt an Troms an und reicht bis an die russische Grenze. Diese Seite ordnet eine Angelreise dorthin ein – Lage, Anreise, Zielfische, die Besonderheiten bei Königskrabbe und Lachs, das Licht im Jahresverlauf und die Sicherheit auf See. Die allgemeinen Regeln pflegen wir mit Quelle auf Regeln in Norwegen, die Ausfuhr auf Ausfuhrquote Norwegen. Camps oder Guides nennen wir nicht.
Wo liegt die Finnmark und was prägt das Revier?
Nach dem Norwegischen Lexikon (Store norske leksikon) ist die Finnmark das nördlichste Fylke des Landes, nach der Fläche das zweitgrößte und nach der Einwohnerzahl das kleinste: 45.755 km² Land, rund 75.000 Einwohner (2026). Im Norden liegt das Europäische Nordmeer, im Osten die Barentssee und Russland, im Süden Finnland, im Westen Troms. Größte Stadt ist Alta, dazu kommen Hammerfest, Vadsø, Kirkenes und Honningsvåg.
Die Küste ist stark gegliedert. Nach dem Lexikon ist sie von langen, breiten und tiefen Fjorden eingeschnitten, die – außer dem Altafjord – eher weiten Meeresbuchten ähneln. Zwischen ihnen liegen die Halbinseln Varangerhalvøya, Nordkinnhalvøya, Sværholthalvøya und Porsangerhalvøya. Die Küste Westfinnmarks liegt im Schutz großer Inseln wie Seiland, Sørøya, Kvaløya, Måsøya und Magerøya; östlich von Magerøya ist sie nach dem Lexikon völlig ungeschützt. Fischerei ist seit jeher die Hauptnahrungsquelle der Region; als besonders wichtige Bestände nennt das Lexikon Dorsch und Schellfisch, dazu bringt die Königskrabbe gute Einnahmen.
Nach unserer Einschätzung heißt das für dich: Innen in den Fjorden und hinter den Inseln im Westen findest du oft Schutz, die offene Küste zur Barentssee ist dagegen bei Wind schnell rau.
Wie kommst du in die Finnmark?
- Flug: Der Flughafenbetreiber Avinor führt in der Finnmark die Flughäfen Alta, Lakselv, Kirkenes, Hammerfest, Honningsvåg, Vadsø, Vardø, Båtsfjord, Berlevåg, Mehamn und Hasvik. Als Flughäfen der Hauptstrecken nennt das Lexikon Alta, Lakselv und Kirkenes.
- Hurtigruten: Nach dem Betreiber läuft die Postschiffroute in der Finnmark Øksfjord, Hammerfest, Havøysund, Honningsvåg, Kjøllefjord, Mehamn, Berlevåg, Båtsfjord, Vardø, Vadsø und Kirkenes an. Kirkenes ist der Wendepunkt der Route.
- Straße: Hauptachse ist nach dem Lexikon die E6, dazu kommen E69 und E75.
Fahrzeiten, Entfernungen und Preise nennen wir nicht. Straßenzustand, Sperrungen und Webcams zeigt die Straßenbehörde Statens vegvesen, Abfahrten und Flugpläne stehen bei den Betreibern. Nach unserer Einschätzung ist die Finnmark für die meisten Angler aus Deutschland eine Flugreise; wer mit dem Auto fährt, plant im Winter Puffertage ein. Einen Überblick über alle Wege gibt Anreise nach Norwegen.
Welche Fische fängst du in der Finnmark – und wann?
Der wichtigste Zielfisch ist der Küstendorsch. Nach dem norwegischen Meeresforschungsinstitut (Havforskningsinstituttet) leben rund 75 Prozent des Küstendorsches nördlich von 62° N im Gebiet nördlich von 67° N. In einer Telemetrie-Studie mit gut 300 Dorschen im Frakkfjord und im Olderfjord in der Finnmark blieben mehr Skrei als erwartet das ganze Jahr im Fjord, und ein großer Teil der Küstendorsche verließ ihn (Havforskningsinstituttet, Strøm 2024). Das wichtigste Laichgebiet des Skrei liegt nach dem Institut aber weiter südlich in Vesterålen und Lofoten.
Der Seelachs laicht nach dem Havforskningsinstituttet im Winter mit Höhepunkt im Februar auf den Küstenbänken von den Lofoten bis zur Nordsee, also weiter südlich. Er tritt in dichten Schwärmen auf und steht oft im Freiwasser, wo die Strömung Futter sammelt. Der Heilbutt laicht von Dezember bis März in 300 bis 700 m Tiefe und ist rechtlich erst ab dem 21. April erlaubt. Den Schellfisch nennt das Lexikon als eine der wichtigen Arten der Fischerei; Einzelheiten stehen auf Schellfisch in Norwegen.
| Zielfisch | Fangaussicht (redaktionell) | Was in der Finnmark gilt |
|---|---|---|
| Dorsch | sehr gut Feb–Apr, sonst gut | vor allem Küstendorsch; Mindestmaß 44 cm außerhalb, 55 cm innerhalb von 4 Seemeilen der Basislinien |
| Schellfisch | keine eigene Einstufung | Mindestmaß 40 cm nördlich von 62° N |
| Seelachs | sehr gut Jul–Okt, gut Mai–Jun, sonst mäßig | kein Mindestmaß für Freizeitangler, solange nicht verkauft wird |
| Heilbutt | sehr gut Jul–Sep, gut Mai–Jun und Okt, mäßig Apr und Nov | verboten vom 20. Dezember bis einschließlich 20. April; Mindestmaß 84 cm |
Fangaussicht: dieselben redaktionellen Werte wie im Reisekalender, für Norwegen allgemein und nicht für die Finnmark gemessen. Regeln: Fiskeridirektoratet, Minstemål und Freda artar, abgerufen am 30.09.2026.
Was gilt für Königskrabbe und Lachs?
Königskrabbe: Die Art stammt nach dem Havforskningsinstituttet aus dem Nordpazifik; russische Forscher setzten sie in den 1960er-Jahren im Murmanskfjord aus. Norwegen will eine dauerhafte Fischerei in einem begrenzten Gebiet der Ost-Finnmark erhalten und zugleich die Ausbreitung begrenzen: Östlich von 26° Ost gilt eine Quote, westlich davon freier Fang. Die Grenze liegt nach dem Fischereidirektorat (Fiskeridirektoratet) etwa beim Nordkap. Für dich als Tourist entscheidend: Touristenbetriebe können eine Fangerlaubnis bekommen, Touristen dürfen aber nicht auf eigene Faust Königskrabben fangen. Verkaufen darfst du den Fang nicht, und Krabben mit einer Schildlänge unter 13 cm dürfen nicht gefangen werden. Die norwegische und die englische Seite des Direktorats beschreiben die Teilnahme unterschiedlich streng – Einzelheiten auf Regeln in Norwegen. Nach dem norwegischen Zoll (Tolletaten) fällt Königskrabbe nicht unter die Ausfuhrverordnung. Ob und wie du Krabben mitnehmen kannst, klärst du vorher mit dem Betrieb.
Lachs: Im Tanavassdraget, dem großen Grenzfluss zu Finnland, ist das Fischen auf Lachs und Seesaibling 2026 verboten – auf der Grenzstrecke, im unteren norwegischen Teil und in den norwegischen Nebenflüssen (Verordnung FOR-2026-03-27-538). Auch im Meer ist Lachsfang in Teilen der Finnmark nach der Verordnung über anadrome Lachsfische im Meer ganz verboten. Für andere Flüsse stehen Fangzeiten und Regeln im Lakseregisteret; was du vorher bezahlen und beachten musst, erklärt Lachsangeln in Norwegen.
Welche weiteren Regeln sind in der Finnmark wichtig?
Die Finnmark liegt weit nördlich von Stad (62° N). Neben den Mindestmaßen aus der Tabelle gelten vor allem diese Punkte, die wir auf Regeln in Norwegen vollständig aufführen:
- Rotbarsch: Nördlich von Stad verboten, mit Ausnahme des Fischens mit „jukse“ vom 1. Juni bis einschließlich 31. August.
- Seehase: Laut Fiskeridirektoratet ist die Freizeitfischerei in Nordland, Troms und Finnmark verboten.
- Meerforelle: In Nordland, Troms und Finnmark gilt ein Mindestmaß von 30 cm.
- Gerät: Als ausländischer Tourist darfst du nur Handgerät wie Rute und Handleine nutzen, keine Netze oder Fangkörbe.
Mitnehmen darfst du Meeresfisch nur mit Ausfuhrbescheinigung eines registrierten Betriebs – siehe Ausfuhrquote Norwegen.
Wie viel Tageslicht hast du in der Finnmark?
| Ort | Mitternachtssonne | Polarnacht (mørketid) |
|---|---|---|
| Vardø (70,4° N) | 15. Mai – 28. Juli | 22. November – 21. Januar |
| Hammerfest (70,6° N) | 14. Mai – 29. Juli | keine Angabe im Lexikon |
| Nordkapp (71,2° N) | 12. Mai – 1. August | 19. November – 24. Januar |
Quelle: Store norske leksikon, „Midnattssol“ (Stand 21.11.2025) und „Mørketid“ (Stand 26.11.2024), abgerufen am 30.09.2026. Beide Tabellen beziehen sich auf den sichtbaren oberen Sonnenrand; die Daten können nach dem Lexikon von Jahr zu Jahr um einen Tag abweichen.
Im Sommer kannst du also rund um die Uhr fischen und deine Zeiten nach Wind und Gezeiten legen. Am Nordkapp steigt die Sonne dagegen über zwei Monate lang nicht über den Horizont. Nach unserer Einschätzung ist die Finnmark deshalb vor allem ein Ziel von Frühjahr bis Spätsommer.
Worauf achtest du auf See in der Finnmark?
Im Freizeitboot unter 8 m Länge musst du nach dem Seefahrtsdirektorat (Sjøfartsdirektoratet) während der Fahrt Schwimmhilfe oder Rettungsweste tragen (Småbåtloven § 23a). Im Notfall rufst du nach der Seenotrettungsgesellschaft Redningsselskapet die 112, den Küstenfunk erreichst du über 120 oder UKW-Kanal 16. Wetter und Wind stehen auf yr.no.
Unsere redaktionellen Hinweise: Fahr nie allein und nur nach Einweisung durch den Betrieb hinaus, und kehr um, wenn der Wind zunimmt. Die Gezeiten sind im Nordosten besonders ausgeprägt – nach dem Kartverket liegt der größte Tidenhub Norwegens innen im Varangerfjord. Lass dir die Seekarte erklären (Seekarten und Navigation), und lies vor der ersten Ausfahrt Bootsangeln in Norwegen. Südwestlich schließen sich Senja und Troms an.
Häufige Fragen
Darf ich als Tourist in der Finnmark Königskrabben fangen?
Nur über einen Touristenbetrieb mit Fangerlaubnis. Nach dem Fiskeridirektoratet dürfen Touristen nicht auf eigene Faust Königskrabben fangen. Verkauf ist verboten, das Mindestmaß liegt bei 13 cm Schildlänge.
Kann ich 2026 in der Tana Lachs angeln?
Nein. Nach der Verordnung FOR-2026-03-27-538 ist das Fischen auf Lachs und Seesaibling im Tanavassdraget 2026 verboten, auf der Grenzstrecke, im unteren norwegischen Teil und in den norwegischen Nebenflüssen.
Welche Flughäfen gibt es in der Finnmark?
Avinor betreibt dort die Flughäfen Alta, Lakselv, Kirkenes, Hammerfest, Honningsvåg, Vadsø, Vardø, Båtsfjord, Berlevåg, Mehamn und Hasvik.
Wann gibt es in der Finnmark Mitternachtssonne?
Nach dem Store norske leksikon in Vardø vom 15. Mai bis 28. Juli, in Hammerfest vom 14. Mai bis 29. Juli und am Nordkapp vom 12. Mai bis 1. August.
Wie groß muss ein Dorsch in der Finnmark sein?
Nördlich von 62° N gelten 44 cm außerhalb und 55 cm innerhalb von 4 Seemeilen der Basislinien. Frag im Camp, wo du genau fischst.
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