Methode
Wels-Klopfen und Unterwasserpose: Welsangeln vom Boot
Von der Redaktion anglerkompass · Stand: September 2026 · 6 Min. Lesezeit
Kurz gesagt
Beim Wels-Klopfen hängt der Köder senkrecht unter dem driftenden Boot, während du mit einem Wallerholz auf das Wasser schlägst. Dass das Geräusch Welse anlockt, ist Anglererfahrung, nicht belegt. Die Unterwasserpose hält den Köder über einem Grundblei und ist die Standardmontage vom Ufer und verankerten Boot. Beides verlangt sehr starkes Material.
Was ist Wels-Klopfen?
Das Klopfen ist eine der eigenwilligsten Angelmethoden überhaupt. Der Angler treibt mit dem Boot über tiefe Flussabschnitte, der Köder hängt senkrecht unter ihm. In regelmäßigen Abständen schlägt er mit einem besonders geformten Holz, dem Wallerholz oder Klopfholz, auf die Wasseroberfläche. Dabei entsteht ein tiefes, glucksendes Geräusch, das nach Anglererfahrung unter Wasser weit trägt.
Warum das funktionieren soll, wird unter Anglern lebhaft diskutiert. Manche vergleichen das Geräusch mit dem Schmatzen jagender Welse, andere mit Beute an der Oberfläche. Dass das Klopfen Welse anlockt, ist verbreitete Anglererfahrung – eine Fachquelle dazu haben wir nicht gefunden, und wir stellen es deshalb nicht als Tatsache dar. Unter Welsanglern an großen Flüssen ist die Methode verbreitet, und viele schwören darauf.
Auf dieser Seite behandeln wir zwei Methoden für den Wels: das Klopfen mit der Vertikalmontage vom driftenden Boot und die Unterwasserpose, die Standardmontage vom Ufer und vom verankerten Boot. Weitere Welsmontagen zeigt die Seite Wels-Montagen.
Wann sich das Klopfen lohnt
Geklopft wird vor allem an großen, tiefen Flüssen mit Rinnen, Gumpen, Außenkurven und Löchern hinter Hindernissen. Nach unserer Erfahrung sind die warmen Monate die Hauptsaison, wenn Welse aktiv auf Nahrungssuche sind. Viele Angler klopfen am Tag und in der Dämmerung, während sie nachts eher mit Unterwasserpose und Grundmontage ansitzen. Im kalten Wasser ziehen sich Welse in tiefe, ruhige Bereiche zurück und fressen wenig. Wo sie in deinem Gewässer stehen, beschreibt die Seite Wels-Standplätze.
Die Vertikalmontage zum Klopfen
So baust du die Montage auf:
- Hauptschnur prüfen
Spule eine geflochtene Hauptschnur mit sehr hoher Tragkraft auf eine kräftige Rolle und prüfe die Bremse. Sie muss unter starkem Zug gleichmäßig Schnur freigeben. - Vertikalblei anbringen
Fädle ein Vertikalblei auf die Hauptschnur, dessen Gewicht zu Tiefe und Drift passt, und knote darunter einen starken Wirbel an. Er hält das Blei über dem Vorfach. - Vorfach binden
Binde ein kurzes, sehr abriebfestes Vorfach an den Wirbel. Ein kurzes Vorfach hält den Köder dicht unter dem Blei und verhindert, dass er sich um die Hauptschnur wickelt. - Wallerhaken anbinden
Binde einen kräftigen Wallerhaken mit dem Palomar- oder Uni-Knoten an und prüfe den Knoten mit starkem Zug. - Anködern
Ziehe ein Tauwurmbündel auf den Haken oder ködere einen toten Köderfisch so an, dass die Hakenspitze frei bleibt. - Tiefe einstellen
Lass die Montage bis zum Grund ab und kurble sie ein Stück hoch, sodass der Köder knapp über dem Grund oder im Mittelwasser hängt.
Für die Knoten an geflochtener Schnur eignen sich der Palomar-Knoten und der Uni-Knoten, für die Verbindung zu einem dickeren Vorfach der Albright-Knoten. Jedes Teil der Montage muss auf dieselbe hohe Belastung ausgelegt sein – ein einzelner schwacher Wirbel oder Haken reicht, um einen großen Fisch zu verlieren.
Als Köder haben sich große Tauwurmbündel bewährt, die sich im Wasser bewegen und Geruch abgeben, sowie tote Köderfische. Welche Köder für Welse sinnvoll sind, beschreibt die Seite Wels-Köder. Für lebende Köderfische gelten eigene Regeln bis hin zu Verboten – was bei dir gilt, steht unter Regeln.
So wird geklopft
Das Klopfen erfordert etwas Übung, damit das typische Glucksen entsteht und nicht nur ein Platschen. Das Wallerholz hat an der Unterseite eine Mulde oder Schale. Du schlägst es in einem flachen Bogen auf die Oberfläche und ziehst es im Moment des Eintauchens wieder heraus. Dabei wird Luft unter die Schale gezogen, die das glucksende Geräusch erzeugt.
- Stelle anfahren: Fahre stromauf über die Stelle, die du befischen willst, und lass dich dann mit der Strömung treiben.
- Köder ablassen: Lass die Montage bis zum Grund ab und kurble sie ein Stück hoch, sodass der Köder knapp über dem Grund oder im Mittelwasser hängt.
- Klopfen: Schlage in Serien von einigen Schlägen, dann folgt eine Pause. Halte die Rute dabei in der anderen Hand oder sicher im Halter.
- Tiefe halten: Mit der Drift ändert sich die Wassertiefe. Prüfe regelmäßig den Grundkontakt und korrigiere die Höhe des Köders.
- Wiederholen: Am Ende der Strecke fährst du wieder hinauf und treibst erneut über die Stelle, gern in einer etwas anderen Linie.
- Köder nur wenige Zentimeter anheben
- Kurz über Grund stehen lassen, Schnur senkrecht und gespannt
- Boot langsam treiben lassen oder mit dem Motor Position halten
Führung schematisch, redaktionelle Einschätzung. Gestrichelt: Weg des Köders.
Die Animation zeigt das senkrechte Angeln vom treibenden Boot. Beim Klopfen hebst du den Köder nur an, wenn sich mit der Drift die Tiefe ändert – die Lockwirkung soll das Klopfgeräusch liefern, nicht die Bewegung des Köders.
Ein Biss zeigt sich meist als deutlicher Zug oder als langsames, schweres Abziehen. Schlag kräftig an, sobald du das Gewicht spürst, und bring den Fisch sofort vom Grund weg. Ein Echolot zeigt Tiefe, Kanten und manchmal auch Fische – ob du es benutzen darfst, regelt deine Angelkarte. Die Grundlagen des senkrechten Angelns vom Boot erklärt die Seite Vertikalangeln.
Die Unterwasserpose
Die Unterwasserpose ist die vielseitigste Welsmontage. Ein schweres Laufblei liegt am Grund, eine Pose auf dem Vorfach hebt den Köder ein Stück darüber. Dort bewegt er sich in der Strömung, bleibt gut riechbar und hängt nicht zwischen Steinen und Holz fest.
Die Pose muss so viel Auftrieb haben, dass sie den Köder trägt, aber nicht das Blei anhebt. Hebt sie das Blei, treibt die Montage ab. Den Abstand zwischen Blei und Köder wählst du nach Gewässertiefe und Bodenstruktur: Über Hindernissen darf der Köder höher stehen, über freiem Grund näher am Boden. Vom Ufer wirfst du die Montage aus oder bringst sie mit dem Boot an die Stelle, sofern das erlaubt ist.
Die Rute liegt dabei in einem stabilen Halter, die Bremse ist so eingestellt, dass ein Wels Schnur nehmen kann, ohne die Rute ins Wasser zu ziehen. Beißt ein Wels, biegt sich die Rute meist tief durch oder die Schnur läuft zügig ab. Nimm die Rute auf und schlag kräftig an. Montagen, die frei treiben und nicht mehr unter deiner Kontrolle sind, sind mancherorts verboten – die Pose soll an einer festen Stelle stehen. Wann die Chancen gerade gut sind, zeigt der Beißindex.
Klopfen oder Unterwasserpose?
Beide Methoden ergänzen sich. Das Klopfen ist aktiv: Du suchst mit dem Boot eine lange Flussstrecke ab und bietest den Köder vielen Fischen an. Die Unterwasserpose ist ruhig: Du wählst einen vielversprechenden Platz und wartest, bis ein Wels auf seiner Runde vorbeikommt. Wer kein Boot hat oder an seinem Gewässer nicht vom Boot angeln darf, fischt vom Ufer mit der Unterwasserpose – sie ist nach unserer Erfahrung die fängigste Ufermontage für Welse.
Gerät für Klopfen und Unterwasserpose
| Teil | Richtwert | Worauf es ankommt |
|---|---|---|
| Rute | Klopfen: kurze, sehr kräftige Vertikalrute; Unterwasserpose: kräftige Welsrute, etwa 2,70–3,00 m | Rückgrat für große Fische, Spitze zeigt den Biss |
| Rolle | große Stationär- oder Multirolle | viel Schnurfassung, ruckfrei laufende Bremse |
| Hauptschnur | geflochten, sehr hohe Tragkraft | deutlich stärker als beim Zander- oder Hechtangeln |
| Vorfach | sehr abriebfest | schützt an Steinen, Holz und im Maul des Welses |
| Haken | Wallerhaken, Einzelhaken | stark genug für große Fische |
| Blei | Vertikal- oder Laufblei nach Tiefe und Strömung | hält den Köder in der gewünschten Tiefe |
| Klopfholz | Wallerholz mit Schale | erzeugt das glucksende Geräusch |
| Zubehör | Handschuh, große Abhakmatte, lange Zange, Maßband | Fisch sicher landen, abhaken und messen |
Richtwerte nach redaktioneller Einschätzung – Gewässer, Tiefe, Strömung und Zielfisch verschieben die Wahl.
Konkrete Tragkräfte nennen wir bewusst nicht als Vorschrift: Viele Welsangler fischen an großen Flüssen Schnüre, die weit über das hinausgehen, was beim Raubfischangeln sonst üblich ist. Entscheidend ist, dass Rute, Rolle, Schnur, Wirbel und Haken zueinander passen.
Sicherheit und Drill vom Boot
Welsangeln vom Boot findet oft auf großen Flüssen, in der Strömung und in der Dämmerung statt. Trag auf dem Boot immer eine Rettungsweste, sichere Ruten und Ausrüstung und angle möglichst nicht allein. Ein großer Wels kann ein kleines Boot ziehen – das ist gewollt: Im Drill lässt du dich im Zweifel vom Fisch ziehen, statt mit voller Kraft gegen ihn zu arbeiten. Achte dabei auf die Schifffahrt, Buhnen und Hindernisse flussab. Gelandet wird der erschöpfte Fisch mit dem Wallergriff am Unterkiefer, mit Handschuh, oder mit einem ausreichend großen Kescher. Lege ihn auf eine große, feuchte Matte und löse den Haken zügig.
Typische Fehler
- Zu schwaches Material: Alle Teile auf dieselbe Belastung auslegen.
- Bremse zu fest: Bei einer harten Flucht reißt die Schnur. Die Bremse vor dem Angeln einstellen und im Drill nicht nachziehen.
- Tiefe nicht nachgeführt: Beim Driften ändert sich die Tiefe ständig. Hängt der Köder zu hoch, geht er an den Fischen vorbei.
- Unterwasserpose zu stark: Hebt sie das Blei an, treibt die Montage ab.
- Ruten unbeaufsichtigt: Ein Wels kann die Rute ins Wasser ziehen.
Regeln beim Welsangeln vom Boot
Das Bootsangeln berührt viele Regeln, und sie unterscheiden sich stark je nach Land und Gewässer: ob Boote überhaupt erlaubt sind, ob mit Motor, Elektromotor oder nur gerudert werden darf, ob Echolote erlaubt sind, wo geankert werden darf und welche Regeln auf schiffbaren Flüssen für den Schiffsverkehr gelten. Dazu kommen Regeln zum Nachtangeln, zur Zahl der Ruten, zu lebenden Köderfischen, zu frei treibenden Montagen, zur Aufsicht über ausgelegte Ruten und zu Mindestmaß und Entnahme des Welses. Was bei dir gilt, findest du unter Regeln, unter Wels (Regeln je Bundesland unten auf der Seite) und in der Gewässerordnung deiner Angelkarte. Für ein Boot mit Motor kann zusätzlich ein Führerschein nötig sein.
Passende Zielfische
- Wels: Klopfen vom driftenden Boot, Unterwasserpose vom Ufer und verankerten Boot. Alle Welsmontagen unter Wels-Montagen.
Wer vom Boot lieber auf Zander und Barsch fischt, findet beim Vertikalangeln das passende Gerät, wer mit totem Fisch vom Ufer angeln möchte, beim Köderfischangeln. Alle Methoden im Überblick findest du unter Methoden.
Häufige Fragen
Wie funktioniert das Klopfen auf Wels?
Vom driftenden Boot hängt der Köder senkrecht unter dir, während du mit einem Wallerholz auf das Wasser schlägst. Dabei entsteht ein glucksendes Geräusch. Dass es Welse anlockt, ist Anglererfahrung und nicht wissenschaftlich belegt.
Was ist ein Wallerholz?
Ein Klopfholz mit einer Schale an der Unterseite. Schlägst du es in einem flachen Bogen auf das Wasser und ziehst es sofort wieder heraus, entsteht ein tiefes Glucksen.
Wie stellt man eine Unterwasserpose ein?
Die Pose sitzt auf dem Vorfach und muss den Köder tragen, ohne das Blei anzuheben. Den Abstand zwischen Blei und Köder wählst du nach Tiefe und Grund, über Hindernissen etwas höher.
Welcher Köder zum Wels-Klopfen?
Bewährt sind große Tauwurmbündel und tote Köderfische. Für lebende Köderfische gelten eigene Regeln bis hin zu Verboten.
Darf man überall vom Boot auf Wels angeln?
Nein. Ob Boote, Motoren und Echolote erlaubt sind, regeln Land und Gewässerordnung sehr unterschiedlich. Auf schiffbaren Flüssen gelten zusätzlich Regeln für den Schiffsverkehr.
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