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Norwegen · Fischarten

Pollack angeln in Norwegen: Erkennen, Standplätze, Methode und Regeln

Von der Redaktion anglerkompass · Stand: September 2026 · 5 Min. Lesezeit

Kurz gesagt

Der Pollack (Pollachius pollachius, norwegisch „lyr“) ähnelt dem Seelachs, hat aber einen vorstehenden Unterkiefer und eine dunkle, gebogene Seitenlinie. Er lebt nach dem Havforskningsinstituttet küstennah über Steingrund in 40 bis 100 m Tiefe. Du fängst ihn mit Gummifisch, Pilker oder vom Ufer mit Spinnködern. Ein Mindestmaß gibt es für Freizeitangler nicht.

40–100 mbevorzugte Tiefe über Steingrund (Havforskningsinstituttet)
März–AprilLaichzeit in Norwegen und der Nordsee
kein Mindestmaßfür Freizeitangler (Fiskeridirektoratet)

Der Pollack ist der kleine Bruder des Seelachses und ein Fisch für alle, die gern aktiv mit Kunstködern angeln. Er steht küstennah über Fels und Tang, oft in Reichweite von Mietbooten und manchmal sogar vom Ufer. Hier fassen wir zusammen, was das norwegische Meeresforschungsinstitut (Havforskningsinstituttet) und FishBase über ihn schreiben, und ergänzen unsere redaktionelle Einschätzung zum Angeln. Das Havforskningsinstituttet nennt den Pollack wegen seines Lebensraums ausdrücklich eine häufige Art in der Freizeitfischerei.

Woran unterscheidest du Pollack und Seelachs?

Das Havforskningsinstituttet fasst es in einem Satz zusammen: Der Pollack ähnelt dem Seelachs, hat aber einen Unterbiss und eine dunkle, gebogene Seitenlinie. FishBase ergänzt:

  • Unterkiefer: Der Unterkiefer ragt deutlich über den Oberkiefer hinaus.
  • Keine Bartel: Am Kinn fehlt eine Bartel.
  • Seitenlinie: Dunkel, über der Brustflosse scharf gebogen und dann über den ganzen Körper verlaufend.
  • Färbung: Variabel; der dunkle Rücken ist scharf von den silbergrauen Seiten abgesetzt, oben oft mit gelben bis orangen Streifen oder Flecken. Die Flossen sind dunkel, nur die Bauchflossen gelblich. Einen dunklen Fleck an der Brustflossenbasis hat der Pollack nicht.

Der Seelachs hat dagegen eine gerade, helle Seitenlinie und eine kleine Kinnbartel. Alles zum Seelachs steht unter Seelachs angeln, weitere Verwechslungen unter Fische bestimmen. Die Unterscheidung ist in Norwegen auch praktisch wichtig: Der Seelachs gehört zu den Arten der täglichen Fangmeldung, der Pollack nicht.

Steckbrief Pollack Angabe Quelle
Wissenschaftlicher Name Pollachius pollachius, Dorschfamilie (Gadidae) Havforskningsinstituttet
Größe bis 130 cm und 10 kg (FishBase: übliche Länge 75 cm, höchstes veröffentlichtes Gewicht 18,1 kg) Havforskningsinstituttet, FishBase
Alter 13 Jahre (FishBase: höchstes berichtetes Alter 8 Jahre) Havforskningsinstituttet, FishBase
Tiefe küstennah 40–100 m über Steingrund; FishBase: bis 200 m Havforskningsinstituttet, FishBase
Laichzeit März–April in norwegischen Gewässern und der Nordsee Havforskningsinstituttet
Nahrung Freiwasserfische sowie Lachshering (laksesild), Garnelen und Krill Havforskningsinstituttet
Mindestmaß Norwegen kein Mindestmaß für Freizeitangler Fiskeridirektoratet, Stand 30.09.2026

Bei Höchstgewicht und Alter weichen Havforskningsinstituttet und FishBase deutlich voneinander ab.

Wo steht der Pollack?

Nach dem Havforskningsinstituttet bevorzugt der Pollack küstennahe Lebensräume mit steinigem Grund in 40 bis 100 m Tiefe. Er gilt als bodennaher Freiwasserfisch und kommt von der Westküste Portugals über die Britischen Inseln bis nach Nordnorwegen, in die Nordsee und ins Skagerrak vor. FishBase beschreibt die Lebensphasen genauer: Jungfische leben zwei bis drei Jahre im Freiwasser nahe der Küste, an Felsen, in Tangwäldern, an Sandstränden und in Flussmündungen. Größere Pollacks ziehen ins offene Meer und stehen oft um Felsbereiche in 40 bis 100 m Tiefe, auch an Wracks und Ölplattformen. Erwachsene leben einzeln oder in kleinen, lockeren Schwärmen, auf den Laichplätzen aber in dichten Schwärmen.

Nach unserer Erfahrung sind Tangkanten, Unterwasserberge und steil abfallende Felsküsten die besten Plätze. Kleine Pollacks findest du im Tang oft schon in wenigen Metern Tiefe, die großen eher an tieferen, felsigen Kanten.

Wann lohnt sich das Pollackangeln?

Der Pollack laicht nach dem Havforskningsinstituttet in norwegischen Gewässern und der Nordsee im März und April. Zwischen 60 und 80 Prozent der jährlichen kommerziellen Fänge stammen nach dem Institut von nördlich 62° N – der Pollack ist also keineswegs nur ein Fisch des Südens.

Eine belegte Angelsaison gibt es nicht. Nach unserer Einschätzung sind späte Frühjahrs-, Sommer- und Herbstmonate am ergiebigsten, wenn die Fische nach dem Laichen an den Kanten und im Tang fressen. Viele Angler fischen in der Dämmerung besonders erfolgreich – das ist Erfahrungswissen, keine Messung. Den Kalender für die anderen Zielfische zeigt die Seite Beste Reisezeit.

Mit welcher Methode fängst du Pollack?

Unsere redaktionelle Einschätzung: Der Pollack jagt nach dem Havforskningsinstituttet Freiwasserfische und Krill. Schlanke, bewegte Köder in Grundnähe entsprechen seiner Beute.

  • Gummifisch vom Boot: Ein schlanker Gummifisch am Bleikopf, über Tang und Felsen geführt, ist nach unserer Erfahrung der beste Pollackköder. Bei wenig Drift funktioniert er auch senkrecht unter dem Boot – siehe Vertikalangeln.
  • Leichter Pilker: An Kanten in 40 bis 100 m Tiefe fängt ein schlanker Pilker. Die Führung erklärt die Seite Pilken.
  • Vom Ufer: An tiefen Felsküsten kannst du mit Blinker, Wobbler oder Gummifisch vom Ufer fischen – mehr dazu unter Spinnfischen.

Nach dem Biss taucht ein Pollack nach unserer Erfahrung sofort in Richtung Grund und Tang ab. Stell die Bremse fest genug ein und halte ihn in den ersten Sekunden vom Grund weg, sonst verlierst du Fisch und Montage.

Welche Regeln gelten für Pollack in Norwegen?

  • Kein Mindestmaß: Das Fiskeridirektoratet schreibt, dass es für Pollack (lyr) kein Mindestmaß gibt.
  • Keine Meldeart: Der Pollack gehört nicht zu den fünf Arten der täglichen Fangmeldung. Verwechselst du ihn mit einem Seelachs, stimmt deine Meldung nicht – ein Grund mehr für eine sichere Bestimmung.
  • Tote Fische nicht zurückwerfen: Pollack (lyr) steht auf der Artenliste der Anlandepflicht (høstingsforskriften § 51). Einen toten oder sterbenden Pollack darfst du danach nicht über Bord werfen; zurücksetzen darfst du nur lebensfähige Fische. Unsere Einordnung steht unter Regeln in Norwegen.
  • Ausfuhr: Pollackfilet zählt zur Ausfuhrquote, siehe Ausfuhrquote Norwegen.

Alle weiteren Regeln für Angeltouristen stehen unter Regeln in Norwegen.

Wie steht es um den Pollackbestand?

Die norwegische Pollackfischerei ist nach dem Havforskningsinstituttet nicht durch Quoten reguliert; der Fisch wird überwiegend als Beifang in Netz- und Schleppnetzfischereien gefangen. Die norwegischen Fänge sanken von 2003 bis 2013 von etwa 3.865 auf etwa 1.500 Tonnen, der Fang je Netz und Tag entlang der ganzen Küste ging um rund 40 Prozent zurück. Seit 2013 sind die Fänge wieder gestiegen und lagen 2019 bei über 2.700 Tonnen. Für die Nordsee gilt der Pollack beim ICES als datenarmer Bestand, dessen Größe sich nicht schätzen lässt. FishBase stuft ihn als hoch anfällig für Befischung und sehr hoch anfällig für den Klimawandel ein. Nach unserer Einschätzung heißt das: kein Mindestmaß, aber auch kein Freibrief – nimm nur mit, was du wirklich verwertest.

Wie verwertest du einen Pollack?

Pollacks aus 40 bis 100 m Tiefe lassen sich nach unserer Erfahrung eher zurücksetzen als Tiefenfische wie Leng oder Rotbarsch, vor allem wenn du sie zügig, aber nicht zu schnell hochholst. Wie du dabei vorgehst, steht unter Fische zurücksetzen. Einen Fisch, den du behältst, betäubst und tötest du sofort (Anleitung).

FishBase beschreibt das Fleisch als trocken, aber von gutem Geschmack. Nach unserer Einschätzung eignet es sich deshalb besonders für Gerichte mit Soße, Fischfrikadellen oder kurzes Braten, weniger für langes Garen. Wie du den Fang kühlst und filetierst, erklärt die Seite Fisch versorgen.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Pollack und Seelachs?

Der Pollack hat nach Havforskningsinstituttet und FishBase einen vorstehenden Unterkiefer, keine Kinnbartel und eine dunkle, über der Brustflosse gebogene Seitenlinie. Der Seelachs hat eine gerade, helle Seitenlinie und eine kleine Bartel.

Gibt es in Norwegen ein Mindestmaß für Pollack?

Nein. Das Fiskeridirektoratet schreibt, dass es für Pollack (lyr), Lumb und Seewolf kein Mindestmaß gibt. Pollackfilet zählt aber zur Ausfuhrquote.

In welcher Tiefe steht der Pollack?

Nach dem Havforskningsinstituttet bevorzugt er küstennahen Steingrund in 40 bis 100 m Tiefe. Jungfische leben nach FishBase auch flach in Tangwäldern und an Felsen.

Kann man Pollack vom Ufer fangen?

Ja, an tiefen Felsküsten mit Tang ist das nach unserer Erfahrung gut möglich, vor allem mit Gummifisch, Blinker oder Wobbler. Große Pollacks stehen aber meist tiefer an felsigen Kanten.

Wann laicht der Pollack?

In norwegischen Gewässern und der Nordsee nach dem Havforskningsinstituttet im März und April.

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