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Norwegen · Fischarten

Schellfisch angeln in Norwegen: Mindestmaß, Tiefe, Köder und Bestand

Von der Redaktion anglerkompass · Stand: September 2026 · 5 Min. Lesezeit

Kurz gesagt

Den Schellfisch (norwegisch „hyse“) erkennst du am schwarzen Fleck über der Brustflosse. Er lebt nach dem Thünen-Institut meist bis 200 m Tiefe über Fels, Sand, Kies oder Muschelgrund. Du fängst ihn mit kleinen Haken und Naturköder am Grund. Das Mindestmaß beträgt 40 cm nördlich und 32 cm südlich von 62° N.

40 / 32 cmMindestmaß nördlich / südlich von 62° N
bis 200 mübliche Tiefe (Thünen-Institut)
März–JuniLaichzeit des Bestands nördlich von Stad

Der Schellfisch ist in Norwegen ein häufiger Begleiter beim Dorschangeln und gilt vielen als einer der besten Speisefische aus dem Meer. Er ist kleiner und wählerischer als der Dorsch, hat ein kleines Maul und frisst vor allem Bodentiere. Hier fassen wir zusammen, was das norwegische Meeresforschungsinstitut (Havforskningsinstituttet), das Thünen-Institut und FishBase über ihn schreiben, und ergänzen unsere redaktionelle Einschätzung zum Angeln. Das Mindestmaß geben wir so wieder wie auf unserer Seite Regeln in Norwegen.

Woran erkennst du einen Schellfisch?

Das Havforskningsinstituttet nennt das wichtigste Merkmal: Der Schellfisch ist leicht an einem schwarzen Fleck zu erkennen. Das Thünen-Institut beschreibt ihn genauer:

  • Schwarzer Fleck: ein großer, runder schwarzer Fleck über der Brustflosse, nach FishBase knapp unterhalb der Seitenlinie.
  • Seitenlinie: schwarz und deutlich sichtbar. Nach FishBase verläuft sie ununterbrochen bis etwa zum Ende des Körpers.
  • Körper und Flossen: ähnlich wie beim Kabeljau, mit dreigeteilter Rückenflosse und einer Kinnbartel, die aber viel kleiner ist als beim Dorsch.
  • Färbung: Rücken dunkelgrau, ins Violette gehend, Seiten und Bauch weißlich silbrig.
  • Maul: nach FishBase relativ klein, der Unterkiefer ist kürzer als der Oberkiefer.

Die dunkle Seitenlinie und der schwarze Fleck unterscheiden ihn sicher vom Dorsch. Weitere Verwechslungen beschreibt die Seite Fische bestimmen.

Welche Schellfischbestände gibt es in Norwegen?

Das ist für dich wichtiger, als es klingt, denn davon hängen Größe, Reife und Mindestmaß ab. Nach dem Havforskningsinstituttet gehört aller Schellfisch entlang der Küste nördlich von Stad, in der Barentssee und westlich von Spitzbergen zum Nordostarktischen Bestand, dem größten Schellfischbestand. Neue genetische Analysen deuten allerdings darauf hin, dass sich der Schellfisch südlich der Lofoten von dem weiter nördlich unterscheidet. Südlich von Stad gehört er zum Bestand in Nordsee, Skagerrak und westlich von Schottland.

Nordostarktischer Schellfisch (nördlich von Stad) Nordsee und Skagerrak (südlich von Stad)
Größe bis 110 cm und 14 kg bis 60 cm und 4 kg
Alter höchstens 20 Jahre 15 Jahre
Geschlechtsreife mit 4–7 Jahren bei etwa 40–60 cm meist mit 2–3 Jahren bei etwa 28 cm
Laichzeit und -gebiet März–Juni, vor allem am Westrand des Tromsøflaket März–Mai, zentrale Nordsee
Nahrung Bodentiere, Fisch, Hering- und Loddeeier Bodentiere, Heringseier und Fisch
Mindestmaß 40 cm (nördlich 62° N) 32 cm (südlich 62° N)

Biologie: Havforskningsinstituttet, Artseiten Nordøstarktisk hyse und Hyse i Nordsjøen, Skagerrak og vest av Skottland. Mindestmaß: Fiskeridirektoratet, Minstemål i fritidsfiske, abgerufen am 30.09.2026.

Auffällig: Im Norden wird der Schellfisch nach dem Institut erst bei etwa 40 bis 60 cm reif, im Süden schon bei etwa 28 cm. Das Mindestmaß von 40 cm nördlich und 32 cm südlich von 62° N liegt jeweils am unteren Rand dieser Werte. Nach unserer Einschätzung schonst du den Bestand im Norden, wenn du kleine Schellfische knapp über dem Maß zurücksetzt.

Wo und in welcher Tiefe lebt der Schellfisch?

Das Thünen-Institut nennt Tiefen von 10 bis 450 m, in der Regel bis 200 m, bei 4 bis 10 °C, über Fels, Sand, Kies oder Muschelgrund. Erwachsene Tiere findest du nach FishBase häufiger in 80 bis 200 m. Der Schellfisch ist nach dem Havforskningsinstituttet ein Bodenfisch, kommt aber auch höher im Wasser vor, vor allem junge Tiere, die Plankton fressen. Ältere Schellfische fressen Fischeier und Fisch und jagen vor der Finnmark laichende Lodde; die wichtigste Beute sind aber wirbellose Bodentiere.

Nach unserer Erfahrung stehen Schellfische gern auf weicherem Grund – Sand, Schill oder Kies – am Fuß von Kanten, an denen du Dorsch fängst. Wer auf dem Echolot glatte, sandige Flächen neben felsigen Bereichen findet, sollte dort gezielt fischen.

Wann lohnt sich das Schellfischangeln?

Der Nordostarktische Schellfisch laicht nach dem Havforskningsinstituttet verstreut in tiefem Wasser im Frühjahr, von März bis Juni. Das Thünen-Institut beschreibt, dass geschlechtsreife Schellfische in den Wintermonaten zu den Laichplätzen ziehen. Eine belegte Angelsaison gibt es nicht. Nach unserer Einschätzung fängst du Schellfisch als Beifang das ganze Jahr, gezielt am besten im Sommer und Herbst, wenn du bei ruhigem Wetter die Plätze über weichem Grund befischen kannst. Den Kalender für die anderen Zielfische zeigt die Seite Beste Reisezeit.

Mit welcher Methode fängst du Schellfisch?

Unsere redaktionelle Einschätzung: Wegen des kleinen Mauls und der Vorliebe für Bodentiere brauchst du kleinere Haken und Köder als beim Dorsch.

  • Paternoster mit Naturköder: Zwei, drei kleine Haken mit Fischfetzen, Garnele oder Muschel an einer Paternoster-Montage, das Blei am Grund. Das ist nach unserer Erfahrung die fängigste Methode.
  • Pilker mit kleinen Beifängern: Ein Pilker dicht am Grund, darüber kleine Beifänger, gern mit einem Fetzen bestückt. Wie du pilkst, steht unter Pilken.
  • Vertikal: Ein kleiner Gummifisch am Bleikopf, langsam über dem Grund geführt – siehe Vertikalangeln.

Schellfische beißen nach unserer Erfahrung oft vorsichtig. Hebe den Köder nur wenig an und schlag bei einem Zupfen nicht sofort hart an.

Welche Regeln gelten für Schellfisch in Norwegen?

  • Mindestmaß: 40 cm nördlich von 62° N, 32 cm südlich von 62° N.
  • Keine Meldeart: Schellfisch gehört nicht zu den fünf Arten der täglichen Fangmeldung.
  • Tote Fische nicht zurückwerfen: Schellfisch (hyse) steht auf der Artenliste der Anlandepflicht (høstingsforskriften § 51). Einen toten oder sterbenden Schellfisch darfst du danach nicht über Bord werfen; zurücksetzen darfst du nur lebensfähige Fische. Einen lebensfähigen Schellfisch unter Mindestmaß musst du sofort freilassen. Unsere Einordnung steht unter Regeln in Norwegen.
  • Ausfuhr: Schellfischfilet zählt zur Ausfuhrquote, siehe Ausfuhrquote Norwegen.

Wo die Grenze bei 62° N (Stad) verläuft und welche weiteren Regeln gelten, steht unter Regeln in Norwegen. Einen untermaßigen Schellfisch setzt du nach der Empfehlung des Fiskeridirektoratets mit nassen Händen vorsichtig zurück.

Wie steht es um den Schellfischbestand?

Für den Nordostarktischen Schellfisch empfiehlt die gemeinsame norwegisch-russische Arbeitsgruppe nach dem Havforskningsinstituttet für 2027 eine Fangmenge von höchstens 180.336 Tonnen, nach 153.293 Tonnen 2026. Der Fischereidruck lag 2025 nach ICES knapp über dem Wert für den höchstmöglichen Dauerertrag, der Bestand hat 2026 aber volle Fortpflanzungsfähigkeit. Beim Nordseeschellfisch hat sich die Verbreitung nach dem Institut in den letzten 50 Jahren nach Norden verschoben; er bildet in unregelmäßigen Abständen sehr starke Jahrgänge. Auf der Roten Liste der IUCN ist der Schellfisch nach dem Thünen-Institut in Europa als ungefährdet eingestuft, global als gefährdet – mit dem Hinweis, dass die Einstufung aktualisiert werden müsste.

Wie verwertest du einen Schellfisch?

Schellfische aus mittlerer Tiefe kannst du nach unserer Erfahrung zurücksetzen, wenn du sie zügig vom Haken löst; Hinweise dazu stehen unter Fische zurücksetzen. Einen Fisch, den du behältst, betäubst und tötest du sofort (Anleitung). Das Thünen-Institut beschreibt das Fleisch als hell und zart, gut zum Dünsten und Braten; besonders begehrt ist geangelter Schellfisch, weil er nicht im Netz gedrückt wird und die Qualität daher besser ist. Nach unserer Erfahrung ist das zarte Filet empfindlich – kühl den Fisch sofort und filetiere ihn behutsam. Wie das geht, erklärt die Seite Fisch versorgen.

Häufige Fragen

Wie groß muss ein Schellfisch in Norwegen sein?

Nördlich von 62° N mindestens 40 cm, südlich von 62° N mindestens 32 cm (Fiskeridirektoratet, Stand 30.09.2026).

Wie erkenne ich einen Schellfisch?

Am großen, runden schwarzen Fleck über der Brustflosse und an der schwarzen Seitenlinie. Die Kinnbartel ist viel kleiner als beim Dorsch.

In welcher Tiefe fängt man Schellfisch?

Nach dem Thünen-Institut in 10 bis 450 m, in der Regel bis 200 m, über Fels, Sand, Kies oder Muschelgrund. Erwachsene Tiere sind nach FishBase häufiger in 80 bis 200 m.

Welcher Köder fängt Schellfisch?

Nach unserer Erfahrung kleine Haken mit Fischfetzen, Garnele oder Muschel an einer Paternoster-Montage am Grund. Der Schellfisch hat ein kleines Maul und frisst vor allem Bodentiere.

Muss Schellfisch in Norwegen gemeldet werden?

Nein. Die tägliche Fangmeldung umfasst Dorsch, Heilbutt, Rotbarsch, Seewolf und Seelachs. Schellfischfilet zählt aber zur Ausfuhrquote.

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