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Angelschein

Die Angelschein-Prüfung: Ablauf, Fragen und Bestehensgrenze

Von der Redaktion anglerkompass · Stand: September 2026 · 2 Min. Lesezeit

Kurz gesagt

Die Fischerprüfung besteht in 15 von 16 Ländern aus 60 Multiple-Choice-Fragen mit je drei Antworten. Du brauchst meist 45 richtige und zusätzlich eine Mindestzahl in jedem Sachgebiet – wer in einem Gebiet schwächelt, fällt durch. Rheinland-Pfalz prüft 50 Fragen, Hamburg, Nordrhein-Westfalen und Sachsen-Anhalt haben zusätzlich einen praktischen Teil.

60Fragen in 15 von 16 Ländern
45richtige Antworten zum Bestehen
60–120 Min.Bearbeitungszeit je nach Land
3Länder mit praktischem Teil

So läuft die Prüfung ab

Du meldest dich bei der zuständigen Stelle deines Landes an – je nach Land die untere Fischereibehörde, ein Landesverband oder ein Prüfungsportal. Am Prüfungstag beantwortest du die Fragen schriftlich auf Papier oder am Computer. Das Ergebnis erfährst du meist noch am selben Tag, in Bayern sofort am Bildschirm.

Die Sachgebiete

Die Fragen kommen je nach Land aus fünf bis sieben Gebieten. Die Inhalte sind überall ähnlich:

  • Fischkunde: Arten erkennen, Körperbau, Lebensweise, Schonzeiten und Mindestmaße.
  • Gewässerkunde und Hege: Gewässertypen, Sauerstoff, Nahrungsketten, Besatz und Pflege.
  • Gerätekunde: Ruten, Rollen, Schnüre, Haken, Montagen und Köder.
  • Behandlung gefangener Fische: waidgerechtes Betäuben und Töten, Hältern, Verwerten, Tierschutz.
  • Recht: Fischerei-, Tierschutz-, Wasser- und Naturschutzrecht deines Landes.

Bestehensgrenzen im Vergleich

Fast überall 45 von 60 – aber mit unterschiedlichen Mindestwerten je Gebiet
BundeslandPrüfungPraktischer Teil
Baden-Württemberg60 Fragen, 45 richtig + je Gebiet die Hälftenein
Bayern60 Fragen am Computer, 45 richtig + je Gebiet max. 6 Fehlernein
Berlin60 Fragen, 45 Punkte + je Block 6nein
Brandenburg60 Fragen, 45 richtig + je Gebiet 6 von 12nein
Bremen60 Fragen, 45 Punkte + je Gebiet 6nein
Hamburg60 Fragen, 45 Punkte + je Gebiet 6, dazu Praxisja
Hessen60 Fragen, 45 richtig + je Gebiet 9nein
Mecklenburg-Vorpommern60 Fragen, 45 richtig + je Gebiet 6nein
Niedersachsen60 Fragen, 45 richtig (Angabe eines Kurspartners)je nach Verband
Nordrhein-Westfalen60 Fragen, 45 richtig + je Gebiet 6, dazu Praxisja
Rheinland-Pfalz50 Fragen, je Gebiet 7 von 10nein
Saarland60 Fragen, 45 richtig (nicht amtlich bestätigt)unklar
Sachsen60 Fragen, 45 richtig + je Gebiet 8nein
Sachsen-Anhalt60 Fragen, 45 richtig, dazu mündlich-praktischja
Schleswig-Holstein60 Fragen, 45 richtig + je Gebiet 6 von 10nein
Thüringen60 Fragen, 45 Punkte + je Gebiet 6nein

Stand: September 2026. Quellen: Landesfischereigesetze und -verordnungen, Fischereibehörden und Prüfungsstellen der Länder – die Belege stehen auf den Länderseiten. „Nicht amtlich bestätigt“ heißt: Wir haben den Wert nur bei Verbänden oder Kursanbietern gefunden.

Besonders streng ist Rheinland-Pfalz: Dort brauchst du in jedem der fünf Gebiete 7 von 10 Punkten. Hessen verlangt 9 richtige je Gebiet, Sachsen 8. Wer in Rheinland-Pfalz nur in einem Gebiet knapp scheitert, wird am selben Termin mündlich nachgeprüft.

Der praktische Teil

  • Nordrhein-Westfalen: Du baust ein vorgegebenes Angelgerät waidgerecht zusammen (mindestens 25 von 28 Punkten) und bestimmst Fische auf Bildtafeln (mindestens 4 von 6 richtig).
  • Hamburg: Praktische Prüfung von höchstens 20 Minuten, 24 von 30 Punkten nötig.
  • Sachsen-Anhalt: Mündlich-praktischer Teil zu Gerät, Fischereirecht und Versorgung gefangener Fische.

In Bayern, Baden-Württemberg, Hessen, Rheinland-Pfalz und Schleswig-Holstein gibt es keine praktische Prüfung, dafür einen Praxisteil im Pflichtlehrgang oder einen Praxistag.

Sind die Prüfungsfragen öffentlich?

In vielen Ländern ja. Amtlich veröffentlicht sind unter anderem die Kataloge von Brandenburg (597 Fragen), Bayern (rund 1.000 Text- und 50 Bildfragen), Hessen, Nordrhein-Westfalen (Anlage zur Prüfungsordnung) und Baden-Württemberg (beim Landesfischereiverband). Schleswig-Holstein nutzt seit 2026 einen bundeseinheitlichen Katalog mit landesspezifischen Fragen.

Mit echten Fragen üben

10 Fragen aus dem amtlichen Fragenkatalog Brandenburg, Stand Fragenpool Stand 1. Januar 2010, Datei aktualisiert 01.12.2025. Jeden Tag eine neue Auswahl.

  1. Fischkunde und Hege
    Die Schleimhaut eines Fisches ...
  2. Einschlägige Rechtsvorschriften
    Ist mit dem Fischereirecht auch die Pflicht zur Hege verbunden?
  3. Fischkunde und Hege
    Wie heißt die in Brandenburg ursprüngliche einheimische Krebsart?
  4. Pflege der Fischgewässer
    Darf ein Angler Strauchwerk am Gewässer entfernen, weil es ihn behindert?
  5. Einschlägige Rechtsvorschriften
    In welchen Gewässern dürfen "frische" Köderfische verwendet werden?
  6. Behandlung der gefangenen Fische
    Nennen Sie eine in der Anglerpraxis mögliche Alternative zur Hälterung gefangener Fische?
  7. Pflege der Fischgewässer
    Zwischen welchen Fischarten besteht eine starke Nahrungskonkurrenz?
  8. Fanggeräte und deren Gebrauch
    Welcher Köder verspricht beim Quappenfang wenig Erfolg?
  9. Fanggeräte und deren Gebrauch
    Wie beeinflussen Knoten die Tragkraft der Angelschnur?
  10. Behandlung der gefangenen Fische
    Welches sind wichtige Voraussetzungen zur Erhaltung einer hohen Lebensmittelqualität bei frisch geschlachteten Fischen?

Die Fragen stammen aus dem amtlichen Katalog Brandenburg. Viele Inhalte – Fischkunde, Gewässerkunde, Gerät, Tierschutz – sind in allen Ländern ähnlich, die Rechtsfragen unterscheiden sich.

Tipps für die Prüfung

  • Jedes Gebiet ernst nehmen: Die Mindestpunkte je Gebiet sind der häufigste Stolperstein – nicht die Gesamtpunktzahl.
  • Fischarten mit Bildern lernen: Viele Länder fragen Artenkenntnis ab, einige mit Bildtafeln.
  • Recht zuletzt wiederholen: Schonzeiten, Mindestmaße und Landesregeln sind reine Merkfragen.
  • Termin früh buchen: Prüfungen vor der Saison im Frühjahr sind oft schnell ausgebucht.

Häufige Fragen

Wie viele Fragen hat die Angelschein-Prüfung?

In 15 von 16 Ländern 60 Fragen mit je drei Antwortmöglichkeiten. Rheinland-Pfalz prüft 50 Fragen.

Wie viele Fehler darf ich machen?

Meist höchstens 15 von 60 – und zusätzlich nur eine begrenzte Zahl je Sachgebiet, zum Beispiel höchstens 6 Fehler je Gebiet in Brandenburg und Bayern.

Wie lange dauert die Prüfung?

Je nach Land 60 Minuten (Bayern, NRW) bis 2 Stunden (Brandenburg, Baden-Württemberg, Hessen, Rheinland-Pfalz).

Kann ich die Prüfung wiederholen?

Ja, in allen Ländern. Meist fällt die Gebühr erneut an; in NRW musst du nur den nicht bestandenen Teil wiederholen.

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